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Ukraine-Krieg: Warum junge Ukrainer freiwillig zur Armee gehen | ABC-Z

Eine der ersten Aufgaben, die Illja bekam, war es, einen Unterstand zu bauen. Er habe sich da gleich richtig ins Zeug gelegt, erzählt er, „mit Zweigen getarnt und einen kleinen Ofen dazu“. Bei Luftalarm könne man sich dort gut verstecken. Er lächelt jetzt stolz und auch ein bisschen verlegen. Es ist ein Freitagnachmittag im Februar, an dem er gemeinsam mit seinem Kameraden Bogdan im Foyer seiner Unterkunft sitzt. Beide tragen Uniform.

Bogdan ist 22 Jahre alt und erst seit drei Tagen hier. Illja ist erst 18, aber schon seit November da, und hat seinem Kameraden hier alles gezeigt: den Trainingsplatz, die Kantine gegenüber, die Waschräume und die Viererzimmer mit je zwei Doppelstockbetten. An jeder Zimmertür hängt ein Zettel mit vier Fragen und Antworten: Wer bin ich? Ein Marine! Warum? Weil Krieg ist! Wie bin ich? Treu! Wann? Immer!

Das Trainingscamp befindet sich in der Zentralukraine. Der Ort darf aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden. Es ist ein Ausbildungslager der 38. Marinebrigade der Armee für 18 bis 24 Jahre alte Männer. Die Wehrpflicht gilt in der Ukraine von 25 Jahren an, doch wer 18 Jahre alt ist, kann sich freiwillig zum Dienst melden. Seit das Parlament im vergangenen Sommer die strikten Ausreiseregeln lockerte, dürfen junge Männer bis 22 Jahre das Land verlassen. Der Regierung zufolge soll das die Bindung an die Heimat und später auch die Verteidigungsbereitschaft stärken.

Daten des polnischen Grenzschutzes zeigen, dass seitdem rund 100.000 Männer zwischen 18 und 22 Jahren die Ukraine verlassen haben, etwa sieben Prozent aller Männer dieser Altersgruppe. Ob und wie viele bereits zurückgekehrt sind, ist nicht erfasst.

„Es fühlte sich einfach falsch an, nicht hinzugehen“

Illja und Bogdan haben sich für das Gegenteil entschieden: Sie sind geblieben und haben einen Vertrag mit der Armee geschlossen. „Ich verurteile niemanden, der weggeht“, sagt Bogdan. Jeder müsse seine Wahl treffen. Aus seinem Freundeskreis sind einige ins Ausland, andere in die Armee gegangen. Er erzählt von einem Onkel sowie Schulfreunden, die gefallen sind. „Es fühlte sich für mich einfach falsch an, nicht hinzugehen“, sagt er.

Seine Eltern und Großeltern leben in einem Dorf im Gebiet Tschernihiw nordöstlich von Kiew, an der Grenze zu Russland. Vor vier Jahren nistete sich dort die russische Armee ein, dann eroberte die Ukraine das Gebiet zurück.

Bogdan lebt da bereits in Kiew, schlägt sich mit Renovierungsarbeiten und auf dem Bau durch. Im harten Winter aber sind Aufträge rar. Und er hat Schulden. Auch deshalb geht er zum Rekrutierungsbüro.

Illja ist 14, als der große Krieg beginnt. „Damals habe ich beschlossen, zur Armee zu gehen, sobald ich 18 bin“, sagt er. Er fühlt die Verpflichtung, etwas für sein Land zu tun. Außerdem übt das Militär auch eine große Anziehungskraft auf ihn aus. Sein Vater, der Stiefvater und ein Onkel, die alle in der Armee sind, versuchen, ihm das auszureden. „Sie sagten, dass ich zu jung sei und erst mal das Leben genießen soll.“

Soldaten der 38. Marinebrigade im April 2025 bei einer Übung im Gebiet DonezkReuters

Nach der Schule lässt er sich zum Schlosser ausbilden, fährt Traktor in einem Agrarbetrieb. Doch nach seinem 18. Geburtstag unterschreibt er den Vertrag mit den Streitkräften. Wie Bogdan will auch Illja Drohnenpilot werden. Die Marines der 38. Brigade sind beiden ein Begriff, sie kennen hier schon Soldaten und bewerben sich deshalb direkt.

