Vergabeverfahren für Schwefel-Bahn Berlin: Deutsche Bahn macht das Rennen gegen Alstom | ABC-Z

Im milliardenschweren Vergabeverfahren von Teilen des Berliner S-Bahn-Netzes hat sich ein Konsortium der Deutschen Bahn durchgesetzt. Der unterlegene Alstom könnte nun juristisch gegen die Entscheidung vorgehen – und das Verfahren sich weiter verzögern.
Im Ausschreibungsverfahren für Teile des Berliner S-Bahn-Netzes hat es nach rbb-Informationen eine Entscheidung gegeben.
Demnach beabsichtigen die Länder Berlin und Brandenburg, den S-Bahn-Verkehr auf der Stadtbahn und den Nord-Süd-Strecken auch weiterhin von der Deutschen Bahn betreiben zu lassen.
Das geht aus Schreiben hervor, die am Freitag an die teilnehmenden Unternehmen in dem Vergabeverfahren verschickt wurden.
Die Deutsche Bahn hatte sich gemeinsam mit den Firmen Siemens und Stadler Rail um die Beschaffung und Wartung von mindestens 1.400 S-Bahn-Wagen sowie um den Betrieb auf den ausgeschriebenen Strecken beworben.
Auch der französische Bahntechnikkonzern Alstom hatte ein Angebot für Beschaffung und Wartung von Zügen abgegeben. Er bekam nach rbb-Informationen jetzt eine Absage. Er hat nun bis zum 11. September Zeit, dagegen Beschwerde vor der Vergabekammer des Landes Berlin einzulegen.
Die Verträge über den Betrieb der S-Bahnlinien sollen über 15 Jahren laufen, die für Wartung und Beschaffung der Züge über 30 Jahre. Zuletzt hatte der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses Anfang Juli dafür nötige Mittel in Höhe von 15 Milliarden Euro freigegeben.
Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Alstom gegen die beabsichtigte Entscheidung zugunsten der Deutschen Bahn vorgehen wird, gegebenenfalls auch gerichtlich. In dem sich seit neun Jahren hinziehenden Verfahren war Alstom im vergangenen Jahr bereits gegen die Vergabebedingungen vor das Kammergericht gezogen. Zwar unterlag der Konzern dabei, das Gericht hatte aber in mehreren Punkten Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens geäußert.
Sollte es erneut zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, könnten bis zur endgültigen Zuschlagserteilung noch Jahre vergehen. Die ersten neuen Züge werden voraussichtlich erst in den 30er Jahren rollen.
Sendung: rbb24 Inforadio, 29.08.2025, 21:30 Uhr