Vor dem EZB-Zinsentscheid: Bei Tages- und Festgeld ist für Sparer wieder mehr zu holen | ABC-Z

Vor dem EZB-Zinsentscheid Bei Tages- und Festgeld ist für Sparer wieder mehr zu holen
05.02.2026, 11:28 Uhr
Artikel anhören(04:36 min)
Heute steht erneut ein EZB-Zinsentscheid an. Ökonomen rechnen weiterhin nicht mit Veränderungen. Beim Tagesgeld geht es mit den Zinsen aktuell hingegen sogar etwas bergauf. Aber auch die Festgeldzinsen steigen über alle Laufzeiten. Dennoch bleibt der Realzins oftmals negativ.
Parken Banken und Sparkassen Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), erhalten sie derzeit dafür noch 2,00 Prozent Zinsen. Heute steht erneut ein Zinsentscheid der Notenbanker an. Erwartet wird, dass die EZB den Zins unverändert lässt.
In den ersten Wochen des Jahres sind hingegen die Tagesgeld- wie auch die Festgeldzinsen über alle Laufzeiten gestiegen. Vor allem beim langfristigen Festgeld mit 10 Jahren Laufzeit ging es nach oben. Im Schnitt liegen die Zinsen hier aktuell bei 2,49 Prozent – 0,04 Prozentpunkte höher als zu Jahresbeginn und ein Viertelprozent über Vorjahr. Zweijährige Termingelder bringen durchschnittlich 2,06 Prozent und Tagesgelder 1,29 Prozent Zinsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox.
“Zwar hält die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen seit letztem Sommer konstant”, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. “Doch auf die Entwicklung der Festgelder mit längeren Laufzeiten haben neben der Geldpolitik der Notenbank vor allem die langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidenden Einfluss; und die sind zuletzt deutlich gestiegen.”
Neben der nominalen Verzinsung ihrer Anlagen ist für Sparer auch der sogenannte Realzins besonders relevant, also die tatsächliche Wertentwicklung unter Berücksichtigung der laufenden Teuerung. Bei einer Inflationsrate von 2,1 Prozent ist der durchschnittliche Realzins aktuell nur beim langfristigen Festgeld mit zehn Jahren Laufzeit positiv (plus 0,39 Prozent). Beim Tagesgeld (minus 0,81 Prozent) und bei den mittelfristigen Festgeldern mit 2 Jahren Laufzeit (minus 0,04 Prozent) ist die durchschnittliche Realrendite negativ. Für Anleger heißt das: Die Ersparnisse verlieren an Wert.
Es gibt aber auch Angebote mit Zinsen über Inflation. “Wer sein Geld bei Banken mit guten Konditionen anlegt, kann sich unabhängig von der gewünschten Laufzeit positive Realzinsen sichern”, sagt Oliver Maier. Für zweijähriges Festgeld zahlen deutsche Geldhäuser aktuell bis zu 2,6 Prozent Zinsen (Grenke Bank). Bei zehnjährigem Festgeld gibt es hierzulande bei der IKB 2,75 Prozent.
Über drei Prozent zu holen
Auch bei den Tagesgeldzinsen ging es in den letzten Wochen leicht nach oben. Bundesweit verfügbare Angebote bringen im Schnitt aktuell 1,29 Prozent und liegen damit um 0,01 Prozentpunkte über ihrem Stand zum Jahreswechsel. Wer Angebote vergleicht, kann sich aber noch wesentlich attraktivere Konditionen sichern. Aktuell gibt es bei der deutschen Norisbank 3,33 Prozent Zinsen. Der Zinssatz wird bis zum 30. Juni 2026 garantiert und richtet sich nur an Neukunden, die aber auch ein Girokonto eröffnen müssen.
Bei regionalen Geldhäusern müssen sich Sparer mit deutlich niedrigeren Zinsen begnügen: Die örtlichen Sparkassen zahlen im bundesweiten Durchschnitt 0,37 Prozent aufs Tagesgeld. Bei regionalen Genossenschaftsbanken wie den lokalen Volks- und Raiffeisenbanken liegen die Zinsen mit 0,42 Prozent etwas höher.





















