Union und St. Pauli fighten – einen Sieger finden sie nicht | ABC-Z

Ein harter Kampf an der Alten Försterei blieb ohne Gewinner: Der 1. FC Union Berlin und der FC St. Pauli trennten sich am Sonntagnachmittag in der Fußball-Bundesliga nach intensiver Partie 1:1 (0:1) remis.
Nach verteilten Spielanteilen ging St. Pauli in der ersten Hälfte durch Mathias Pereira Lage mit 1:0 in Führung (25. Minute). Im zweiten Abschnitt glichen die zunehmend überlegenen Gastgeber in der 52. Minute durch Andrej Ilic zum 1:1 aus. Während Union mit nun 32 Zählern weitgehend gesichert im Tabellen-Mittelfeld rangiert, sitzt St. Pauli mit 25 Punkten weiter auf dem Relegationsplatz fest.
An der Alten Försterei hatte die Fangemeinde der Gastgeber nur eins im Sinn: ihr Team zum Sieg schreien – und damit zehn Punkte zwischen Union und den heutigen Gegner St. Pauli und den Relegationsplatz legen. Denn das dürfte sieben Spieltage vor Schluss mehr oder weniger sicher den Klassenerhalt bedeuten.
Union-Trainer Steffen Baumgart meinte: “Wir haben uns sicher vorher etwas mehr vorgestellt, sind aber mit dem Teilerfolg zufrieden. Vom Spielverlauf her wäre sicher noch mehr für uns möglich gewesen.” Sein Gegenüber Alexander Blessin fand: “Wir haben die Druckphase der Berliner zu Beginn ganz gut überstanden. Im Spiel nach vorn hat uns etwas die Körperlichkeit gefehlt, um mehr zu holen. Der Punkt kann uns am Ende noch helfen.”
Abnutzungskampf zwischen Union und St. Pauli erwartet
Beide Teams hatten sich in den vergangenen Wochen wenig treffsicher gezeigt – allgemein wurde ein harter Abnutzungskampf mit dominierenden Abwehrreihen erwartet. Union hatte allerdings zuletzt auch eine Stärke im Detail gezeigt: Einwürfe. Ein solcher hätte um ein Haar nach nur vier Minuten die Führung eingeleitet. Nach Jannik Haberers Einwurf kam Abwehrmann Danilho Doeki acht Meter vor dem Hamburger Kasten aus der Drehung zum Abschluss, St. Paulis Keeper Nikola Vasilj riss die Fäuste hoch und parierte stark.
St. Paulis Pereira Lage gelingt Traumtor
St. Pauli hatte in 28 Saisonspielen bislang nur 24 Treffer geschossen – deutlicher Minuswert in der Bundesliga. Coach Alexander Blessin versuchte es in Berlin mit einer neuen Besetzung auf der linken offensiven Schiene: Dort durfte Pereira Lage ran. Der Franzose fühlt sich für gewöhnlich im zentralen Mittelfeld am wohlsten, sollte nun aber auf links für Tempo und Offensive sorgen.
Die erste Chance für den Gast ergab sich aber aus einem Standard. Eine Ecke von links wurde kurz gespielt, die flache Flanke von Danel Sinani erwischte Abwehrmann Karol Mets völlig freistehend, verzog aber aus zwölf Metern Torentfernung knapp (22.). Drei Minuten später war Union-Keeper Frederik Rönnow geschlagen. Und es war tatsächlich Pereira Lage, der den Bann brach. Nach einem zu kurz abgewehrten langen Ball fiel ihm der auf den linken Fuß – der 29-Jährige traf die Kugel satt mit dem Vollspann und jagte das Ding aus gut 18 Metern mit 118 km/h zum 0:1 unter die Latte (25.). Rönnows Fäuste waren zu spät nach oben geschnellt.
Union setzt auf Standards
Union reagierte wütend. Vor allem mit Flanken. Aus dem laufenden Spiel, vor allem aber nach Standards. In der 32. Minute flog ein Eckball hoch auf den zweiten Pfosten, wo Ilic am höchsten stieg, aber nicht genug Druck hinter seinen Kopfball bekam, um Vasilj zu bezwingen. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff die Doppelchance für Union: Zunächst scheiterte der steil geschickte Oliver Burke am herausstürzenden Vasilj, den abprallenden Ball schoss der nachgerückte Woo Yeong ans linke Knie des Keepers (40.).
St. Pauli verschanzte sich auch zu Beginn des zweiten Abschnitts massiv in der eigenen Hälfte – in der Erwartung von Unions Wucht, mit der die Berliner quasi traditionell ihre begrenzten spielerischen Möglichkeiten kompensieren. Der Druck wuchs, immer wieder flogen Flankenbälle von rechts und links in den Strafraum der Gäste. Gut wäre für St. Pauli in dieser Phase etwas mehr Entlastung gewesen. Doch Mittelstürmer Martijn Kaars – vor der Saison aus der 2. Liga vom 1. FC Magdeburg geholt – konnte vorn kaum einmal Akzente setzen und die Außen blieben zunehmend mit Defensivaufgaben beschäftigt.
Unions Ilic fliegt perfekt in den Ball – 1:1
Nach 52 Minuten war es soweit: Erneut segelte ein Eckball scharf von rechts in den Hamburger Strafraum und diesmal flog Ilic perfekt in die Flugkurve des Spielgeräts und versenkte es per Kopf aus sechs Metern zum 1:1. Der Ausgleich war hochverdient und folgerichtig.
In der 67. Minute der ganz schlimme Patzer des bis dahin so starken Hamburger Keepers. Vasilj spielte den Ball im Aufbau flach ins Zentrum – in die Füße von Unions Andrasch Schäfer. Der ging allein auf den Keeper zu, schoss Vasilj aus 15 Metern allerdings an. Das war die ganz große Chance zur Berliner Führung.
Union dominiert das Kampfspiel
Die Partie entwickelte sich nun zu einem einzigen Kampfspiel. Wie eine Flipperkugel flog der Ball von Strafraum zu Strafraum, die Mehrzahl der Flugbälle segelte allerdings in den Strafraum der Hamburger.
Am Spielfeldrand beriet sich St. Paulis Coach Blessin aufgeregt mit Co Peter Nemeth. Wie konnte man den Gastgebern noch den Drive nehmen? Die eigenen Leute wurden zu noch mehr Einsatz aufgefordert, es reichte zumindest dazu, keinen weiteren Treffer zu kassieren. Etwas glücklich nahm St. Pauli am Ende einen Punkt aus Berlin mit. Auch wenn Kapitän Jackson Irvine in der Nachspielzeit nach hartem Einsteigen gegen Schäfer noch mit der Gelb-Roten Karte vom Feld musste.
Union in Heidenheim, St. Pauli gegen Bayern
Das kommende Programm für beide Teams: Union ist am Samstagnachmittag beim 1. FC Heidenheim zu Gast (15.30 Uhr). St. Pauli empfängt am Samstagabend Bayern München (18.30 Uhr).





















