USA wollen nach Sturz von Maduro Venezuela vorerst selbst regieren | ABC-Z

Die USA wollen nach dem militärischen Eingreifen in Venezuela und der Entmachtung von Präsident Maduro die Kontrolle über das Land behalten. US-Präsident Trump kündigte bereits Investitionen von US-Ölfirmen an.
Nach dem Angriff auf Venezuela und dem Sturz des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro werden die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump das südamerikanische Land vorerst führen. “Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Übergang gewährleisten können”, sagte er während einer Pressekonferenz auf seinem Privatanwesen Mar-a-Lago.
Maduro und seine Ehefrau seien nach ihrer Gefangennahme mit einem Hubschrauber zum Kriegsschiff “USS Iwo Jima” geflogen worden. Kurz zuvor hatte der US-Präsident auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Bild veröffentlicht, das Maduro gefesselt, mit verbundenen Augen und Kopfhörern auf dem Schiff zeigen soll.
Dieses Bild, das am 3. Januar 2026 auf dem Truth-Social-Account von US-Präsident Donald Trump gepostet wurde, soll den venezolanischen Präsidenten Maduro an Bord der “USS Iwo Jima” zeigen.
US-Investitionen in Ölgeschäft angekündigt
“Dies war eine der beeindruckendsten, effektivsten und kraftvollsten Demonstrationen der militärischen Stärke und Kompetenz der USA in der amerikanischen Geschichte”, erklärte Trump vor Reportern. Er sagte, dass bei der Operation US-Luft-, Land- und Seestreitkräfte zum Einsatz gekommen seien.
Die USA seien auf eine zweite, deutlich größere Angriffswelle vorbereitet. Er halte das angesichts der “erfolgreichen ersten Angriffswelle” derzeit aber für unwahrscheinlich.
Gleichzeitig kündigte er an, US-Ölunternehmen sollten in Venezuela aktiv werden, um “anzufangen, Geld für das Land zu machen”. Die US-Ölfirmen würden “Milliarden von Dollar” in dem südamerikanischen Land investieren und die Infrastruktur wieder aufbauen, um das Ölgeschäft anzukurbeln. Das US-Ölembargo gegen Venezuela bleibe jedoch vorerst weiter in Kraft.
Trump: Habe Maduro gewarnt
Maduro ist laut Trump in einem stark bewachten, festungsartigen Gebäude gefangen genommen worden. “Er war in einer Festung”, hatte Trump zuvor bereits in einem Telefoninterview mit dem US-Sender Fox News gesagt.
Trump sagte Fox News zudem, Maduro solle kein Vertreter von dessen Regierung nachfolgen. Er werde niemandem erlauben, “dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat”, sagte Trump mit Blick auf Maduro. “Wir werden uns sehr stark einbringen. Und wir wollen Freiheit für das Volk”.
Er habe Maduro vor etwa einer Woche in einem Telefonat zur Kapitulation aufgefordert. “Ich sagte, du musst aufgeben. Du musst dich ergeben.” Maduro habe sich allerdings geweigert.
Trump verfolgte Einsatz von Privatanwesen
Der Republikaner hat den Einsatz nach eigener Aussage gemeinsam mit ranghohen Militärs in einem Raum seines privaten Anwesens Mar-a-Lago beobachtet – es sei gewesen, “wie eine Fernsehsendung zu schauen”. Bei dem Militäreinsatz wurde laut Trump kein US-Bürger getötet, was “erstaunlich” sei. “Ein paar Männer” seien getroffen worden, aber in “ziemlich guter Verfassung”.
Nach seinen Worten durchbrachen US-Soldaten unter anderem speziell gesicherte Stahltüren. Trump sprach von einem sehr komplexen Manöver und lobte die beteiligten Einheiten: “Wenn Sie die Geschwindigkeit und die Gewalt gesehen hätten – es war unglaublich.”
Venezuela sprach von mehreren Toten, darunter Soldaten und Zivilisten. Eine Zahl wurde nicht genannt. Die Luftangriffe in der venezolanischen Nacht richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
Anklage gegen Maduro und seine Frau
Das US-Justizministerium hat unterdessen eine neue Anklage gegen den gefangen genommenen Maduro und dessen Frau Cilia Flores bekannt gegeben. Maduro wird in der Anklageschrift die Leitung einer korrupten Regierung vorgeworfen, die nicht rechtmäßig gewesen sei.
Zudem habe er jahrelang mit Hilfe der Regierungsmacht illegale Unterfangen wie den Drogenschmuggel vorangetrieben. Von dem Drogenschmuggel habe die Elite von Venezuela profitiert, heißt es in der Anklageschrift. Maduro habe mit Drogenterroristen zusammengearbeitet, um tonnenweise Kokain in die USA zu bringen.
International vor allem kritische Reaktionen
International hat das Vorgehen der USA für eher kritische Reaktionen gesorgt. Verbündete und befreundete Staaten Venezuelas haben die US-Aktion in scharfen Worten verurteilt. Das Vorgehen sei “zutiefst beunruhigend und verwerflich”, erklärte das russische Außenministerium. Es gebe keine Rechtfertigung für diese “bewaffnete Aggression”, Maduro müsse freigelassen werden. Kuba sprach von “Staatsterror”.
Auch der Iran verurteilte die US-Militäraktion scharf. Es handle sich um eine “eklatante Verletzung seiner nationalen Souveränität und territorialen Integrität”, teilte das iranische Außenministerium mit. Die Vereinten Nationen haben sich “zutiefst alarmiert” geäußert. “Diese Entwicklungen stellen einen gefährlichen Präzedenzfall dar”, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.
Merz: Maduro hat sein Land ins Verderben geführt
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief die USA zur Zurückhaltung auf. Mehrere Staaten appellierten an die Wahrung des Völkerrechts, “an das wir uns alle halten sollten”, wie der britische Premierminister Keir Starmer sagte.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte laut einer Mitteilung: “Nicolás Maduro hat sein Land ins Verderben geführt.” Die letzte, gefälschte Wahl habe Deutschland nicht anerkannt. Maduro spiele “mit unseligen Allianzen weltweit und durch die Verstrickung Venezuelas in das Drogengeschäft eine problematische Rolle”.
Weiter sagte Merz: “Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit. Grundsätzlich müssen im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten.” Es dürfe nun keine politische Instabilität entstehen und ein “geordneter Übergang” zu einer “durch Wahlen legitimierten Regierung” müsse gewährleistet werden.
Das französische Außenministerium teilte mit, die Aktion, die zur Gefangennahme von Maduro geführt habe, verstoße gegen die Grundsätze des internationalen Rechts. Israel hingegen begrüßte das Vorgehen der USA. Außenminister Gideon Saar sprach auf X über Maduro von einem “Diktator, der ein Netzwerk aus Drogen und Terror angeführt hat”.





















