Syrien: Syrische Armee meldet Kontrolle über Aleppo, Kurden widersprechen | ABC-Z

Nach tagelangen Kämpfen mit kurdischen Truppen in der Stadt Aleppo hat die syrische Armee nach eigenen Angaben die gesamte Stadt wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten jedoch auch am Samstagmorgen weiterhin von Schüssen im umkämpften Stadtteil Scheich Maksud. Auch kurdische Kämpfer wiesen die Armeeangaben als “falsch und irreführend” zurück und
berichteten, es gebe weiterhin Straßenkämpfe mit “Regierungsmilizen”. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Truppen der syrischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer liefern sich seit Dienstag Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation, bei der mehr als 20 Menschen getötet wurden. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen bisher etwa 30.000 Menschen aus den umkämpften Vierteln. In der Nacht zum Freitag hatte das Verteidigungsministerium eine Waffenruhe verkündet, die kurdischen Kämpfer lehnten ein Niederlegen der Waffen jedoch ab.
Die Kämpfe in der zweitgrößten Stadt des Landes hatten begonnen, nachdem Bemühungen zur Eingliederung der de facto autonomen Kurden-Verwaltung und ihrer Armee in die neue syrische Übergangsregierung gescheitert waren.
Kurden kontrollierten nach Machtwechsel noch zwei Stadtviertel
Seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024 wird das im Nordwesten Syriens gelegene Aleppo weitgehend von der neuen Übergangsregierung kontrolliert. Nur die Stadtviertel Scheich Maksud und Aschrafijeh standen bislang noch unter der Kontrolle kurdischer Einheiten. Im März vergangenen Jahres hatten die kurdischen Kämpfer zugestimmt, sich aus den beiden Vierteln zurückzuziehen, und ihre Institutionen sollten in die syrische Zentralregierung und Armee integriert werden. Beides wurde jedoch nicht umgesetzt.
Seit Assads Sturz hat die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien zugenommen. Der Übergangsregierung in Damaskus mit dem früheren Dschihadisten Ahmed al-Scharaa an der Spitze wird vorgeworfen, Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen.





















