Zoll kontrolliert Tank-Touristen | FAZ | ABC-Z

Der Zoll kontrolliert an Brandenburgs Grenze zu Polen verstärkt sogenannte Tank-Touristen, nachdem die Benzinpreise in Deutschland vor dem Hintergrund des Irankriegs deutlich gestiegen sind. Es gebe seit mehreren Tagen bundesweit an Grenzübergängen Stichproben, sagte eine Zoll-Sprecherin der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“.
Dabei geht es ihren Angaben zufolge vor allem um Personen, die im benachbarten Ausland günstigeren Sprit kaufen und wieder zurück nach Deutschland kommen, ohne ihn zu verzollen. Kontrollschwerpunkte seien die in Brandenburg, Sachsen und Bayern gelegenen Grenzübergänge nach Polen und Tschechien.
Sprit in Polen und Tschechien um 30 bis 60 Cent pro Liter günstiger
In den beiden Ländern sei der Kraftstoff 30 bis 60 Cent pro Liter günstiger, so die Zoll-Sprecherin. Zahlen dazu, wie viele Tank-Touristen seit Beginn der Kontrollen bereits erwischt wurden, liegen noch nicht vor.
Der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg teilte mit, wegen des Preisunterschieds beim Sprit sei es teilweise bereits zu langen Schlangen an polnischen Tankstellen gekommen. Für die deutschen Tankstellen im Grenzraum verschärfe sich die Ertragslage durch diese Entwicklung zusätzlich.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kritisierte den Preisanstieg an den Tankstellen als Abzocke und drang auf ein Eingreifen der Bundesregierung. „Kein Mensch versteht, warum die Preise in Deutschland für den gleichen Sprit um 60 Cent höher sind als in Polen. Und das, obwohl beide Länder benachbarte EU-Staaten sind“, sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung müsse endlich tätig werden und diesen „unhaltbaren Missstand“ beheben: „Die Preistreiberei an den Tankstellen ist reine Abzocke.“
Das Bundeskartellamt prüft zurzeit die aktuelle Preisentwicklung. „Sollten sich Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten der Mineralölkonzerne zeigen, würden wir konsequent dagegen vorgehen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Donnerstag.
Der Anstieg der Spritpreise setzte sich auch am Freitag fort. Das gab auch der Debatte um einen möglichen Tankrabatt, wie er unter anderem vom ADAC ins Spiel gebracht wird, weitere Nahrung. In der morgendlichen Preisspitze hatte Diesel pro Liter 2,109 Euro gekostet, Super E10 2,014 Euro.




















