Landkreis Ebersberg: Massive Einschnitte im Bahn-Angebot geplant – Ebersberg | ABC-Z

Bahn-Nutzer im Landkreis Ebersberg sind ohnehin leidgeprüft, im Jahr 2027 soll es noch etwas schlimmer werden. Wie Landrat Robert Niedergesäß (CSU) nach eigenen Angaben erfahren hat, sind massive Angebotseinschränkungen geplant – sowohl bei der S-Bahn und beim Filzenexpress als auch beim Regionalexpress, der zwischen München und Salzburg verkehrt und mehrere Halte im Landkreis Ebersberg bedient. In einem Brandbrief an Bärbel Fuchs, die Chefin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, kritisiert der Landrat „deutliche Verschlechterungen“, diese seien „nicht akzeptabel“.
Niedergesäß bezieht sich in seinem Schreiben auf dem ihm bekannten Planungsstand zum Jahresfahrplan 2027. Demnach sollen S4 und S6 neu geordnet werden. Nur noch die S6 soll bis Ebersberg fahren, die S4 meistens nur bis Trudering und nur in der Hauptverkehrszeit bis Zorneding. Die Bedienung des Landkreises würde also noch stärker von nur einem Linienast abhängen, wie der Landrat kritisiert: „Das schwächt die Angebotsqualität, reduziert die Flexibilität im System und verschlechtert die Verlässlichkeit der Schienenanbindung für die Fahrgäste aus dem Landkreis.“
Als gravierend sieht Niedergesäß aber auch die geplanten Reduzierungen beim Filzenexpress, hier sollen demnach dauerhaft einzelne Verbindungen zwischen Grafing-Bahnhof und der Landeshauptstadt entfallen und nur ein sehr begrenztes Angebot an umsteigefreien Verbindungen übrig bleiben. Lediglich die Direktankünfte in München Ost um 6.53 Uhr, 7.28 Uhr und 17.10 Uhr sowie direkte Rückfahrten ab München Ost um 16.55 Uhr und 17.53 Uhr würden erhalten. Zusätzliche Umstiege, längere Reisezeiten, geringere Attraktivität im Berufsverkehr und eine spürbare Schwächung der Direktanbindung an den Münchner Osten, das wären die Folgen, wie Niedergesäß unterstreicht: „Auch diese Maßnahme ist für den Landkreis Ebersberg nicht tragbar.“
:„Ich würde ja gerne S-Bahn fahren, aber …“
Unpünktlich, umständlich und draußen auf dem Land sowieso keine Option: Die SZ hat Menschen im Münchner Umland gefragt, was es bräuchte, um öfter die S-Bahn zu nutzen. Eine Erkundungstour zwischen Frust und Bequemlichkeit.
Hinzu kommen Einschränkungen beim RE 5 München – Salzburg. Hier sollen laut Niedergesäß im Zusammenhang mit der Sperrung Rosenheim – Freilassing vom 8. Februar bis 9. Juli 2027 unter anderem zeitweise mehrere Halte entfallen, darunter ausdrücklich Ostermünchen, Aßling und Grafing-Bahnhof. „Gerade die Halte in Aßling und Grafing Bahnhof sind für den Landkreis Ebersberg von erheblicher Bedeutung. Ihr Wegfall würde die Erreichbarkeit im südöstlichen Landkreis weiter verschlechtern und gerade den ländlichen Raum zusätzlich benachteiligen“, schreibt Niedergesäß in seinem Brief.
Baustellenbedingte Einschränkungen könnten ja im Einzelfall vorübergehend unvermeidbar sein, „sie dürfen jedoch nicht in ein strukturell abgesenktes Angebotsniveau überführt werden“. Aus Sicht des Landkreises Ebersberg müsse nach dem Ende der Bauarbeiten mindestens wieder das bisherige Angebotsniveau erreicht werden. „Dauerhafte Reduzierungen, wie sie insbesondere bei der Neuordnung von S4/S6 und bei der RB 48 im Raum stehen, wird der Landkreis Ebersberg nicht akzeptieren“, so der Landrat. „Wer Verkehrswende glaubwürdig vertreten will, muss erlässliche und attraktive Schienenverbindungen sichern und ausbauen, nicht zurücknehmen.“ Sollten die Informationen, die dem Landratsamt vorlägen, dem aktuellen Planungsstand entsprechen, erwarte der Landkreis Ebersberg eine erneute fachliche Bewertung und eine Einbeziehung der kommunalen Partner, so Niedergesäß in seinem Schreiben, das auch an Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) gegangen ist.





















