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Vorsicht, Wildtier?: Wolf in Sicht: Wie man sich jetzt richtig verhält | ABC-Z

Vorsicht, Wildtier? Wolf in Sicht: Wie man sich jetzt richtig verhält

31.03.2026, 10:18 Uhr

Wer einem Wolf begegnet, sollte nicht weglaufen, aber genügend Abstand halten. Wichtig ist, dass man dem Tier Raum für den Rückzug gibt. (Foto: picture alliance/dpa)

Alte Märchen, neue Realität: In mehreren Bundesländern leben inzwischen wieder Wolfsrudel und sie kommen den Menschen zum Teil sehr nahe. Einer Frau in Hamburg wurde das nun zum Verhängnis. Wie begegnet man einem Wolf richtig?

Mitten in Hamburg wurde eine Frau von einem Wolf ins Gesicht gebissen und verletzt. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden. Der Wolf flüchtete zunächst, konnte aber kurze Zeit später von der Polizei eingefangen werden. Dennoch ist der Schock groß. Ist die Angst vor dem Raubtier, das inzwischen sogar in Städte vordringt, berechtigt? Und wie verhält man sich am besten, wenn man einem Wolf begegnet?

Das Bild vom bösen Wolf hat sich dank vieler Märchen gehalten, auch wenn das Tier über 100 Jahre lang aus Deutschland verschwunden war. Dabei ist die Furcht vor dem Raubtier in der Regel unbegründet. “Denn in Wirklichkeit sind Wölfe scheu und meiden den Menschen”, sagt Wildtier-Fachreferent Peter Höffken von der Tierschutzorganisation Peta. Auch das Tier in Hamburg soll sich vor dem Angriff eher scheu gezeigt haben. Warum es zum Angriff kam, ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Aber: “Wolfsangriffe auf Menschen lassen sich vor allem auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation und Futterkonditionierung”, heißt es vom Landesamt für Umwelt in Bayern.

Die meisten Wolfsrudel gibt es in Deutschland in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, so das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Aber auch in anderen Bundesländern kommen Wölfe vor. So wurden welche 2013 das erste Mal in Hamburg gesehen und seitdem immer wieder.

In ganz Deutschland sind Wolfsbegegnungen in Siedlungsnähe und Wäldern also nicht undenkbar. Trifft man etwa bei einem Spaziergang auf einen Wolf, handelt es sich meist um unerfahrene Jungtiere – in der Regel Einzelgänger, die interessiert und neugierig sind. Es kann laut Nabu aber auch vorkommen, dass Wölfe bei ihrer Wanderung den kürzesten Weg durch eine Siedlung wählen. Wichtig ist daher, mögliche Nahrungsquellen wie Müll für die Tiere unzugänglich zu machen.

Bei Wolfsbegegnung nicht weglaufen

Doch wie verhält man sich, wenn man einem Wolf begegnet? Peta hat ein paar Tipps:

  • Zunächst einmal kann man eine Begegnung beim Waldspaziergang vermeiden, indem man auf den angelegten Wegen bleibt. Von diesen halten sich Wildtiere generell lieber fern.

  • Wer einen Wolf entdeckt, sollte nicht weglaufen, genügend Abstand halten und ihn ruhig beobachten. Wichtig ist, dass man dem Tier Raum für den Rückzug gibt.

  • Wer sich unwohl fühlt, kann versuchen, den Wolf zu vertreiben. Und zwar indem man sich langsam aufbäumt, laut ruft und in die Hände klatscht. Auch das Aufspannen eines Regenschirms kann helfen, das Tier in die Flucht zu schlagen.

  • Wichtig: Wenn man wirklich einen Wolf sieht, sollte man das unbedingt dokumentieren – also das Tier, wenn möglich, unauffällig fotografieren und die Sichtung einer örtlichen Naturschutzbehörde melden.

Dieser Artikel erschien zuerst am 22. Februar 2025 auf ntv.de.

Quelle: ntv.de, awi/hny/dpa

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