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Iran-Liveblog: ++ Hisbollah meldet mehr als 60 Angriffe auf Israel ++ | ABC-Z


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Stand: 23.03.2026 • 11:32 Uhr

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat sich zu den jüngsten Angriffe auf Israel bekannt. Israels Militär begann mit einer neuen Angriffswelle auf Teheran.

Bernd Rasem, ARD-aktuell, zur aktuellen Lage im Nahen Osten und die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Weltwirtschaft.

China hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an Iran zur Öffnung der wichtigen Straße von Hormus vor einer weiteren Eskalation gewarnt. “Sollte sich der Krieg ausweiten und die Lage sich erneut verschlechtern, könnte die gesamte Region in eine unkontrollierbare Situation stürzen”, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Lin Jian vor Journalisten auf Nachfrage zu Trumps Äußerungen.

Der israelische Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert. “Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen”, schrieb Saar auf der Plattform X. “Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.” Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.

Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und Hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland. Zuvor war es zum Tod eines Siedlers gekommen.

Der britische Premierminister Keir Starmer sieht derzeit keine Bedrohung für das britische Festland durch Iran. “Es gibt keine Einschätzung, dass wir in dieser Weise ins Visier genommen werden”, sagt Starmer mit Blick auf entsprechende Untersuchungen.

Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach Iran zwei ballistische Raketen auf den knapp 4.000 Kilometer von Iran entfernten US-amerikanisch-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert habe.

Die japanische Regierung will Iran nicht um Erlaubnis für die Durchfahrt von Öltankern durch die Straße von Hormus bitten. Auf die Frage, ob die Regierung Iran auffordern werde, japanische Schiffe die Straße von Hormus passieren zu lassen, sagte der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi dem Fernsehsender Fuji Television, dass Tokio dies “momentan” nicht in Betracht ziehe.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News erklärt, der Iran sei bereit, japanischen Schiffen bei der Durchfahrt durch die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus zu helfen. Araghtschi bestritt, dass die Straße von Hormus gesperrt sei.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon hat mehr als 60 Angriffe auf Israel innerhalb der vergangenen 24 Stunden für sich beansprucht. Hisbollah-Mitglieder hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit. Die ausgeweiteten Angriffe auf den erklärten Erzfeind Israel seien auch eine Antwort auf dessen “systematische Angriffe auf wichtige Straßen und Brücken” im Libanon.

Die israelische Armee greift im Libanon seit mehreren Tagen wichtige Brücken, Straßen und auch Tankstellen an. Israel wirft der Hisbollah-Miliz vor, über die Brücken Waffen zu schmuggeln. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden drei von fünf wichtigen Brücken, die über den Litani-Fluss führen, zerstört. Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach von einem Versuch Israels, die Region im Süden vom Rest des Landes “abzuschneiden” und eine Pufferzone entlang der Grenze aufzubauen.

Iran droht damit, den Persischen Golf zu verminen. Ein Angriff auf die iranische Südküste und die Inseln werde laut staatlichen Medienberichten dazu führen, dass die Schifffahrtswege im Golf durch die Verlegung von Seeminen abgeschnitten werden. Die USA planen laut der Nachrichtenwebsite Axios, die iranische Insel Charg, den wichtigsten Ölexporthafen des Landes, zu besetzen oder zu blockieren, um Teheran unter Druck zu setzen, die Straße von Hormus wieder für den gesamten Schiffsverkehr zu öffnen.

In diesem Fall werde sich der gesamte Golf praktisch für lange Zeit in einer ähnlichen Situation wie die Straße von Hormus befinden, heißt es in der Erklärung. Der iranische Verteidigungsrat erinnerte daran, dass nichtkriegführende Staaten die Straße von Hormus nur in Absprache mit Iran passieren können.

Die Ölpreise haben mit einem weiteren Preisanstieg auf das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump gegen Iran reagiert. Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai wurde am Morgen bei 113,45 Dollar gehandelt und damit etwas mehr als ein Prozent höher als am Freitag. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen Iran am 28. Februar hat sich Rohöl aus der Nordsee etwa 57 Prozent verteuert.

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, sieht die weltweite Energiesicherheit in Gefahr und kritisiert Deutschland angesichts des Iran-Kriegs für den Atomausstieg. “Die Situation wäre heute nicht so schlimm, wenn Deutschland die Kernkraftwerke noch hätte”, sagte Birol der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Die Bundesrepublik habe mit der Abkehr von der Kernenergie einen riesigen strategischen Fehler begangen. Nicht nur an den Tankstellen spüren die Menschen den durch den Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisschock. Höhere Energie- und Transportkosten treffen zunehmend auch andere Lebensbereiche und Unternehmen.

