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Weltcupfinale: Bester im Riesenslalom – Braathen holt erste Alpin-Kugel für Brasilien | ABC-Z

Stand: 24.03.2026 • 13:40 Uhr

Lucas Pinheiro Braathen profitiert beim Weltcup-Finale von Marco Odermatts Ausfall und holt sich die Riesenslalom-Kugel. Fabian Gratz verschenkt eine Podestplatzierung.

Lucas Pinheiro Braathen hat den letzten Riesenslalom der Saison gewonnen. Der Olympiasieger in dieser Disziplin profitierte am Dienstag (24. März 2026) vom Ausfall des Alpin-Dominators Marco Odermatt und holte sich damit auch die Riesenslalom-Kugel. Zweiter wurde Loic Meillard (+0,58 Sekunden), Dritter Atle Lie McGrath (+0,87s).

Der deutsche Riesenslalom-Spezialist Fabian Gratz lag zur Halbzeit noch auf dem grandiosen vierten Platz, fiel im zweiten Lauf aber auf Rang zehn zurück. Bester Deutscher wurde Anton Grammel als Siebter. Jonas Stockinger rundete einen deutschen Top-Tag als Elfter ab.

Odermatt segelt aus dem Lauf

Das Rennen begann mit einem Paukenschlag: Marco Odermatt ging mit dem roten Trikot als Erster in den Lauf – und kam nicht weit: Weil der Schweizer einen Übergang zu direkt anfuhr, hob es ihn aus, er segelte gestreckt über die Kuppe und rettete sich nur mühevoll zurück in den Lauf. Zwei Tore später war der 28-Jährige aber endgültig zu spät dran, Odermatt fiel aus, die Chance, die Saison mit einem Sieg abzuschließen, war weg, für den Kugelkampf war der Ausfall fatal.

Für seinen Verfolger im Rennen um den Riesenslalom-Gesamtsieg, Lucas Pinheiro Braathen, bedeutete das nun: Er musste Vierter werden und den Schweizer Loic Meillard, der ebenfalls noch Chancen hatte, bestenfalls hinter sich lassen. Schon im ersten Durchgang legte der Technik-Spezialist den Grundstein für den Riesenslalom-Gesamtsieg: Die Kuppe, die Odermatt zum Verhängnis wurde, fuhr der Halb-Norweger-Halb-Brasilianer taktisch klug an, wählte die etwas rundere Linie, nahm etwas Tempo heraus. Die Fahrt mit Köpfchen machte sich bezahlt: Der 25-Jährige führte schon zur Halbzeit und legte auch im Eintscheidungsrun einen Fabellauf hin – die Kugel war ihm nicht mehr zu nehmen.

Braathen schreibt wieder brasilianischer Ski-Geschichte

Braathen holte damit die erste Alpin-Kugel für Brasilien und seine insgesamt zweite. In der Saison 2022/23 gewann er schon einmal die Slalom-Gesamtwertung – damals jedoch noch für sein Vaterland Norwegen.

Der Halb-Brasilianer-Halb-Norweger fährt seit 2023 für Brasilien. Diese Saison schrieb er gleich mehrmals brasilianische Ski-Geschichte: Beim Slalom in Levi feierte er den ersten Weltcupsieg für das lateinamerikanische Land, im Februar raste er im Riesenslalom zur ersten Olympia-Goldmedaille bei Winterspielen für Brasilien.

Braathen – nicht nur auf der Piste außergewöhnlich

Braathen avancierte in den vergangenen Jahren zum Showman im Skizirkus – auf und abseits der Piste. Mit seinem Privatteam feierte er große Erfolge im Skirennsport. Seine Kreativität drückt er nicht nur in schnellen Schwüngen, sondern auch über Tanz, Mode und Musik aus: Er designt Kleidung, legt als DJ auf und tanzt Samba im Zielraum von Weltcuprennen.

In Brasilien ist er mittlerweile über die kleine Wintersport-Bubble hinaus bekannt. Mit seinem Gold-Coup bei Olympia schaffte es Braathen in sämtlichen Zeitungen und News-Seiten des Landes auf die Titelseiten, seine Beziehung zu einer brasilianischen Schauspielerin interessiert auch die Klatsch-Presse.

DSV beendet Riesenslalom-Saison stark

Auch die DSV-Fahrer Jonas Stockinger und Anton Grammel zeigten bei ihrem letzten Weltcup-Auftritt in dieser Saison auf – mit Platz sieben und elf beenden sie einen aus deutscher Sicht grandiosen Winter. Die “jungen Wilden” – Grammel, Gratz und Stockinger – zeigten schnelle Schwünge und gute Ergebnisse: Grammel schaffte es zwei Mal in die Top Ten, Gratz zeigte in Alta Badia mit einem fünften Platz und Laufbestzeit im zweiten Durchgang auf. Auch Stockinger tastete sich im Laufe der Saison immer weiter an die Weltspitze heran und fuhr in seinem ersten Weltcupfinale prompt in die Punkte.

Deutschlands Anton Grammel in Aktion

Pinturault fährt letztes Rennen seiner Karriere

Die deutschen Riesenslalomfahrer kommen langsam so richtig in Fahrt, eine andere Karriere hingegen nahm am Dienstag sein Ende: Alexis Pinturault fuhr beim Riesenslalom in Hafjell das allerletzte Rennen seiner langen und erfolgreichen Karriere. Insgesamt 355 Weltcup-Rennen absolvierte der Franzose (nur 9 Fahrer haben mehr), dabei gelangen ihm 34 Siege. Pinturault war ein Vorzeige-Allrounder – seine 77 Podestplätze verteilen sich auf Riesenslalom, Kombination, Slalom, Super-G und Parallelrennen. Er holte acht WM-Medaillen, davon drei goldene sowie drei Olympiamedaillen und die große Kugel für den Gesamtsieg in der Saison 2020/21.

Frankreichs Alexis Pinturault wird im Zielbereich mit Sekt bespritzt

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