Weidel und Chrupalla sauer: AfD-Spitzenkandidat weilt beim Wahlkampf-Finale in USA | ABC-Z

Weidel und Chrupalla sauerAfD-Spitzenkandidat weilt beim Wahlkampf-Finale in USA
Artikel anhören(04:36 min)

In der heißen Wahlkampfphase in Baden-Württemberg reist AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier in die USA. Erst zwei Tage vor der Wahl kehrt er zurück. Seine Abwesenheit sorgt bei den Bundesparteichefs Weidel und Chrupalla für reichlich Missstimmung.
Es sind die letzten wichtigen Stunden vor der so wichtigen Landtagswahl im Südwesten, aber der Spitzenkandidat ist nicht vor Ort. Die AfD-Bundeschefs Tino Chrupalla und Alice Weidel schließen den Wahlkampf im baden-württembergischen Rottweil ohne Markus Frohnmaier ab. Statt vor Ort eine Rede zu halten, schickt der Landesvorsitzende eine Videobotschaft. Bis zum heutigen Freitag hielt Frohnmaier sich in den USA auf.
Bei der Wahlkampf-Endspurtveranstaltung am Donnerstag in der Stadthalle Rottweil war der Spitzenkandidat nicht zugegen. Stattdessen überließ Frohnmaier es dem Sachsen Chrupalla, die AfD in Baden-Württemberg auf ein starkes Ergebnis von 20 Prozent plus X einzuschwören. Auffällig: Weder Chrupalla noch Weidel erwähnten den Spitzenkandidaten Frohnmaier in ihren Reden am Donnerstag mit einem Wort.
Auch die traditionelle Nachlese zur Landtagswahl am Montag fällt aus, wie die AfD auf Anfrage von RTL/ntv und dem “Stern” bestätigt. Eigentlich wollten Weidel und Chrupalla nach Stuttgart kommen, um dort gemeinsam mit Frohnmaier und Co-Landeschef Emil Sänze das Wahlergebnis zu feiern. Das müssen Frohnmaier und Sänze nun alleine machen: Von der Bundesspitze wird es keinen Applaus, keine Blumensträuße und keine Danksagungen geben.
Eine fruchtlose Reise
Dass diese politische Gepflogenheit ausfällt, kann man durchaus als Affront gegen Frohnmaier deuten. Die Bundesspitze ist offenbar überhaupt nicht erfreut über Frohnmaiers Abwesenheit im Endspurt des Wahlkampfs. Der tourt derweil in seiner Funktion als außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagfraktion durch Washington D.C. Auf dem Plan steht unter anderem ein Treffen der Organisation “Turning Point USA”, die vom ultrarechten, Aktivisten Charlie Kirk gegründet wurde. Kirk ist 2025 bei einem Anschlag getötet worden.
In den USA wollte der AfD-Ministerpräsidentenkandidat auch für den Automobilstandort Baden-Württemberg werben. Allerdings war diese Reise weniger erfolgreich als geplant. Nach Informationen der “Welt” war Frohnmaiers Terminkalender zwischen Montag und Donnerstag weitgehend leer – bis auf wenige Ausnahmen.
Die Kritik der AfD am US-Vorgehen im Iran könnte viele Termine mit der Trump-Regierung und deren vorgelagerten Organisationen verhagelt haben. In den USA registriert man sehr wohl, wie kritisch sich Tino Chrupalla über das Vorgehen des US-Präsidenten im Nahen Osten geäußert hatte – nachdem sich die “Make America Great Again”-Bewegung ihrerseits wiederholt für die AfD starkgemacht hatte.
AfD hat sich mehr erhofft
Ebenfalls in die Zeit seiner Abwesenheit vom Wahlkampf fielen die gegen Frohnmaier erhobenen Vetternwirtschaftsvorwürfe: Sein Vater ist bei der Pforzheimer AfD-Bundestagsabgeordneten Diana Zimmer beschäftigt. Frohnmaiers Ehefrau hatte Arbeitsverträge bei gleich mehreren AfD-Abgeordneten. Doch Frohnmaier war nicht zugegen, um persönlich Stellung zu beziehen und womöglich mit einer Gegenstrategie zu antworten.
Dabei ist der Wahlkampf alles andere als ein Selbstläufer. Lange Zeit lag die AfD in Umfragen auf Platz zwei in Baden-Württemberg, ist aber inzwischen auf Platz drei abgerutscht – weit abgeschlagen hinter CDU und Grünen. Der aktuelle Umfragewert von 18 Prozent ist ebenfalls unter den Erwartungen, auch wenn damit eine Verdopplung des Stimmenanteils im Vergleich zu 2021 in Aussicht ist. Die Ansprüche der im bundesweiten RTL/ntv-Trendbarometer bei 24 Prozent liegenden AfD sind inzwischen andere.





















