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Wetter in Bayern: Noch einmal ein Wintertraum – der macht aber viele Probleme – Bayern | ABC-Z

Der teilweise starke Schneefall am Donnerstag und Freitag hat in weiten Teilen Bayerns erhebliche Folgen: Wegen der Schneelast auf den Dächern öffnen zwei Bäder in Augsburg nicht. Betroffen sind das Spickelbad sowie das Hallenbad Haunstetten, wie die Stadt Augsburg mitteilte. Wann die geschlossenen Bäder wieder öffnen können, ist noch unklar.

Wegen der starken Schneefälle in der Nacht und am Morgen ist der Flugbetrieb am Airport München gestört. Starts und Landungen könnten sich verspäten oder ganz ausfallen, teilte der Flughafen auf seiner Webseite mit. Bereits am Donnerstag sei es zu 100 Annullierungen gekommen, am Freitag waren bis zum Vormittag 50 Flugausfälle bekannt, sagte ein Sprecher. Passagieren, die am Freitag von München abfliegen wollen, wurde geraten, sich frühzeitig mit ihrer Fluglinie in Verbindung zu setzen und sich über den Status ihres Fluges zu erkundigen.

Auch auf den Bahnstrecken macht sich das Winterwetter bemerkbar. Auf der Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck fiel ein Baum auf die Gleise. Dabei hat er auch die Oberleitung beschädigt. Die Züge aus München enden deshalb vorzeitig am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen.

In Mittelfranken stürzte ebenfalls ein Baum auf die Strecke zwischen Roßtal und Ansbach und beschädigte eine Oberleitung. Dort ist derzeit kein Zugverkehr möglich. Betroffen sind unter anderem auch die S-Bahnen der Linie 4 zwischen Nürnberg und Crailsheim. Für den betroffenen Abschnitt sei ein Ersatzverkehr eingerichtet worden, teilte die Bahn mit.

Winterliche Straßenverhältnisse führen zu zahlreichen Unfällen

Zudem kam es zu zahlreiche Unfälle auf Bayerns Straßen. Vor allem in Oberbayern und Schwaben rückten die Einsatzkräfte vermehrt aus, wie die Polizeipräsidien mitteilten. Auf der Autobahn 99 bei Aschheim kam es am späten Donnerstagabend zu einem folgenschweren Unfall: Ein Familienvater fuhr von der Autobahn auf einen Parkplatz ab, kam von der winterlichen Fahrbahn ab und prallte gegen einen geparkten Sattelzug. Das Auto schob sich bei dem Aufprall unter den Auflieger des Lastwagens. Der 51 Jahre alte Fahrer, seine 47-jährige Ehefrau und ihre zehn Jahre alte Tochter kamen schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Im südlichen Oberbayern habe es rund 75 Einsätze wegen Schneefalls und Glätte gegeben, sagte ein Sprecher. Häufig blieb es bei Unfällen mit Blechschäden. Insgesamt zwölf Menschen wurden demnach leicht verletzt. Außerdem war Schneebruch ein Problem: Mehrere Bäume stürzten dadurch auf die Straßen. Auch im Norden Oberbayerns gab es laut einem Sprecher in der Nacht mehr Unfälle als sonst. In Unterfranken hingegen beruhigte sich die Lage noch am Donnerstagabend, wie ein Sprecher erklärte. Bis dahin mussten die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Unterfranken demnach allerdings zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken. In der Nacht sei nichts mehr dazugekommen.

Im Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord zählten die Beamten bis zu 20 Unfälle. Es entstanden laut einem Sprecher aber nur kleinere Schäden. Mehrere Lastwagen blieben in Schwaben wegen des Schneefalls auf der Straße stecken. Meist konnte die Straßenmeisterei die Fahrer aus ihrer misslichen Lage befreien. Einmal kam die Feuerwehr zu Hilfe.

Auch im Süden Schwabens gab es mehr Unfälle als üblich. 28 Einsätze waren es laut dem Präsidium dort. Lediglich bei einem der Unfälle verletzte sich ein Mensch leicht. In Niederbayern kamen 30 Unfälle mit Blechschaden hinzu. Zusätzlich fielen 25 weitere Einsätze an. Dabei ging es vor allem um Unterstützung beispielsweise bei liegengebliebenen Fahrzeugen.

Am Wochenende kommt dann die große Schneeschmelze

Am Wochenende steigen die Temperaturen in Bayern allmählich an. Bis zu 15 Grad sollen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) etwa am Sonntag möglich sein. Die gestiegenen Temperaturen bedeuten aber auch, dass der Schnee fast im ganzen Freistaat in Regen übergeht.

Heute zieht sich der Schnee an die Alpen zurück. Gerade im Osten und Norden Bayerns kann es ein recht freundlicher Tag werden. Dort zeigt sich zeitweise die Sonne. Von Westen her ziehen dann aber wieder Wolken nach Bayern und die ersten Regentropfen kommen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen einem und fünf Grad.

In der Nacht auf Samstag gibt es vermehrt Regen. An den östlichen Mittelgebirgen kann bis in tiefere Lagen Schnee fallen. Dort ist laut DWD Glätte und Glatteis nicht ausgeschlossen.

Am Samstag müssen sich die Menschen in Bayern auf einen bedeckten und regnerischen Tag einstellen. In den Hochlagen der Alpen und des Bayerwalds kommt der Niederschlag als Schnee herunter. Der zuvor liegengebliebene Schnee taut bis in mittlere Höhenlagen der Alpen. Grund dafür sind die gestiegenen Temperaturen. Die Höchstwerte liegen am Samstag laut DWD-Prognose zwischen vier und zehn Grad.

Der Regen hält auch in der Nacht zum Sonntag im Großteil Bayerns weiter an. Anders als in der Nacht zuvor sollen die Temperaturen allerdings nicht mehr unter den Gefrierpunkt sinken.
Auch am Tag setzt sich der Trend der steigenden Temperaturen fort – wenngleich es weiterhin regnet. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen sieben Grad im Bayerwald und milden 15 Grad in Unterfranken. Am Nachmittag und Abend rechnet der DWD mit Auflockerungen im südlichen Franken bis nach Schwaben. Dort kann es dann trocken bleiben. Zum Start in die nächste Woche dominiert am Montag ebenfalls der Regen. Die Temperaturen bleiben aber mild.

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