Verkehrsminister Bernreiter beim Festakt zu 80 Jahren LBT | ABC-Z

Neuer Name zum 80. Geburtstag und persönliche Glückwünsche von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: Am 8. März 2026 feierte der Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT), der ab sofort BGL Bayern heißt, sein 80-jähriges Jubiläum in Ingolstadt mit viel Prominenz.
Gleich zum Auftakt gab es jede Menge Lob von Verkehrsminister Bernreiter. An den Verband gewandt sagte er: „80 Jahre LBT bedeutet 80 Jahre Einsatz für 1200 mittelständische Unternehmen mit über 30.000 Mitarbeitern und für die Interessen der gesamten Branche.“ Lob gab es auch für die Transport- und Logistikbranche. „Sie ist ein unverzichtbarer Teil und das Rückgrat unserer Wirtschaft“, betonte Bernreiter. Rund 400.000 Beschäftigte und 36 Milliarden Euro Umsatz machten die Logistik zu einem „Schwergewicht der bayerischen Wirtschaft“.
„Die Transport- und Logistikbranche steht vor großen Zukunftschancen, gleichzeitig aber auch vor großen Herausforderungen“, machte Bernreiter unmissverständlich klar. So warnte er mit Blick auf die kommenden Jahre davor, die steigenden Transportmengen zu unterschätzen. So werde bis 2040 bundesweit ein Wachstum des Gütertransport-Aufkommens um 17 Prozent erwartet – und aus der Vergangenheit wisse man, dass solche Zahlen regelmäßig übertroffen worden seien. Um so dringlicher sei es, betont er, dass die Verkehrsträger besser miteinander verknüpft werden müssen.
Zudem müssten die Straßen, Brücken und Schienen fit gemacht werden. „Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe, für die Bund, Länder, Kommunen und Wirtschaft eng zusammen arbeiten müssen“, unterstrich der Verkehrsminister. Und natürlich müssten die Lkw-Maut-Einnahmen ausschließlich dem Verkehrsträger Straße zugute kommen. „Eigener Finanzierungs-Kreislauf – das werden wir auch umsetzen. Davon bin ich überzeugt.“
Bernreiter drängte auf deutliche Beschleunigungen im Planungsrecht. Das Zukunftsinfrastrukturgesetz seien da Paradigmenwechsel. Es sei „nicht mehr vermittelbar“, wenn zum Beispiel für den Austausch einer Brücke vollständige Planfeststellungsverfahren notwendig seien. Stattdessen reiche da eine Plangenehmigung. Der Bund habe zwar „Rückenwind“ geliefert. Allerdings lägen im Bundesrat über 235 Einwendungen der Länder gegen die Reform des Zukunftsinfrastrukturgesetzes vor. „Da haben wir noch dicke Bretter gemeinsam zu bohren“, sagte der Minister. Die Infrastruktur sei nun einmal systemrelevant. „Deshalb müssen wir da rasch vorankommen und nicht Jahrzehnte mit der Planung vertun.“ Außerdem brauche es natürlich auch eine bessere Lade-Infrastruktur und bessere KV-Umschlag-Terminals.
Einen Schwerpunkt legte Bernreiter auf die seit Jahren schwelenden Konflikte mit Tirol über die Transitbeschränkungen am Brenner. Die einseitigen Maßnahmen und Beschränkungen im Warenverkehr seien „europarechtlich sehr kritisch zu sehen“ und schadeten der Wirtschaft massiv. Tirol sei trotz Gesprächen zu keiner Bewegung bereit. „Wir lassen uns da nicht abschütteln“, so Bernreiter. Er hoffe auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) noch in diesem Jahr und die Unterstützung der EU-Kommission.
Gleichzeitig betont er, dass es das digitale Slot-System in Tirol, das den Lkw-Transitverkehr über den Brenner zu steuern soll, seiner Einschätzung nach nicht geben werde. „Dazu kommt es nur, wenn zuvor die Blockabfertigung und das Nachtfahrverbot aufgehoben werden“, macht der Verkehrsminister unmissverständlich klar. Auch die EU-Kommission hege wenig Sympathie für das Slotsystem.
Gleichzeitig warnte der Minister vor den Folgen der anstehenden Streckensperrungen und Korridorsanierungen. Während einige Projekte, etwa der Korridor Salzburg–Kufstein, nicht mehr verschoben werden könnten, sei er beim Bahnkorridor München–Rosenheim „hoffnungsvoll“, dass eine Entlastungslösung gefunden werde. Bislang stößt die Sanierung dieses Streckenabschnitts, die für die erste Jahreshälfte 2028 vorgesehen ist, mangels fehlender Umfahrungsmöglichkeiten auf heftige Kritik in der Wirtschaft. Weitere Details wollte Bernreiter aus den laufenden Gesprächen mit DB InfraGOo, der Deutschen Bahn und dem Bundesverkehrsministerium bislang nicht nennen.
Zum Abschluss verwies Bernreiter darauf, dass der Freistaat Bayern massiv investiere: Eine Milliarde Euro seien im Doppelhaushalt für Staatsstraßen vorgesehen, dazu zahlreiche Baufreigaben für Bundesstraßen und Teilabschnitte von Autobahnen. Der neuralgische Punkt im Straßennetz seien aber nach wie vor die Brücken, wenngleich der Zustand der bayerischen Brücken im Bundesvergleich wirklich gut sei, betonte Bernreiter. Zum Abschluss sicherte der Minister der Branche seine Unterstützung zu: „Wir werden gemeinsam dafür sorgen, dass die Logistik stark, innovativ und verlässlich bleibt.“
Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Branchenverbands wählte die Mitgliederversammlung auch sein bisheriges Präsidium einstimmig wieder, namentlich Sandra Herbst (Geschäftsführerin Herbst Transporte), Christian Huber (Geschäftsführer Huber Transport & Logistik), Fritz Tschirschwitz (Geschäftsführer Fritz Tschirschwitz Logistik) und Christian Weigert (Geschäftsführer Weigert Transport). Da gemäß der neuen Satzung des Branchenverbands das Wahlalter für alle Funktionen nun auf 65 Jahre begrenzt ist, scheidet er bisherige LBT-Vizepräsident Wolfgang Anwander (Geschäftsführer AIT Anwander Internationale und Nationale Transporte) nun aus seiner Funktion beim Verband aus.





















