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HSV: Beben beim Klub – Vereinschef Stefan Kuntz tritt zurück | ABC-Z

Stefan Kuntz ist nicht mehr Vorstand des HSV. Der 63-Jährige hatte den Aufsichtsrat um eine Beendigung seiner Tätigkeit gebeten. Er soll den Schritt aus persönlichen familiären Gründen vollzogen haben.

Bundesliga-Aufsteiger HSV startete nach der ordentlichen Hinrunde in der Bundesliga besinnlich in die Winterpause, doch mit der Ruhe war es spätestens zum Trainingsauftakt im neuen Jahr vorbei: Stefan Kuntz – einer der Architekten des Aufstiegs – hört überraschend als Sportvorstand des norddeutschen Traditionsklubs auf.

Kuntz sagte zu seinen Beweggründen: „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren. Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste.“

Auch in einem Statement auf der Plattform Instagram nannte er keine weiteren Details. „Es war mir eine große Ehre, Teil dieses besonderen Vereins zu sein. Die Zeit beim HSV war intensiv, emotional und geprägt von echten Werten“, hieß es in dem Beitrag auf Kuntz’ Profil unter anderem.

Kuntz war einer der Architekten des HSV-Aufstiegs

Der 63 Jahre alte Ex-Profi war in der Vergangenheit Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft und Nationalcoach der Türkei. Im Mai 2024 übernahm er das Amt beim HSV, das zuvor Jonas Boldt innehatte. In der anschließenden Saison hatte er mit dem Festhalten am damals unerfahrenen Trainer Merlin Polzin nach dem sportlichen Ende von Ex-Coach Steffen Baumgart großen Anteil daran, dass der Klub nach sieben Jahren Zweitliga-Zugehörigkeit 2025 wieder in die Bundesliga aufstieg. Im vergangenen Jahr feierte der Verein in der Innenstadt eine schillernde Aufstiegsparty.

Aufsichtsratschef Michael Papenfuß dankte Kuntz im Namen des Kontrollgremiums. Zum überraschenden Abschied sagt er: „Wir haben in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt und sind mit Vorstand Eric Huwer und einer starken zweiten Führungsebene gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben.“

Hinsichtlich einer möglichen langfristigen Lösung sagte Papenfuß: „Wir haben im Aufsichtsrat dennoch längst begonnen, uns dazu auszutauschen und werden eine Entscheidung treffen, wenn wir sie mit Blick auf den HSV für die richtige halten. Wir haben keinen Zeitdruck, sind wettbewerbs- und handlungsfähig“.

„Sehr intensiv und kein sanfter Ausklang des Jahres 2025“

Als Rückschlag für den Aufsteiger wertet Papenfuß den Schritt von Kuntz nicht. „Nein, das sehe ich nicht so“, antwortete er auf eine entsprechende Frage: „Es ist eine Herausforderung, eine neue Situation, für die wir aber gewappnet sind. Prinzipiell gehört es zu unserem professionellen Selbstverständnis, auf mögliche Szenarien in gewisser Weise vorbereitet zu sein.“

Ob er beschreiben könne, was in den vergangenen Tagen passiert sei, wurde Papenfuß gefragt. „Was ich sagen kann: Die Zeit zwischen den Jahren war sehr intensiv und kein sanfter Ausklang des Jahres 2025“, antwortete er. Es hätten „viele Gespräche in unterschiedlichen Konstellationen stattgefunden. Bitte akzeptieren Sie, dass ich keine vertraulichen Details preisgebe. Am Ende steht: Wir entsprechen Stefans Wunsch einer vorzeitigen Vertragsauflösung und einer sofortigen Freistellung von seinen Aufgaben. Was die Gründe dafür betrifft, so respektieren wir Stefans Wunsch nach Privatsphäre vollumfänglich“.

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Die Meldung dürfte bei vielen Fans auch für Besorgnis sorgen. Zuletzt war es in Medien vor allem um die Verlängerung seines im kommenden Sommer auslaufenden Vertrags gegangen. Dabei hatte es nach außen kaum wahrnehmbare Zeichen gegeben, dass Kuntz beim Trainingsstart des Klubs am Freitag nicht mehr als Sportvorstand im Amt sein würde.

Der Rücktritt fällt jedenfalls in eine für den Klub sehr intensive Phase. Der Transfermarkt ist wieder offen, eventuelle Neuverpflichtungen stehen auf dem Programm. Außerdem startet alsbald schon wieder die Saison.

Die Mannschaft absolviert an diesem Freitag ihr Auftakttraining 2026 und startet in die Vorbereitung der ersten Spiele. Der HSV beginnt am 10. Januar auswärts beim Freiburg (15.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT), ehe die Saison mit zwei Heimspielen gegen Bayer Leverkusen (13. Januar) und gegen Borussia Mönchengladbach (17. Januar) im Volksparkstadion fortgesetzt wird.

pk

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