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Karim Adeyemi: Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes für DFB-Spieler | ABC-Z

Es dauerte bis zur dritten Reporterfrage, ehe Julian Nagelsmann auf das angesprochen wurde, was am Wochenende große Unruhe in den Kreis der Fußball-Nationalmannschaft trug: die Nachricht, dass gegen Karim Adeyemi ein Strafbefehl wegen unerlaubten Waffenbesitzes ergangen war. Die Staatsanwaltschaft Hagen bestätigte gegenüber mehreren Medien den Fall eines 23 Jahre alten Profisportlers, bei dem es sich nach F.A.Z.-Informationen um den Offensivspieler von Borussia Dortmund handelt. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

In der Pressekonferenz am Sonntagnachmittag in der Leipziger Arena sagte Nagelsmann, dass dieses Thema in diesem Moment „für uns alle, für den Deutschen Fußball-Bund ein bisschen zu groß“ sei – und war bemüht, es kleinzuhalten. Eine offizielle Stellungnahme des DFB gab es nicht, aber Nagelsmann bestätigte, dass sowohl er als auch Sportdirektor Rudi Völler mit Adeyemi gesprochen hätten.

Alles Weitere würde erst nach dem Spiel am Montagabend (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur WM-Qualifikation und im ZDF) gegen die Slowakei erörtert, sagte der Bundestrainer auch mit Blick auf die sportliche Bedeutung. Bei einem Unentschieden oder einem Sieg wäre die deutsche Mannschaft direkt für die WM im nächsten Jahr in den USA qualifiziert, bei einer Niederlage müsste sie einen Anlauf über Play-off-Spiele nehmen. „Das ist eine Thematik, die ein bisschen Raum und Zeit beansprucht, die ich als Trainer vor so einem Spiel nicht habe“, sagte Nagelsmann.

In jedem Fall kam das Thema zur Unzeit in einer angespannten Situation. Nagelsmann präsentierte sich an seiner alten Wirkungsstätte zwar unaufgeregt und voller Zuversicht, berichtete zu Beginn der Pressekonferenz aber, dass in Leipzig auch „über ein paar grundsätzliche Sachen gesprochen“ worden sei: über die Entwicklung der Mannschaft seit dem November 2023 und darüber, was nötig sei, um wieder auf einen erfolgreichen Weg zurückzukehren.

Nagelsmann nannte neben mehr Mut und mehr Glauben an sich auch „mehr Commitment miteinander“, also eine größere Bereitschaft, sich für den Mitspieler ins Zeug zu legen und damit mehr Spielraum für Risiko zu eröffnen. Grundsätzliches – das war in diesem Fall jedenfalls auch wörtlich zu verstehen, Torwart Oliver Baumann sprach über die „Basics“, die es besser als gegen Luxemburg zu beherzigen gelte.

In den beiden für die Startelf wichtigsten Personalfragen zeigte sich der Bundestrainer sowohl bei Nico Schlotterbeck als auch bei Joshua Kimmich optimistisch. Beide hatten das Spiel in Luxemburg am Freitag wegen Blessuren verpasst. Bei Schlotterbeck und dessen Fußverletzung sehe es bereits „gut“ aus, sagte Nagelsmann. Bei Kimmich, der eine Kapselverletzung im Sprunggelenk erlitt, würde erst am Spieltag über den Einsatz entschieden. Aber wer den Kapitän kenne, der wisse, „dass er ungern Nein zu diesem Spiel sagt“, erklärte Nagelsmann. „Daher gehe ich davon aus, dass er spielen kann.“

Bei den illegalen Waffen, einem Schlagring und einem Taser, handele es sich um den Inhalt einer „Mystery Box“, die Adeyemi bei Tiktok bestellt haben soll, wie der F.A.Z. geschildert wurde. Die Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 7500 Euro, die in diesem Fall ausgesprochen wurde, würde bedeuten, dass Adeyemi nicht als vorbestraft gilt.

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