Ukraine-Liveticker: Selenskyj kündigt Austausch des Verteidigungsministers an | ABC-Z

Kaum hatten amerikanische Medien berichtet, der Chef des Auslandsgeheimdiensts CIA, John Ratcliffe, habe Trump am Mittwoch unterrichtet, dass in der Nacht auf Montag nicht Putins Residenz, sondern ein militärisches Objekt im Nowgoroder Gebiet Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs geworden sei, bestellte Igor Kostjukow, der Leiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, einen Vertreter des Militärattachés an der amerikanischen Botschaft in Moskau ein. Er übergab dem Diplomaten ein angebliches Steuerungselement einer der nach russischen Angaben in der fraglichen Nacht abgeschossenen 91 Drohnen sowie „Entzifferungen“ von Zieldaten, die GRU-Spezialisten vorgenommen hätten. Die Daten, sagte Kostjukow, bestätigten eindeutig, dass Ziel des Angriffs die Präsidentenresidenz gewesen sei. Die Übergabe werde dazu dienen, „die Wahrheit festzustellen“, schloss der GRU-Leiter.
Mindestens aus der jüngeren Vergangenheit ist keine solche Aktion erinnerlich. Sie zeigt, dass Moskau seine bisherigen Bemühungen in dieser Einflussoperation für unzureichend erachtet. Putins Sprecher, Dmitrij Peskow, hatte den angeblichen Angriff auf Putin auch als solchen auf Trump und dessen Friedensbemühungen dargestellt, für Belege aber an das Militär verwiesen. Dieses war von der zunächst von Außenminister Sergej Lawrow erzählten Angriffsgeschichte offenkundig überrumpelt worden und hatte seine Verlautbarungen erst im Nachhinein daran angepasst.
Auch die am Mittwoch erfolgte Präsentation angeblicher Flugrouten der Drohnen und die Verbreitung von Aufnahmen von Drohnentrümmern im Schnee reichten danach nicht aus, um Trump für die russische Version zu gewinnen. Das Verteidigungsministerium holte zwar einen Mann vor die Kamera, der sagte, er habe in der Kleinstadt Waldaj nahe der Residenz das Geräusch von (Flugabwehr-)Raketen gehört; das unabhängige Portal Moschem Objasnit berichtete aber, 14 befragte Bewohner von Waldaj hätten keine Drohnen oder Abschüsse gehört und auch keine SMS-Warnungen erhalten, wie sie sonst verschickt werden. Das erhärtet die Vermutung, dass Moskaus Führung die Geschichte am Montag spontan aufbrachte und dabei womöglich die Beeinflussbarkeit Trumps überschätzt hat.
Der amerikanische Präsident teilte nach der Unterrichtung durch den CIA-Chef einen Kommentar der Zeitung „New York Post“ in seinem Truth-Social-Netzwerk mit der Überschrift „Putins ‚Attacke‘-Getöse zeigt, dass Russland derjenige ist, der einem Frieden entgegensteht“. Darin wird der russische Ansatz kritisiert, trotz ständiger Angriffe auf ukrainische Zivilisten und mehrerer Versuche, Selenskyj zu töten, zu behaupten, Gewalt in Putins Nachbarschaft verdiene besondere Empörung. „Jeder Angriff auf Putin ist mehr als gerechtfertigt.” Zum anderen heißt es, der Drohnenangriff habe „wahrscheinlich nie stattgefunden“, überhaupt sei „Putins ganzer Krieg eine Lüge“ und Russland arbeite auf der ganzen Welt gegen Trump.





















