Warum Arztpraxen ohne Igel-Untersuchungen nicht überleben können | ABC-Z

rbb|24: Wie kann man sich das vorstellen? Bekommt man durch mehr Vorsorge auch mehr Sicherheit? Oder verdienen die Praxen eher an der Verunsicherung ihrer Patientinnen – vielleicht auch über das medizinisch sinnvolle hinaus?
Mangler: Das kann man so oder so sehen. Erst einmal kann man sich ja fragen, warum die Krankenkassen nicht alle Untersuchungen bezahlen. Die Antwort ist, dass sie ökonomisch wirtschaften müssen mit dem begrenzten Geld, dass sie bekommen – also unsere monatlichen Einzahlungen. Daher übernehmen sie nur Leistungen, die Studien nach bei allen Menschen sinnvoll sind.
Es kann jedoch für einzelne Menschen sinnvoll sein, eine Untersuchung zu machen – auch wenn das nicht für alle ist. Es fehlt in unserem Gesundheitswesen an einem Mechanismus für individualisierte Prävention. Was die Krankenkassen an Präventionsuntersuchungen bezahlt, sind pauschale Leistungen. Das Problem ist also, dass Medizin hier nicht individualisiert betrachtet wird. Es kann für eine Patientin sehr sinnvoll sein, einen gynäkologischen Ultraschall zu machen, weil es in ihrer Familie vielleicht entsprechende Vorerkrankungen gibt. Jede Patientin sollte intensiv mit ihrer Ärztin besprechen, was für sie sinnvoll ist und was nicht.
Aber man kann nicht pauschal sagen, dass mehr besser ist. Daran krankt unser Gesundheitssystem eher. Dass über allen alle möglichen Untersuchungen ausgeschüttet werden, das aber nicht für mehr Gesundheit sorgt. Es muss immer darum gehen, ob eine Untersuchung die Patientin gesünder macht. Das lässt sich nicht pauschal sagen.





















