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Vier FC-Bayern-Mutmacher: Darum ist Real Madrid dieses Mal fällig! | ABC-Z

Es ist eines der Filetstücke des europäischen Klubfußballs: Real Madrid gegen den FC Bayern – mehr hat selbst die Champions League kaum zu bieten. Am Dienstagabend um 21 Uhr treffen die beiden Giganten zum insgesamt 29. Mal aufeinander. Keine andere Begegnung gab es in der Königsklasse so häufig, wenig andere Duelle haben die Fans über die Jahrzehnte hinweg derart elektrisiert.

Blickt man auf die Aufeinandertreffen in den vergangenen Jahren, scheint Real leicht im Vorteil zu sein. Die Bayern konnten keines der vergangenen neun Spiele gegen die Königlichen aus Madrid gewinnen, siebenmal ging der deutsche Rekordmeister als Verlierer vom Platz. Es ist eine der längsten Negativ-Serien der Vereinsgeschichte. Und dennoch gibt es berechtigten Grund zur Hoffnung, dass der weiße Fluch dieses Mal durchbrochen werden kann. Die AZ nennt Bayerns Mutmacher:

1) Bayern hat mit die beste Offensive der Vereinsgeschichte

Vor allem Offensiv zeigt sich das Team von Trainer Vincent Kompany in dieser Saison in beeindruckender Verfassung. 146 Tore haben die Bayern in 43 Pflichtspielen erzielt – das macht einen Schnitt von 3,4 Toren pro Spiel. Alleine in der Liga stehen die Münchner bei 100 Treffern. Dass der 101-Tore-Rekord heuer noch fällt, könnten die Bayern wohl nicht einmal verhindern, wenn sie wollten.

Herausragend ist vor allem das Offensiv-Trio um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz, das zusammen beeindruckende 86 Saisontreffer erzielt hat. Mit ihm haben die Bayern auch drei der vier torgefährlichsten Spieler Europas in ihren Reihen. Kane (1,33 Torbeteiligungen pro 90 Minuten), Olise (1,1) und Díaz (1,03) kommen pro Spiel auf über drei Scorerpunkte. Durchbrochen wird die Münchner Offensiv-Dominanz einzig von Real-Star Kylian Mbappé, der mit 1,22 Scorern im Ranking der Spieler aus den Top-fünf-Ligen Europas auf Platz zwei kommt.

Gegen Real Madrid ruhen die Hoffnungen auch auf dem zuletzt angeschlagenen Harry Kane.
© IMAGO
Gegen Real Madrid ruhen die Hoffnungen auch auf dem zuletzt angeschlagenen Harry Kane.

von IMAGO

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Dennoch: Die Hoffnungen der Bayern ruhen im Viertelfinal-Kracher ganz klar auf der Offensive – zumal sich Real Madrid defensiv immer wieder anfällig zeigt und Stammkeeper Thibaut Courtois ausfällt.

2) Das Momentum spricht klar für die Bayern

Wer hätte schon gedacht, dass diese schnöde, unangenehme Pflichtaufgabe auswärts beim SC Freiburg am vergangenen Samstag den Bayern zum perfekten Zeitpunkt Rückenwind geben würde? Anstatt die Partie im Beamten-Stil freudlos herunterzuspielen, drehten die Münchner einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand und setzten sich dank des späten Siegtreffers von Supertalent Lennart Karl noch mit 3:2 durch.

Auch Doppelpacker Tom Bischof holte sich im Breisgau eine ordentliche Portion Selbstvertrauen. Die beiden Torschützen werden im Bernabéu höchstwahrscheinlich zunächst auf der Bank sitzen, brennen nach ihren jüngsten Erfolgserlebnissen aber auf ihren Einsatz.

Kannte kein Halten mehr: Lennart Karl nach dem Siegtreffer gegen den SC Freiburg.
Kannte kein Halten mehr: Lennart Karl nach dem Siegtreffer gegen den SC Freiburg.
© IMAGO
Kannte kein Halten mehr: Lennart Karl nach dem Siegtreffer gegen den SC Freiburg.

von IMAGO

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Ganz anders sieht es derweil in Madrid aus. Fast zeitgleich mit den Bayern musste Real auswärts auf Mallorca ran. Für die Königlichen gab es aber keinen späten Sieg, sondern eine späte 1:2-Niederlage. Noch am selben Abend setzte es einen weiteren Nackenschlag, als sich Erzrivale und Tabellenführer FC Barcelona bei Atlético Madrid durchsetzte und seinen Vorsprung auf die Königlichen auf sieben Zähler ausbaute. Die Stimmung rund ums Bernabéu könnte in diesen Tagen also deutlich besser sein …

3) Maximaler Druck: Real Madrid droht eine Horror-Saison

Apropos Stimmung: Die ist bei den Königlichen schon länger eher mies. Insgesamt spielt Real bislang eine enttäuschende Saison. In der Copa del Rey gab es Mitte Januar ein blamables Achtelfinal-Aus bei Zweitligist Albacete (2:3), in der Liga ist Barcelona mittlerweile auf sieben Punkte enteilt. Auch wenn es im Clásico noch zum direkten Aufeinandertreffen kommt, wird der Titel heuer wohl wieder nach Katalonien gehen.

Insofern ist die Champions League höchstwahrscheinlich der letzte Wettbewerb, in dem sich Real noch Chancen auf Silberware ausrechnen kann. Ansonsten droht das Szenario einer Horror-Saison ohne Titel – wie schon in der vergangenen Spielzeit. In dem Falle würde es im Sommer zum großen Umbruch kommen und Trainer Álvaro Arbeloa hätte bald deutlich mehr Tagesfreizeit. Der Druck bei den Königlichen ist enorm!

4) Star-Sextett vorbelastet: Bei Real Madrid herrscht die gelbe Gefahr

Was im Verlauf von Hin- und Rückspiel zu einem wesentlichen Faktor werden könnte, ist die Zahl der von einer Gelbsperre bedrohten Spieler. Während bei Bayern mit Konrad Laimer und Dayot Upamecano lediglich zwei Stars vorbelastet in die Viertelfinals gehen, sind es bei Real Madrid deren sechs – darunter auch die Top-Stars Vinícius, Kylian Mbappé und Jude Bellingham. Gut möglich, dass die Münchner ihre Kontrahenten in den weißen Trikots zwischenzeitlich auch provozieren, um eine Gelbsperre im Rückspiel zu bewirken.

Am Dienstagabend wird auch der junge Álvaro Carreras stehen, der ebenfalls vorbelastet ist. Der junge Linksverteidiger bekommt es auf seiner Seite mit Bayerns Offensiv-Star Olise zu tun. Auf die Unterstützung von Vordermann Vinícius wird er dabei eher weniger bauen können – der erledigt seine Aufgaben im Defensivbereich in aller Regel nur auf schriftliche Vorladung.

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