USA geben Reserve leer stehend: Trump kündigt an: Ölpreis wird sinken | ABC-Z

USA geben Reserve frei Trump kündigt an: Ölpreis wird sinken
12.03.2026, 04:22 Uhr
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Nach der Internationalen Energieagentur wollen auch die USA Millionen Barrel an Rohöl aus der Reserve auf den Markt pumpen. Noch ziehen die Ölpreise wegen des Iran-Krieges weiter an. US-Präsident Trump sagt bei einem Wahlkampfauftritt massiv fallende Kurse voraus.
US-Präsident Donald Trump will mit der Freigabe strategischer Reserven den rasant gestiegenen Ölpreis stabilisieren. “Wir werden das machen, und dann füllen wir sie wieder auf”, sagte er dem Sender Local 12 über die Reserven. Die Maßnahme werde die Preise wieder nach unten bringen. Das US-Energieministerium nannte in dem Kontext eine Menge von 172 Millionen Barrel, die man von US-Seite ab der nächsten Woche freigeben werde. Der Zeitraum erstrecke sich etwa über vier Monate.
Die strategische Ölreserve der USA ist nach Regierungsangaben der weltweit größte Notfallvorrat an Rohöl. Er wurde in erster Linie eingerichtet, um die Auswirkungen von Lieferkrisen zu verringern und internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Zuvor hatte die Internationale Energieagentur (IEA) mitgeteilt, eine Rekordmenge an Ölreserven auf den Weltmarkt zu pumpen. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer, zu denen auch die USA zählen, 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer Mitteilung heißt.
Bei seiner ersten Wahlkampfreise seit Beginn der militärischen Operation gegen den Iran nahm Trump zu den gestiegenen Benzinpreisen Stellung. Bei Auftritten in den Bundesstaaten Kentucky und Ohio sagte Trump, die Ölpreise würden fallen. “Es wird mehr sinken, als irgendjemand versteht”, erklärte der Präsident bei einem Fabrikbesuch in Cincinnati in Ohio. Die Benzinpreise sind nach Angaben des Automobilverbands AAA im vergangenen Monat sowohl in Kentucky als auch landesweit im Durchschnitt um 61 Cent je Gallone gestiegen. Trump kündigte einem Lokalsender zufolge an, die USA würden ihre strategischen Ölreserven “ein bisschen” reduzieren. Trump bezeichnete den Anstieg in den sozialen Medien als “sehr kleinen Preis” für die Beseitigung der iranischen nuklearen Bedrohung. Nur “Narren” würden dies anders sehen, schrieb er.
Freigabe der Reserven verpufft
An den Ölmärkten zeichnete sich nach der IEA-Freigabe zunächst keine Entspannung ab. Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus hielten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete in der Nacht über 93 Dollar und damit knapp ein Prozent mehr als am Vortag. Bei der US-Sorte WTI fiel der Anstieg ähnlich aus. Eine mögliche Erklärung für die schwache Reaktion der Märkte ist, dass mit der Maßnahme der IEA bereits gerechnet wurde. Die Ölpreise waren in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen, ehe sie sich etwas erholten.
Die freigegebene Reserve könnte derweil ausreichen, um die Blockade der Straße von Hormus einige Zeit zu überbrücken. Nach Angaben der IEA passierten die Meerenge im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Millionen Barrel pro Tag. Die angekündigten 400 Millionen Barrel würden also genügen, um einen Ausfall für 20 Tage auszugleichen. Allerdings dürfte es Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Öl ankommt.
Die Schockwellen des Krieges sind derweil für Verbraucher in aller Welt zu spüren: In Deutschland stieg diese Woche selbst der Durchschnittspreis für die günstigste gängige Benzinsorte E10 auf über zwei Euro pro Liter. Die Bundesregierung will Tankstellen deshalb verbieten, die Preise mehr als einmal täglich anzuheben. Auch in den USA – selbst einer der größten Ölproduzenten der Welt – zeigen die Tankstellen die höchsten Preise seit 2024 an. Besonders gravierend dürften die Folgen derweil für Asien sein. Vier von fünf Ölfässern, die die Straße von Hormus passieren, gehen nach IEA-Angaben dorthin. Viele Aktienmärkte in Asien gingen infolge der steigenden Ölpreise bereits auf Talfahrt, etwa in Japan.





















