“Wie wenn ein Haus auf einen zurollt” | ABC-Z

rbb|24: Am 14. Dezember 2025 sind Sie auf den Kanaren gestartet. Von dort aus ging es rund 5.000 Kilometer über den Atlantik bis nach Antigua. Wie groß war die Gefahr, doch mal über Bord zu gehen?
Golz: Bei hohem Wellengang und einem offenen Boot ist die Gefahr immer da. Für uns war die wichtigste Regel, sich an zwei Punkten am Boot anzuclippen, sobald man an Deck geht. Ich habe auch immer mit einem Klettergurt geschlafen, mit dem ich mich am Boot befestigen konnte. Über Bord zu gehen war keine Option – bei Drei-Meter-Wellen und der Strömung hätten wir uns nur mit Muskelkraft nicht wieder einfangen können.
rbb|24: Wie fühlt sich das an, wenn man in so einem kleinen Boot sitzt und eine drei bis vier Meter hohe Welle auf einen zukommt?
Düntsch: Das ist ein bisschen, wie wenn ein Haus auf einen zurollt – eine richtige Wand. Am Anfang ist es schon beängstigend, man lernt es aber doch zu schätzen. Wellen bedeuten auch Geschwindigkeit. Und wir haben uns einen Spaß erlaubt zu sagen: Wir surfen die Wellen auf der anderen Seite wieder runter. Wir haben auch immer geschaut, was der aktuelle Wellensurfrekord an Geschwindigkeit ist. Mit so einem kleinen Boot bricht man die großen Wellen auch nicht, sondern man schwimmt mit dem Boot quasi drüber. Ich hatte also zu keinem Zeitpunkt Angst davor, dass wir wegen der Wellen ernsthaft in Gefahr kommen.
rbb|24: Einen Nachteil haben diese Wellen aber: Sie machen seekrank, wenn man nicht seefest ist. Wie war das für Sie?
Golz: Diese Atlantikwellen kann man wirklich nicht trainieren. Als wir auf der Ostsee unterwegs waren, hat uns ein Meter Welle bei Ostwind schon ordentlich zu schaffen gemacht. Der Atlantik ist aber nochmal eine ganz andere Nummer. In dem Fall war es so, dass ich zum Glück verschont blieb. Die anderen drei hat es aber ordentlich erwischt. Gerade bis zum Ende der ersten Woche war es von Schicht zu Schicht anders, wie gut es gerade lief. Die Welle war auch alle zwei Stunden anders – man konnte sich nicht darauf verlassen oder daran gewöhnen.





