Ökonomen rechnen mit einer deutlich anziehenden Inflation und einem Dämpfer für die Konjunkturerholung in Deutschland. Birol betonte: “Ich habe nicht den Eindruck, dass die politischen Entscheidungsträger die Tragweite des Problems, in dem wir uns befinden, schon verstanden haben.” Er sagte der FAZ und anderen Medien, man stehe vor der “größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit”.

Staatliche Medien in Iran haben eine Liste mit Kraftwerken im Nahen Osten veröffentlicht, die Ziel von Angriffen werden könnten. Auf der Liste, die unter anderem von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Fars veröffentlicht wurde, stand auch das Atomkraftwerk Baraka in den Vereinigen Arabischen Emiraten nahe der Grenze zu Saudi-Arabien. Iran hatte kurz zuvor gedroht, Kraftwerke ins Visier nehmen zu wollen, die US-Militärstützpunkte mit Strom versorgen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat im Zusammenhang mit wechselseitigen Drohungen von Angriffen auf Energieinfrastruktur im Iran-Krieg vor dem Risiko einer “unkontrollierbaren Eskalation” gewarnt. Macron schrieb auf X, er habe mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman gesprochen. Macron forderte alle Konfliktparteien auf, ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und andere zivile Infrastrukturen einzuhalten, und drängte Iran, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus frei fließen zu lassen.

Die iranische Revolutionsgarde droht mit Vergeltungsangriffen auf Kraftwerke in Israel und auf solche, die US-Stützpunkte in der Region mit Strom versorgen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Erklärung hervor. “Wenn ihr die Elektrizität trefft, treffen wir die Elektrizität”, heißt es darin.

US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag gedroht, iranische Kraftwerke anzugreifen, sollte Teheran nicht binnen 48 Stunden die Straße von Hormus für die Schifffahrt öffnen. Zugleich dementierten die Garden, Wasserentsalzungsanlagen in der Region angreifen zu wollen.

Die pro-iranische Miliz Kataeb Hisbollah im Irak hat ihre fünftägige Pause von Angriffen auf die US-Botschaft in Bagdad verlängert. Die Frist werde “um weitere fünf Tage verlängert”, erklärte die Kataeb Hisbollah. Die Gruppe fügte hinzu, sie werde auf jede Verletzung durch den Feind angemessen reagieren und einen Vermittler über ihren “Reaktionsmechanismus” informieren.

Am Donnerstag hatte Kataeb Hisbollah erklärt, sie werde die Angriffe auf die Botschaft in Bagdad unter bestimmten Bedingungen einstellen, darunter ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete im Irak und in den südlichen Vororten Beiruts. Zuvor war die US-Botschaft mehrmals mit Drohnen und Raketen angegriffen worden. In der Nacht zum Sonntag und im Verlauf des Tages war es jedoch zu mehreren Angriffen in Bagdad gekommen. Am Flughafen der irakischen Hauptstadt richteten sich die Angriffe nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters gegen ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA.

Die israelische Armee hat eine groß angelegte Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe zielten auf “Infrastruktur des iranischen Terrorregimes” ab, erklärte die israelische Armee im Onlinedienst Telegram. Iranische Medien berichteten von Explosionen und Angriffen in Teheran. Zuvor wurde Israel mit Raketen angegriffen. Israel und die USA hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

Iran hat die Drohungen von US-Präsident Donald Trump in einem weiteren Schreiben an die Vereinten Nationen scharf kritisiert. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass der iranische UN-Botschafter, Amir Saeid Irawani, sowohl an den Sicherheitsrat als auch an UN-Generalsekretär António Guterres geschrieben hat. In dem Schreiben werden Angriffe auf Kraftwerke als “grundsätzlich wahllos und eindeutig unverhältnismäßig” bezeichnet. Trump hatte damit gedroht, solche Anlagen anzugreifen, sollte Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden öffnen. In einem Schreiben fordert Außenminister Abbas Araghtschi den UN-Sicherheitsrat außerdem auf, “die Aggressoren zu zwingen, alle rechtswidrigen Angriffe sofort einzustellen” und sie für Schäden an Irans Nuklearanlagen und anderen Einrichtungen schadensersatzpflichtig zu machen.

Auf die saudische Hauptstadt Riad sind zwei ballistische Raketen abgefeuert worden. Eine sei abgefangen worden, die andere in einem unbewohnten Gebiet niedergegangen, teilt das saudische Verteidigungsministerium mit.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt wegen des Iran-Krieges die Freigabe weiterer Ölreserven. Man berate sich dazu mit Regierungen in Asien und Europa, sagt IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. “Falls nötig, werden wir das natürlich tun.” Die IEA-Mitgliedstaaten hatten bereits am 11. März die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl beschlossen.

Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, fordert, der US-Präsident solle seine Drohung bezüglich der Straße von Hormus überdenken und zivile Infrastruktur in Iran verschonen. In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde der Flughafen beschossen.

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