Dachau: Bahnunterführung fällt wohl kleiner aus – Dachau | ABC-Z

Weil sich der Strang der S-Bahnlinie 2 in Dachau aufteilt, in einen nach Altomünster und einen nach Petershausen, gibt es kurz nach der Gabelung für den Straßenverkehr zwei Bahnübergänge hintereinander zu überwinden. Der eine ist schon seit vielen Jahren eine Unterführung, der andere, an der Freisinger Straße, immer noch mit Schranken versehen – mitten in Dachau. 12 000 Fahrzeuge passieren sie täglich, 6000 in jede Richtung.
Unnötig, das Gestopsel im Berufsverkehr an der wichtigen Ost-West-Verbindung zu beschreiben. Seit mehr als zehn Jahren denkt man im Rathaus über eine Straßenunterführung an dieser Stelle nach. Konkrete Verhandlungen mit der Bahn zur Kostenaufteilung laufen seit über drei Jahren. Uneins ist man vor allem bei der Umleitungsstrecke während der Bauarbeiten, die, so schätzt der Leiter des Dachauer Stadtbauamts, Moritz Reinhold, mindestens fünf Jahre dauern werden.
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Die Stadt wünscht sich einen Behelfsübergang an der Freisinger Straße. Die Bahn dagegen möchte aus Kostengründen, und weil es die Bauzeit verkürzt, den Übergang sperren. Der Verkehr soll über die Ostenstraße geleitet werden, die ein Stück weiter südlich unter der Bahn hindurchführt. Die Stadt ist damit nicht einverstanden, sie prognostiziert eine Verdreifachung des Verkehrs in der schmalen Straße auf dann gut 9250 Fahrzeuge am Tag.
Jüngst im Verkehrsausschuss gab Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) bekannt, dass die Bahn von ihrer Position nicht abrücken will, weil sie keinen zweigleisigen Ausbau nach Altomünster mehr plant. Dafür stellt sie in Aussicht, auf eigene Kosten vorab eine Fußgänger- und Radunterführung neben dem Dachauer Stadtbahnhof zu bauen. Dort gibt es an der Etzenhauser Straße einen nur mit einer Umlaufsperre gesicherten Fußgängerüberweg, der ersetzt würde.
Umleitung mit Höhenbegrenzung
Noch ist das letzte Wort beim Umleitungsverkehr aber nicht gesprochen. Denn die Strecke über die Ostenstraße führt auch durch eine kleine Bahnunterführung, die für Lastwagen zu niedrig ist. Wie es mit Linienbussen und Rettungsfahrzeugen aussieht, untersuchen Bahn und Regierung laut Stadtverwaltung derzeit.
Soll der komplette Verkehr dort durch, muss die Fahrbahn tiefer gelegt werden. Ob und wie das technisch möglich ist, auch das wird die Bahn als Eigentümerin der Unterführung untersuchen. Laut Sitzungsvorlage des Verkehrsausschusses hält man es im Rathaus für eher nicht durchführbar. Die Antwort ist entscheidend: Kann die Unterführung Ostenstraße umgebaut werden, müsste die Stadt die Kosten für die Behelfsumfahrung übernehmen, was sie sich aber wohl nicht leisten kann.
Ohne Unterführung kein Baurecht
Irgendwann könnten sich die Schranken auf die weitere bauliche Entwicklung Dachaus auswirken. Neben dem Bahnübergang liegt das MD-Gelände, auf dem einmal 2000 Menschen wohnen und arbeiten sollen. In Teilen hängt das Baurecht dort von der Unterführung ab.
Den Verzicht der Bahn auf einen zweigleisigen Ausbau der Strecke nach Altomünster nimmt die Stadt jetzt zum Anlass, auch kleiner zu planen. Ursprünglich wollte der Stadtrat vorausschauend eine auf zwei Gleise ausgelegte Unterführung. Nach dem Ausbauverzicht der Bahn und angesichts der aktuell berechneten Mehrkosten von zwei bis drei Millionen Euro sieht das anders aus.





