Viele Armee-Einheiten der Ukraine rekrutieren ihren Nachwuchs selbst. Sie schalten Werbung auf großflächigen Plakaten, im Fernsehen oder schicken Nachrichten auf Handys. Die 38. Marinebrigade hat einen guten Ruf. Das weiß auch Wladyslaw Schuljak. Der 26 Jahre alte Major mit rotem Vollbart und Pilotenbrille ist verantwortlich für die landesweite Rekrutierung der 5000 Mann starken Einheit, die vor allem im Osten der Ukraine kämpft. Er sagt: „Unsere Soldaten sind überall und unter allen Umständen einsetzbar.“

An einem Mittwoch im Februar trägt Schuljak ein großes Bild von Kerberos, dem Höllenhund, in ein unscheinbares Bürogebäude in Kiew. Es ist das Logo der Brigade. Drinnen riecht es nach Farbe; der Komplex ist frisch saniert. „Am Wochenende eröffnen wir hier ein Rekrutierungsbüro“, sagt Schuljak, während er überlegt, an welche Wand er das Bild hängen will. Das Büro ist das zweite nach Lemberg (Lwiw), sieben weitere sollen folgen. Der Personalbedarf ist groß. Zwei weiße Schreibtische stehen mitten in dem bitterkalten Raum. Heizung und Strom sind auch in diesem Stadtteil ausgefallen. Schuljak behält seinen Anorak an.

Kein spürbarer Einbruch, seit die Jungen ausreisen dürfen

Vertragssoldaten seien ihm die liebsten, sagt er. „Sie sind verlässlich und motiviert, alle Kommandeure wissen das.“ Das Verhältnis zwischen Eingezogenen und Freiwilligen in der ukrainischen Armee betrage heute etwa 40 zu 60. Für Freiwillige gibt es mehrere Optionen: Sie können sich einziehen lassen und sind nach Kriegsende sofort frei. Oder sie schließen Verträge für eine bestimmte Laufzeit, Standarddauer drei Jahre.

Wer 60 Jahre und älter ist, erhält maximal einen Einjahresvertrag, ebenso wie junge Leute zwischen 18 und 24 Jahren. Es sei denn, sie wollen Drohnenpiloten werden, dann sind es mindestens zwei Jahre. Wer sich freiwillig meldet, kann zudem über den Einsatzort mitbestimmen. Zwangsrekrutierte dagegen werden dorthin gesteckt, wo der Bedarf am größten ist, und das ist meist an vorderster Front.

Der Anteil der Soldaten über 60 sowie der jungen Freiwilligen in der Armee betrage etwa zehn Prozent, sagt Schuljak. Seit die Jungen reisen dürfen, hätten die Streitkräfte keinen spürbaren Einbruch in dieser Altersklasse verzeichnet. Wer sich für die Armee entschieden habe, reise nicht aus. Die Motive aber seien verschieden. „Manche jungen Leute idealisieren die Armee, wollen unbedingt dabei sein“, sagt Schuljak. „Andere kommen zu uns, weil sie Rache für getötete Verwandte und Freunde nehmen wollen.“

Wladyslaw Schuljak (links) hänngt ein großes Bild des Höllenhuds Kerberos auf.
Wladyslaw Schuljak (links) hänngt ein großes Bild des Höllenhuds Kerberos auf.Yulia Serdyukova

Die Armee bemüht sich besonders um junge Leute, und ein Mittel dabei ist Geld. Seit vergangenem Jahr erhalten Freiwillige bis 24 Jahre einen Bonus über eine Million Griwna, das sind rund 20.000 Euro. 20 Prozent davon gibt es bei Vertragsabschluss, 30 Prozent nach erfolgreichem Training und den Rest bei Vertragsende. Zusätzlich zum Sold, der für alle Soldaten rund 500 Euro beträgt und durch Boni aufgestockt werden kann – etwa für den Kampf an der Frontlinie, für lange Einsatzdauer oder Abschüsse. „Millionerki“ nennen sich die jungen Rekruten. Illja und Bogdan sagen, dass das Geld für sie motivierend, aber nicht ausschlaggebend war.

