US-Präsident macht Druck: Selenskyj kritisiert Trump: “Es ist nicht fair” | ABC-Z

US-Präsident macht DruckSelenskyj kritisiert Trump: “Es ist nicht fair”
18.02.2026, 12:40 Uhr
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US-Präsident Trump fordert die Ukraine mehrfach öffentlich dazu auf, Schritte für einen Erfolg der Verhandlungen um einen Frieden zu unternehmen. Russland bleibt von der Einflussnahme des Republikaners offenbar ausgenommen. In Kiew kommt das gar nicht gut an.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, unverhältnismäßigen Druck auf Kiew auszuüben, um den seit vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Es sei “nicht fair”, dass der US-Präsident öffentlich die Ukraine und nicht Russland zu Zugeständnissen auffordere, sagte Selenskyj in einem Interview mit der US-Website Axios kritisch über die Rolle Trumps. “Ich hoffe, das ist nur seine Taktik und nicht die Entscheidung”, wurde das ukrainische Staatsoberhaupt zitiert.
Trump hatte am Montag vor Journalisten gemahnt, die Ukraine solle “besser schnell an den Tisch kommen”. Selenskyj merkte im Axios-Interview an, dass seine Gespräche mit den US-Vermittlern Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nicht von derselben Art von Druck geprägt seien wie die öffentlichen Einlassungen des Präsidenten.
Selenskyj hob zudem erneut hervor, dass die Ukrainer jeden Plan in einem Referendum ablehnen würden, der den Verzicht auf Gebiete im Donbass vorsehe, die Russland militärisch nicht erobert habe. “Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen. Niemals”, sagte der Staatschef zu Axios. Seine Landsleute würden nicht verstehen, warum sie zusätzliche Gebiete abgeben sollen. Selenskyj zufolge haben seine Regierung und die in Washington vereinbart, dass jedes Abkommen eine Zustimmung der ukrainischen Bevölkerung per Referendum erfordert.
Der Ukrainer warf Russland vor, die laufenden Friedensverhandlungen zu verzögern. Die gestrigen Treffen in Genf seien schwierig gewesen, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. “Russland versucht, die Gespräche in die Länge zu ziehen, die bereits in der Endphase sein könnten.”
Die von den USA vermittelten Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Genf endeten inzwischen. Das meldete die russische staatliche Nachrichtenagentur RIA. Die Agentur Tass zitierte den russischen Chefunterhändler Wladimir Medinski mit der Aussage, es sollten bald weitere Gespräche stattfinden. Das zweitägige Treffen in Genf folgte auf zwei von den USA vermittelten Gesprächsrunden in Abu Dhabi, die ohne Durchbruch zu Ende gegangen waren. Hauptstreitpunkt bleibt die Kontrolle über die Gebiete in der Ostukraine.
Der Leiter der ukrainischen Delegation bezeichnete die Verhandlungen in Genf als substanziell. Es habe Fortschritte gegeben und eine Reihe von Fragen sei geklärt worden, sagte Rustem Umerow. Das Ziel der Ukraine bleibe ein gerechter und dauerhafter Frieden.





















