Einbruch in Gelsenkirchen: Beute wohl über 100 Millionen Euro – Panorama | ABC-Z

Der Einbruch in die Sparkasse von Gelsenkirchen Buer vergangene Woche war ohnehin schon einer der spektakulärsten der deutschen Kriminalgeschichte. Nun gewinnt er offenbar weiter an Brisanz: Denn die Beute, die die Diebe mitgenommen haben, lag möglicherweise über 100 Millionen Euro und damit deutlich über der Summe, auf die der Schaden bislang geschätzt wurde.
Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass einzelne Kunden angezeigt hätten, jeweils mehr als 500 000 Euro in ihren Schließfächern gehabt zu haben. Bild.de hatte zuvor darüber berichtet.
Laut Bild.de kommt die Herkunft der Gelder den Ermittlern teilweise komisch vor. Es könne sich um Schwarzgeld oder auch Gelder von Clans handeln. Offiziell sei von den Betroffenen vielfach von „Hochzeitsgeldern“ die Rede, erfuhr die dpa.
Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben. Später sagte ein Polizeisprecher: „Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus.“ Die Schadenssumme lasse sich aber noch nicht seriös beziffern, so die offizielle Mitteilung.
Einsatzkräfte hatten den Einbruch am Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Täter brachen fast alle 3250 Kunden-Schließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer auf. Sie drangen in einen Archivraum ein, von dem aus sie ein großes Loch in den Tresorraum bohrten. Die Beutetour zog sich möglicherweise über mehrere Tage hin.
Filiale bleibt noch geschlossen
Die Sparkassen-Filiale bleibt derweil noch einige Tage geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden sei noch nicht abgeschlossen, teilte die Bank mit. Die Kunden sollen informiert werden, sobald die Filiale wieder öffnet.
Die Sparkasse arbeitet nach eigenen Angaben weiterhin daran, die entstandenen Schäden zu erfassen und zu beheben. Das Loch im Tresorraum wurde inzwischen von Spezialisten geschlossen.
Sparkassen-Mitarbeiter registrieren unter notarieller Aufsicht Wertgegenstände und Dokumente, die die Täter nicht mitgenommen haben. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Man bedauere den Vorfall zutiefst und stehe in engem Kontakt mit der Polizei, erklärte die Sparkasse.
Polizei fahndet mit Fotos nach Tätern
Die Polizei veröffentlichte am Wochenende Fotos der maskierten Tatverdächtigen. Es handelt sich um Aufnahmen aus Überwachungskameras. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden sie am 29. Dezember in dem angrenzenden Parkhaus aufgenommen, von dem aus sich die Einbrecher Zutritt zu der Bank verschafft hatten.
Auf den Fotos sind drei Personen mit schwarzen Sturmhauben zu sehen. Eine trägt rote, eine andere Person grüne Handschuhe. Außerdem wurden Bilder eines schwarzen Audi RS 6 sowie eines weißen Kleintransporters Mercedes-Citan veröffentlicht. Die Ermittler vermuten, dass die Täter die Autos zur Flucht nutzten. Beide Fahrzeuge haben laut Polizeiangaben gefälschte Kennzeichen – der Audi eines aus Hannover, der Mercedes eines aus Beckum.
Die Polizei hofft nun auf Hinweise zu den Personen und den Autos. Nach dem Einbruch gehen die Ermittler zahlreichen Hinweisen nach. Eine vielversprechende Spur gibt es den Angaben zufolge aber nicht.





