„Auch meine Eltern wollten mir die Armee ausreden“, sagt Bogdan. „Ob ich verrückt sei, in den Krieg, wie gefährlich!“ Er verzieht keine Miene, als er das erzählt. Seine Worte wählt er sorgsam. Er habe sich das alles genau überlegt, sagt er ruhig, aber bestimmt. „Ich will nicht, dass meine Eltern aus ihrer Heimat fliehen müssen. Und hier kann ich etwas Sinnvolles tun.“ Sie haben viel darüber gesprochen. Seit er den Vertrag unterzeichnet hat, unterstützen sie ihn.

„Natürlich sind sie besorgt“, sagt er. „Aber sie haben es akzeptiert, wir telefonieren viel.“ Bogdan hat einen jüngeren Bruder, 18, der auch zur Armee wollte. Bei ihm hatten die Bitten der Eltern Erfolg. „Er hilft ihnen zu Hause“, sagt Bogdan und klingt beinahe beruhigt. „Wir haben dort oft Luftalarm.“

Die Tage im Trainingscamp sind gleich: sechs Uhr Wecken, zwei Stunden Sport, Frühstück und dann Ausbildung. Samstags reinigen sie das Camp, die Sonntage sind frei. Illja hat die zwei Monate Basistraining schon hinter sich, jetzt folgt die professionelle Ausbildung als Drohnenpilot. Anfangs war er sich nicht sicher, ob das etwas für ihn ist, doch Freunde, die schon in der Armee sind, rieten ihm zu. Ist sicherer als Infanterie, hätten sie gesagt.

„Drohnen beherrschen alles“

Bogdan sagt, dass Drohnen heute eine sehr mächtige Waffe seien. Er hat ein Faible für Technik, freut sich auf die Ausbildung. Beide kennen Bezeichnungen wie „Vampir“ oder „Baba Jaga“, die gefürchteten Angriffsdrohnen der Ukrainer, die bis zu 15 Kilogramm Sprengstoff tragen können. Oder das Standardmodell „Mavic“, eine Drohne, die für Aufklärung und kleine Angriffe genutzt wird. Noch ist das für beide alles Theorie.

Anders als bei ihrem Kameraden Mykola, 22, seit vergangenem Jahr freiwillig als Infanterist in der 38. Brigade. Er ist seit gut einem halben Jahr von Drohnen umgeben, meist von feindlichen, und das an vorderster Front. Gleich sein erster Einsatz nach der Ausbildung ist nahe Myrnohrad bei Pokrowsk im Gebiet Donezk. Es ist einer der seit zwei Jahren am härtesten umkämpften Abschnitte der Front. „Drohnen beherrschen dort alles“, erzählt er bei einem Treffen in der Großstadt Dnipro. Sein Kommandeur hat ihm für die Begegnung mit der F.A.Z. freigegeben, am Nachmittag muss er zurück bei seiner Einheit sein.

Zuletzt harrte Mykola bis Mitte Januar drei Monate lang ununterbrochen in seiner Stellung aus. „Eigentlich müsste es öfter Rotationen geben“, sagt er. „Doch meist ist das gar nicht möglich.“ Weil Personal fehlt, vor allem aber wegen der Drohnen. „Die Fußwege zu unseren Positionen werden immer länger.“ Zuletzt hat er zwei Wochen für 22 Kilometer gebraucht, musste bei Frost durch russische Minenfelder und ständig vor Drohnen in Deckung gehen.

