Wie der Verein sich jetzt ins Gespräch bringt | ABC-Z

„Mit dem Verschwinden der Zeitzeugen wird unsere Arbeit zunehmend relevanter“, sagt Wenzel Michalski, Geschäftsführer vom Freundeskreis Yad Vashem. 81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz sei es wichtiger denn je, an den Holocaust zu erinnern.
Michalski zitiert gegenüber der Morgenpost auch den Holocaust-Überlebenden und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel (1928–2016). Er prägte den Gedanken, dass das Zuhören bei Zeitzeugenberichten den Zuhörer selbst zum Zeugen macht. Wiesel, dessen Vater, Mutter und Schwester von Nazis ermordet worden sind, starb vor zehn Jahren.
Straße nahe Bundestag soll nach Yad Vashem benannt werden
Der Freundeskreis von Yad Vashem in Deutschland e.V., der die Arbeit von Israels Holocaust-Gedenkstätte unterstützt, wurde vor fast dreißig Jahren am 26. Juni 1997 in Frankfurt am Main gegründet. Heute hat der Verein, der rund 460 Mitglieder hat, seinen Sitz in Berlin. Vorsitzender des Freundeskreises ist Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.
Der Verein rückt gerade wieder ins Bewusstsein, nachdem er die Umbenennung eines Abschnitts der Dorotheenstraße in Yad-Vashem-Straße angeregt hatte. Der Bundestag stimmte dem Vorschlag zu, wie schon im Dezember bekannt wurde. Das Bezirksamt Mitte sagte auf Morgenpost-Anfrage, dass eine Umbenennung nur nach einem entsprechenden Senatsbeschluss möglich sei. Ein solcher liege dem Bezirksamt Mitte bislang nicht vor. Auch über einen möglichen Zeitplan auf Senatsebene weiß man dort noch nichts.
Konkret soll ein Teilabschnitt der Dorotheenstraße zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Wilhelmstraße neben dem Jakob-Kaiser-Haus des Bundestags nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem benannt werden. Der Freundeskreis Yad Vashem hat den Wunsch nach einer Würdigung der Gedenkstätte Anfang 2024 an den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) herangetragen.
Nächstes Ziel: Ein Holocaust-Bildungszentrum
Ein weiteres großes Ziel des Vereins ist die Errichtung des ersten Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) und der Yad-Vashem-Vorsitzende Dani Dayan werden für die Errichtung eines solchen Zentrums in Deutschland zusammenarbeiten. In Berlin wird dieses jedoch aller Voraussicht nach nicht entstehen.
Yad Vashem hat nach einer bundesweiten Machbarkeitsstudie mit Unterstützung der deutschen Bundesregierung drei potenzielle Standorte für die Errichtung eines Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland ausgewählt. Das erste Zentrum dieser Art außerhalb Israels soll in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Sachsen entstehen.





















