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VW rutscht immer tiefer in die Krise – Wirtschaft | ABC-Z

Einzelne Zahlen waren bereits bekannt, jetzt aber hat der Volkswagen-Konzern erstmals beziffert, wie viele Jobs er insgesamt streichen will. Bei der Kernmarke VW sowie diversen Töchtern sollen demnach „bis 2030 rund 50 000 Stellen in Deutschland wegfallen“, schrieb Konzernchef Oliver Blume am Dienstag in einem Brief an die Aktionäre. Ein Großteil der Jobs, rund 35 000, werden demnach bei VW abgebaut, bei Audi, Porsche und der Software-Einheit Cariad gehen jeweils mehrere Tausend Arbeitsplätze verloren, vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Die Bilanz für das abgelaufene Jahr, die VW ebenfalls am Dienstag vorgelegt hat, zeigen den Grund für das Sparprogramm: Die Krise in Wolfsburg ist tief, der Gewinn brach um knapp die Hälfte ein auf zuletzt noch 6,9 Milliarden Euro. Es ist der schlechteste Wert seit der Diesel-Krise – und das, obwohl der Umsatz zeitgleich um lediglich 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro sank. Die Zahl der verkauften Neuwagen ging sogar nur um ein halbes Prozent zurück auf nun knapp neun Millionen Autos.

Das Kernproblem von Europas größtem Autohersteller, so betont es Blume, sei also nicht fehlende Nachfrage. Vielmehr machten sich äußere Faktoren bemerkbar: „Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität“, sagte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz laut Mitteilung. Vor Sondereffekten und US-Zöllen hätte das operative Ergebnis bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was einer Marge von 5,5 Prozent entsprochen hätte. Aber allein die US-Zölle hätten Volkswagen rund drei Milliarden Euro gekostet. So landete der Konzern nur bei einer Marge von 2,8 Prozent.

Für Blume ist es die letzte Bilanz als Chef von Volkswagen und Porsche

Daneben plagen Volkswagen aber auch hausgemachte Probleme. So hat sich die Sportwagen-Tochter Porsche vom Gewinnbringer zum Sorgenkind entwickelt. Ausgerechnet die letzte Bilanz, die Blume noch in seiner Doppelrolle als VW-Konzern- und Porsche-Chef verantwortet, fiel verheerend aus. Gerade einmal 90 Millionen Euro Gewinn blieben am Jahresende in Stuttgart übrig. Zum Vergleich: 2024 hatte Porsche noch 5,3 Milliarden Euro verdient. Grund für die schlechten Zahlen sind vor allem Milliardeninvestitionen in neue Verbrenner-Modelle. Laut VW belastet allein dieser Strategie-Schwenk die Konzernbilanz mit fast fünf Milliarden Euro. „Wenn man die Einmaleffekte herausnimmt, ist es immer noch das stärkste Unternehmen in der Branche“, sagte Blume.

Der Gewinneinbruch bei VW und Porsche lässt auch Blumes Einkommen schrumpfen. Einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung für mehrere Jahre erhielt er für vergangenes Jahr 7,4 Millionen Euro, wie auf dem Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es noch rund drei Millionen Euro mehr. Die Differenz ergab sich demnach vor allem aus geringeren Boni bei VW und dem kompletten Ausfall der variablen Vergütung bei Porsche.

Was die Geschäfte für das aktuelle Jahr angeht, sehen die Prognosen des VW-Vorstands zumindest leicht optimistisch aus. Die Gewinnmarge soll sich auf vier bis 5,5 Prozent erholen. Beim Umsatz peilt der Konzern null bis drei Prozent Zuwachs an.

Mehr als 16 000 Mitarbeiter haben VW allein im vergangenen Jahr verlassen

Der Volkswagen-Konzern steht damit in einer Reihe mit etlichen Rivalen. Mercedes etwa hatte bereits im Februar seine Jahresbilanz vorgelegt, auch dort war der Gewinn deutlich eingebrochen. Und auch die Schwaben stecken in einem harten Sparprogramm, in dessen Zuge Tausende Beschäftige das Unternehmen über Abfindungen und Altersteilzeit verlassen sollen. Die Mitarbeiterzahlen zeigen auch bei VW schon jetzt deutlich nach unten. Im Vergleich zu 2024 waren Ende 2025 rund 16 600 Menschen weniger bei dem Konzern angestellt.

Weitere Details zu den Finanzzahlen wird Porsche erst am Mittwoch bekanntgeben. Dann wird auch zum ersten Mal Michael Leiters für den Autohersteller sprechen, der den Chefposten zum Jahreswechsel von Blume übernommen hat. Die Bilanzzahlen von Audi folgen dann kommende Woche. Was sich aus dem Geschäftsbericht des Konzerns aber bereits herauslesen lässt: Anders als früher stützten nicht mehr vor allem Porsche und die Audi-Gruppe mit Bentley und Lamborghini den Konzern, sondern die Volumen-Marken VW, Škoda und Seat/Cupra.

Im Zuge der Jahresbilanz gab es auch Neuigkeiten zur Zukunft des VW-Werks in Osnabrück. Bis Ende 2026 soll nun eine Entscheidung fallen, wie es dort weitergeht. „Wir sind in Osnabrück weiterhin dabei, an einer Lösung zu arbeiten, im Moment noch lösungsoffen, haben dort auch Gespräche beispielsweise mit Rüstungsunternehmen“, sagte Blume. Als möglicher Interessent für den Standort gilt bereits seit geraumer Zeit der Rüstungskonzern Rheinmetall.

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