Vegetarische Ernährung mindert Krebsrisiko: Studie zeigt Zusammenhang | ABC-Z

Wissenschaftler der Universität Oxford haben in einer kürzlich im „British Journal of Cancer“ veröffentlichten Studie herausgefunden, dass eine vegetarische Ernährung mit einem reduzierten Risiko für bestimmte Krebsarten verbunden sein kann. Grundlage der Untersuchung bildeten die Daten von über 1,8 Millionen Menschen, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren systematisch beobachtet und analysiert wurden.
Studie: Vegetarische Ernährung senkt das Krebsrisiko
Die Bewertung des Zusammenhangs zwischen Ernährung und selteneren Krebsarten stellte die Forschung bislang vor erhebliche Herausforderungen. Um diese Lücke zu schließen, analysierten die Autoren der aktuellen Studie die Daten von etwa 1,64 Millionen Menschen, die Fleisch konsumierten, 57.016 Personen, die ausschließlich Geflügel aßen, 42.910 Pescetariern, 63.147 Vegetariern und 8849 Veganern. Alle Probanden wurden über einen Zeitraum von 16 Jahren beobachtet. Zur Gewährleistung einer hohen methodischen Transparenz wurden dabei weitere Risikofaktoren wie Body-Mass-Index und Raucherstatus berücksichtigt.
Die Auswertung der Daten ergab, dass Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern ein um 21 Prozent geringeres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, ein um 12 Prozent geringeres Risiko für Prostatakrebs, ein um 9 Prozent geringeres Risiko für Brustkrebs, ein um 28 Prozent geringeres Risiko für Nierenkrebs und ein um 31 Prozent geringeres Risiko für multiples Myelom aufwiesen.
Laut Dr. Aurora Pérez-Cornago, der leitenden Wissenschaftlerin der Studie, stellen diese Ergebnisse eine positive Nachricht für Vegetarier dar, da sie langfristig das Risiko für einige der am weitesten verbreiteten Krebsarten deutlich senken können. Insgesamt wurden 17 verschiedene Krebsarten untersucht, darunter Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Lunge, des Fortpflanzungssystems und der Harnwege sowie Blutkrebs.
Pescetarier hatten ein geringeres Risiko für Brust- und Nierenkrebs sowie ein geringeres Risiko für Darmkrebs. Bei Geflügelessern wurde ein geringeres Risiko für Prostatakrebs festgestellt.
Ernährung: Krebsrisiken auch für Vegetarier und Veganer
Die Studie zeigt, dass eine vegetarische Ernährung nicht vollständig frei von Krebsrisiken ist. So haben Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an der häufigsten Form von Speiseröhrenkrebs, dem Plattenepithelkarzinom, zu erkranken. Die Forscher führen dies unter anderem auf einen möglichen Mangel an essenziellen Nährstoffen wie B‑Vitamine zurück.
Veganer weisen demgegenüber ein deutlich erhöhtes Risiko für Darmkrebs auf, das in der Untersuchung um etwa 40 Prozent höher lag als bei Fleischessern. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine unzureichende Kalziumzufuhr, die unter den in Großbritannien empfohlenen 700 Milligramm pro Tag liegt, hierfür verantwortlich sein könnte.
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Die Autoren der Studie betonen, dass weitere Forschung erforderlich ist, um zu klären, ob der Fleischkonsum selbst gesundheitsschädlich ist oder ob bestimmte Bestandteile der vegetarischen Ernährung protektiv wirken. Prof. Tim Key, emeritierter Professor für Epidemiologie an der Universität Oxford, führt die Effekte bislang auf Fleisch zurück, weist jedoch darauf hin, dass hierfür bislang keine belastbaren Daten vorliegen.





















