Wirtschaft

Warum Trump Heimatschutzministerin Kristi Noem gefeuert hat | ABC-Z

Donald Trump verzichtete auf Kritik, als er die Absetzung von Heimatschutzministerin Kristi Noem bekanntgab. Sie habe gute Arbeit geleistet, vor allem an der Grenze, schrieb er auf seiner Plattform. Künftig werde Noem Sondergesandte für die neue amerikanische Sicherheitsinitiative in der westlichen Hemisphäre. Es war ein Wegloben, kein skandalträchtiger Rausschmiss, wie es ihn in Trumps erster Amtszeit mehrfach gegeben hatte. Doch die Botschaft war unmissverständlich.

Noems Nachfolger, der das Amt des Heimatschutzministers Ende März übernehmen soll, lobte der Präsident im Vergleich in höchsten Tönen. Markwayne Mullin sei ein „MAGA-Krieger“. Er habe die Weisheit und den Mut, die „Amerika zuerst“-Agenda weiter voranzutreiben. Er werde einen „spektakulären“ Job machen. Vielleicht am wichtigsten dürfte es für den Präsidenten aber sein, dass es nicht allzu schwer werden dürfte, Mullin als Senator durch die eigene Kammer zu bringen, die seine Nominierung bestätigen muss.

Der 48 Jahre alte frühere MMA-Kämpfer – Trump erwähnte das in seinem Beitrag lobend – ist überzeugter Anhänger der „Make America Great Again“-Bewegung, jedoch nicht skandalbehaftet wie Noem, an deren Nominierung es von Anfang an Zweifel gab. Läuft es nach Plan, könnte er mit einer schnellen, einfachen Bestätigung im Senat im Heimatschutzministerium das Ruder übernehmen.

Kristi Noem wurde für Trump zur Belastung

Mullin, Farmer, Unternehmer und Mitglied des Stamms der Cherokee, hat eine enge Beziehung zu Trump. Der führende Republikaner im Senat, John Thune, hatte ihn sogar einmal als „Trump-Flüsterer“ der Kammer bezeichnet. Mullin unterstützte ihn in seiner Falschbehauptung, die Präsidentenwahl 2020 sei gestohlen worden, und war im vergangenen Wahlkampf eine Schlüsselfigur im Versuch, indigene Amerikaner in umkämpften Bundesstaaten von Trump zu überzeugen.

Donald Trump und Kristi Noem im Oktober 2024.dpa

Kristi Noem wiederum war für Trump in den vergangenen Monaten immer mehr zu einer Belastung geworden. Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Amerikaner in Minneapolis bemühte sich die Ministerin auffällig, mit anderen Themen im Gespräch zu sein. Noem sprach an der Südgrenze über den Bau der Mauer, besuchte Lagerhallen mit beschlagnahmten Drogen und sekundierte Trump bei seinen Behauptungen, es gebe Wahlbetrug in den Vereinigten Staaten. All das vermochte nicht, von ihrer glücklosen Leitung des Heimatschutzministeriums abzulenken – sehr zum Frust des Weißen Hauses, das bemüht war, nach den Vorfällen in Minneapolis beim Thema Migration einen Gang zurückzuschalten.

Trumps finaler Entschluss, Noem als Ministerin abzusetzen, kam offenbar nach einer hitzigen Anhörung im Senat am Dienstag. Republikaner wie Demokraten nahmen die frühere Abgeordnete aus South Dakota in die Zange und warfen ihr eine mangelhafte Führung vor. Außerdem fühlte sich der Präsident persönlich auf die Füße getreten. Trump hatte das Gefühl, Noem persönlich wolle sich auf Kosten der Regierung profilieren. Nachdem sie eine mehr als 200 Millionen Dollar teure Werbekampagne zur Selbstabschiebung von Migranten mit ihrem eigenen Gesicht geschmückt hatte, sagte sie in der Anhörung, der Präsident habe die Kampagne genehmigt. Das war jedoch offenbar nicht der Fall.

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