Unwetterwarnung in Deutschland: Sturmtief “Elli” bringt Glatteis und starken Schneefall – Wissen | ABC-Z

Nein, Panik sei angesichts der Wetterlage nicht angebracht, natürlich nicht, sagt Adrian Leyser Sturm, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Das ist mal beruhigend, immerhin ist hier und da schon von Lebensgefahr und Schneeorkan die Rede. Aber Entwarnung kann Leyser Sturm auch nicht geben: Die Wetterlage sei turbulent, ein Wetterkrimi, der potenziell Gefahren mit sich bringe.
Hinter dem, was Deutschland in den kommenden Tagen erwartet, steht im Wesentlichen eine Kombination aus vier Zutaten: Schnee, Wind, Regen und Temperaturgegensätze. Angetrieben wird das alles hauptsächlich vom Tief Elli, das sich derzeit zügig über den Atlantik Richtung Osten bewegt und sich dabei zu einem handfesten Sturmtief verstärkt. Freitagfrüh soll es laut DWD die Region zwischen Südostengland und den Niederlanden erreichen und dann nach Deutschland ziehen.
Diese Lage bringt bereits am Donnerstag im Süden und Westen Deutschlands verbreitet Niederschläge, zunächst als Schnee. Da Tiefs sich auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen, schaufelt Elli jedoch an seiner Südseite feuchte, milde Luft aus Südwesten heran, sodass der Schnee am Donnerstag von Südwesten her voraussichtlich in Regen übergehen wird.
Vor allem im Südosten ist es am Boden aber noch sehr kalt, weshalb der Regen dort zu Glatteis gefrieren dürfte. Von „Blitzeis“ möchte Leyser Sturm hier allerdings nicht sprechen, da der Regen in den Schnee hineinfällt, und nicht als schlagartig gefrierender Eisregen den blanken Boden in eine Rutschplatte verwandelt. Aber auch Glatteis reicht für Unfälle, Vorsicht ist also angebracht.
Starke, teils unwetterartige Schneefälle erwartet
Im Norden und Osten Deutschlands hingegen, besonders in einem Streifen, der sich grob von der Nordsee Richtung Tschechien zieht, dürften die Niederschläge vor allem am Freitag durchweg als Schnee fallen, der DWD warnt vor starken, teils unwetterartigen Schneefällen. Verbreitet könnten es bis zum Wochenende mehr als zehn Zentimeter Neuschnee werden, mancherorts auch 20. Dabei liegt gerade im Norden schon jetzt vielerorts vergleichsweise viel Schnee.
:Sturmtief Elli bringt noch mehr Schnee
Neuschnee, Schneeverwehungen und Glatteis: Ein Sturmtief steuert auf Deutschland zu. Spannend – und turbulent – wird es ab der Nacht zum Freitag.
Und hier kommt neben Regen, Schnee und Temperaturunterschieden die vierte Zutat ins Spiel: der Wind. Elli bringe gleich zwei Sturmfelder mit, heißt es beim DWD: eins an der Südseite mit Winden aus Südwest, das von Frankreich bis in den Südwesten Deutschlands reicht, eins an der Nordseite an den Küsten Deutschlands mit Winden aus Osten. In beiden Regionen dürfte es stürmisch werden, sodass gerade im Norden zum vielen Neuschnee starke Verwehungen kommen können. Das ist vor allem auf den Straßen gefährlich, Adrian Leyser Sturm rät dazu, Autofahrten nach Möglichkeit zu vermeiden, ansonsten seien große Vorsicht und viel Zeit geboten.
Am Samstag wird es dann auch im Süden wohl wieder kälter, nach dem Durchzug des Tiefs setzt sich die Polarluft durch. Im Norden dürfte der Schneefall dann abklingen, im Süden rechnet der DWD lokal hauptsächlich im Schwarzwald und im Allgäu auch mit bis zu 20 Zentimeter Neuschnee, bei entsprechendem Wind drohen dann erneut Verwehungen. Und eisiger Frost: Wo der Himmel klar ist, sodass Wärme ungehindert abgestrahlt wird, kann es in der Nacht zum Sonntag laut der DWD-Vorhersage über Schnee bis minus 15 Grad Celsius kalt werden, im Mittelgebirgsraum bis minus 19 Grad.





















