„Wir können es uns nicht leisten, bei jedem Päckchen noch einen Euro draufzulegen.“ – Wirtschaft | ABC-Z

Könnte China die europäische Abhängigkeit von Medikamenten-Importen eines Tages als Druckmittel einsetzen? Der Pharma-Manager Andreas Burkhardt befürchtet genau das. Ein Gespräch über brisante Lieferengpässe und die richtigen Preise.
In Deutschland könnte es in den nächsten Monaten zu erheblichen Lieferengpässen bei wichtigen Medikamenten kommen. Die Produktion vieler Generika rechne sich in Deutschland nicht mehr, sagt Andreas Burkhardt, 49. Er ist Deutschland-Chef des israelischen Konzerns Teva und Vorstandsvorsitzender des Verbandes Pro Generika. Generika ahmen Medikamente nach, deren Patentschutz abgelaufen ist. Auf sie entfallen, an der Menge gemessen, knapp 80 Prozent der in Deutschland verschriebenen Medikamente. Teva gehört hier mit Marken wie Ratiopharm und AbZ zu den führenden Anbietern. Rund 1600 Produkte stellt Teva an den beiden Standorten im Großraum Ulm her, fast ausschließlich verschreibungspflichtige Generika und ein paar wenige Biosimilars. Das sind biotechnologisch, also aus lebenden Zellen oder Bakterien hergestellte Medikamente, deren Patentschutz abgelaufen ist. Patentgeschützte Mittel verkauft Teva auch, zum Beispiel Copaxone zur Behandlung von Multipler Sklerose und das Biopharmaka Ajovy gegen Migräne.




















