Zahlen die Füchse die Rekord-Ablöse für Pytlick? | ABC-Z

Ulrike Krieger, Dirk Weitzmann
Füchse statt Flensburg – und am liebsten sofort! Nachdem Simon Pytlick (25) in Dänemark offen über sein verlorenes Vertrauen in die Führung der SG Flensburg-Handewitt sprach, stellt sich die Frage: Drückt der Däne nun bewusst auf die Transfer‑Tube?
Fest steht bislang: 2027 wechselt er dank einer Ausstiegsklausel sicher nach Berlin. Fest steht auch: Die Füchse wollen ihn schon im Sommer 2026 – und Pytlick will so schnell wie möglich nach Berlin.
Der Flensburg‑Star sorgt mit seinen Frust‑Aussagen für neuen Wirbel und heizt damit die ohnehin kochende Debatte um einen möglichen früheren Wechsel in der Daikin-Handball-Bundesliga zu den Füchsen Berlin plötzlich selbst an.
Sein Vertrag läuft noch bis 2030, für 2026 gibt es keine Ausstiegsklausel. Der Deutsche Meister müsste also eine Ablöse zahlen und wäre dazu auch bereit. „Handball-World“ berichtet von über einer Million Euro, der dänische Sender „tv2“ sogar von 1,5 Millionen Euro.
Auch B.Z. hörte in Handball-Kreisen immer wieder von 1,5 Millionen Euro, die im Raum stehen. Damit wäre Pytlick mit Abstand der HBL-Rekordtransfer. Der Rekord liegt bei rund einer halben Million Euro, in dieser Größenordnung bewegen sich die Transfers von Kai Häfner (2019 von Hannover nach Melsungen), Manuel Zehnder (2024 von Erlangen nach Magdeburg), Marko Grgic (2025 von Eisenach nach Flensburg) und Dominik Kuzmanovic (im kommenden Sommer von Gummersbach nach Magdeburg).
Handball: Zahlt Bob Hanning die Rekord-Ablöse für Simon Pytlick?
Sowohl Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning (58) als auch Flensburgs Geschäftsführer Holger Glandorf (42) versuchen nun, die zuletzt aufgeflammte Aufregung deutlich herunterzufahren. Glandorf zur B.Z.: „Unsere Nationalspieler werden spätestens am Dienstag zurück in Flensburg sein. Dann werden wir das Gespräch mit Simon suchen und unsere Ansichten übereinanderlegen. Wir planen mit ihm bis 2027. Ich bin überzeugt, dass wir alle Profis genug sind, mit dieser Situation auch klarzukommen.“
Und Hanning sagt auf Nachfrage von B.Z.: „Dass wir Simon gern eher verpflichten würden als 2027, ist bekannt, aber es gilt auch zu respektieren, dass Simon Pytlick in Flensburg einen Vertrag hat, und das tun wir. Natürlich können wir den Wunsch des Spielers verstehen und das macht aus vielerlei Hinsicht auch Sinn. Trotzdem werden wir das Heft des Handelns nicht in die Hand nehmen.“
Klar ist aber auch, dass solche Aussagen Teil des Pokers sind. Glandorf weiß genau, dass er eine siebenstellige Summe für einen unzufriedenen Spieler, der spätestens 2027 eh weg ist, kaum ablehnen kann. Und Hanning ist Fuchs genug, um zu wissen, dass zu offensive Aussagen den Preis in die Höhe treiben.
Deshalb tritt der Handball-Guru auf die Ablöse-Bremse: „Das sind unrealistische Summen, die da kolportiert werden. Wir werden den Blick fürs Machbare nicht verlieren. Wir sind nicht bereit, alles zu zahlen. Dann warten wir eben noch ein Jahr auf Simon Pytlick.“
Das heißt aber natürlich nicht, dass er seinen Platz am Pokertisch verlässt: „Sollte es gewünscht sein, gehen wir gern in ein Gespräch mit Flensburg, um einen tragbaren Weg für alle Beteiligten zu finden. Wir haben eine klare Meinung dazu. Wir wollen nicht übereinander reden, sondern miteinander, und das wird auch so bleiben.“





















