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Weiteres Urteil gegen iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi | ABC-Z

Stand: 08.02.2026 19:59 Uhr

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi ist erneut zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach Angaben ihres Anwalts ging es um Vorwürfe der Verschwörung. Mohammadi ist gesundheitlich schwer angeschlagen.

Die iranische Aktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist zu einer weiteren Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Das Gericht habe sie wegen “Versammlung und Absprache zur Begehung von Straftaten” zu sechs Jahren Haft verurteilt, teilte der Anwalt Mostafa Nili mit. Es habe außerdem ein zweijähriges Ausreiseverbot gegen Mohammadi verhängt und sie für zwei Jahre in die Stadt Chosf in der ostiranischen Provinz Süd-Chorasan verbannt.

Mohammadi wurde nach Angaben ihres Anwalts außerdem zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe wegen Propaganda-Tätigkeiten verurteilt. Nach iranischem Recht werden mehrere Einzelstrafen allerdings nicht zu einer Gesamtstrafe addiert, sondern es wird nur die längste Strafe vollstreckt. Das Urteil ist zudem noch nicht rechtskräftig und kann noch angefochten werden.

Hoffnung auf Freilassung aus gesundheitlichen Gründen

Der Anwalt äußerte die Hoffnung, dass Mohammadi aufgrund gesundheitlicher Probleme vorübergehend “gegen Kaution freigelassen werden könnte, um sich behandeln zu lassen”. Vor drei Tagen sei sie aufgrund ihres schlechten körperlichen Zustands aus dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in eine Klinik gebracht worden, aber anschließend erneut in den Gewahrsam zurückgeführt worden.

Mohammadi war am 12. Dezember bei einer Trauerfeier für einen tot aufgefundenen Anwalt erneut festgenommen worden. Staatsanwalt Hasan Hematifar erklärte damals gegenüber Reportern, sie habe bei der Gedenkfeier in der nordöstlichen Stadt Maschhad provokative Äußerungen gemacht und die Anwesenden dazu aufgefordert, “normenbrechende Parolen zu skandieren” und “den Frieden zu stören”.

Seit zehn Jahren immer wieder im Gefängnis

Die 53-jährige Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht und ihre beiden Kinder, die in Paris leben, seit 2015 nicht mehr gesehen.

2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.

Im Dezember 2024 wurde Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen, nach Angaben ihrer Anwälte war ihr zuvor ein Tumor entfernt worden.

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