Geopolitik

Wehrbericht: Wehrbeauftragter fordert schnelle Personalwende bei der Bundeswehr | ABC-Z

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, hat angesichts
der verschärften Bedrohungslage​ eine schnelle Personalwende bei der Armee gefordert.
Seinem Jahresbericht 2025 zufolge sei ein Erfolg
des neuen Wehrdienstmodells zwingend, um bis Mitte der 2030er-Jahre das Ziel
von 260.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten zu erreichen.

Sollte die ⁠Freiwilligkeit nicht genügen, sei laut Otte die
Rückkehr zur Wehrpflicht der ​nächste Schritt. Mit rund 25.000 Einstellungen habe
die Truppe im vergangenen Jahr zwar das stärkste Jahr seit der
Wehrpflichtaussetzung ‌2011 verzeichnet. Doch ⁠die Probleme bei der Personalgewinnung ​blieben
gravierend. Die Abbruchquote liege weiter bei rund 20 Prozent. Die Gesellschaft
erwarte aber, dass die Armee ihre Aufgabe erfüllt: “Damit dies auch
künftig auf hohem ​Niveau gelingt, braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen
und vor allem mehr Personal.”

Bruttosold von mindestens 2.600 Euro

Otte forderte, die Voraussetzungen für den ab 2026
greifenden neuen Wehrdienst schnell zu schaffen. Dieser ⁠sieht unter anderem
einen Bruttosold ​von mindestens 2.600 Euro sowie weitere Vergünstigungen vor.
Zu den Grundbedingungen zählten aber auch die Einrichtung ‌von
Musterungszentren sowie der Aufbau von ‌Ausbildungs- und
Unterbringungskapazitäten, damit mehr Menschen zur Armee gingen. Zahlreiche
​ Kasernen seien marode und müssten dringend saniert werden. Auch die
Digitalisierung, etwa bei der Gesundheitsakte, müsse dringend vorangetrieben
werden, um Frustration bei den Soldaten zu vermeiden.

Von der erfolgreichen Bewerbung
bis zur Einstellung dauere es derzeit im Schnitt 112 Tage und damit zwei Wochen länger
als im Vorjahr. Dies sei im Wettbewerb um Fachkräfte zu lang. Aus ‌der Truppe
werde zudem gemeldet, dass bei der körperlichen Fitness der Rekruten ​oft das
Motto “Quantität vor Qualität” gelte. Auch bei der Ausrüstung gebe es
nach ⁠wie vor großen ​Nachholbedarf. Da die Verteidigungsausgaben von der
Schuldenbremse ausgenommen sind, ‌könne Geldmangel dabei keine Rolle mehr spielen.

Straftaten gegen die Bundeswehr gestiegen

Der Bericht dokumentiert zudem eine wachsende äußere
Bedrohung für die Bundeswehr im Inland. So ‌sei die Zahl der Straftaten gegen
die Bundeswehr auf 112 gestiegen. Darunter seien sechs Brandanschläge und zehn
​ Sabotageakte gewesen. Die gestiegene Anzahl dieser Angriffe verdeutliche, dass
sich die reale Bedrohungslage verschärft habe, heißt es in dem Bericht.

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