Mykola ist freiwillig als Infanterist bei der 38. Marinebrigade.
Mykola ist freiwillig als Infanterist bei der 38. Marinebrigade.Yulia Serdyukova

Mykola stammt aus Cherson in der Südukraine, einer Stadt, die vor vier Jahren von Russland besetzt, dann aber wieder befreit wurde. Sie liegt jedoch so nahe an der Front, dass russische Drohnenpiloten dort heute täglich Jagd auf Zivilisten machen. Seine Familie – Vater, Mutter und 17 Geschwister – floh am Tag der Großinvasion erst in die Karpaten und schließlich ins Ausland. „Ich war dann allein hier“, sagt Mykola.

Er ist das zweitälteste Kind der Familie und damals gerade 18 geworden. „Ich wollte sofort zur Armee“, erzählt er. „Aber im Rekrutierungsbüro haben sie mich weggeschickt. Sie wollten, dass ich erst die Berufsschule beende.“ Nach seinem Abschluss als Elektriker lehnt die Armee ihn abermals ab. „Sie sagten, ich sei zu jung und solle wiederkommen, wenn ich 21 bin.“

Erst im dritten Anlauf klappt es, obwohl auch seine Eltern strikt dagegen sind. „Mein Vater leitete mir ständig furchtbare Kriegsvideos weiter, dabei wusste er, dass er mich nicht umstimmen kann.“ Für die Infanterie entscheidet sich Mykola bewusst. Und trotzdem ist der Realitätsschock groß. „Die Gefahr lauert überall.“ Er erzählt von Observationsdrohnen in großer Höhe, die man nicht sieht und kaum hört. „Wer in Panik gerät, ist praktisch tot.“

Schon im September ist es in den Schützengräben eiskalt

Während seiner letzten Mission Anfang des Jahres hat er sechs Freunde verloren. Einer seiner älteren Kameraden wird getötet, ein anderer verwundet, als sie versuchen, einer Drohne auszuweichen. Mykola bringt den Verwundeten zum Evakuierungspunkt und gibt die Koordinaten des Gefallenen weiter.

Seine erste Mission bei Myrnohrad ist es, einen Stützpunkt in einem zweistöckigen Gebäude einzurichten – und das alles, ohne dass russische Drohnen es bemerken. Draußen zu sein, ist zu gefährlich, drinnen rückt er Möbel vor die Fenster, um sich und seine Leute vor Splittern zu schützen. Der im Herbst und Winter allgegenwärtige Nebel macht es fast unmöglich, den Feind zu entdecken.

Einmal sind die Russen nur zehn Meter im Haus gegenüber, was er erst bemerkt, als eine Frau aus dem Ort mit ihnen spricht und so deren Position verrät. Ist mal keine Drohne in Sicht, kundschaften Mykola und seine Einheit das Gelände aus, koordinieren Nachschub, melden, was vor sich geht. „Geländekenntnis ist extrem wichtig“, sagt er. „Man muss sofort wissen, wo man Deckung suchen kann, auch wenn es nur ein paar Zweige sind.“

Ihr Stützpunkt fliegt auf, als sie auf die Russen im Nachbarhaus schießen. „Wir sind sofort raus.“ Kurz darauf macht eine russische Gleitbombe ihr Haus dem Erdboden gleich. Sie suchen Deckung in Schützengräben, in denen es schon im September eiskalt ist. Aber Ruhe gibt es nicht. „Die Russen rücken in der Regel in drei Wellen vor“, erzählt Mykola.

Bogdan, 22, ist erst seit wenigen Tagen als Freiwilliger bei der 38. Marinebrigade.
Bogdan, 22, ist erst seit wenigen Tagen als Freiwilliger bei der 38. Marinebrigade.Yulia Serdyukova

Die erste Welle seien einstige Strafgefangene. „Alle high“, sagt er. „Die haben nichts, oft nicht mal Waffen, und sie suchen kaum Deckung, wenn du das Feuer eröffnest.“ Die zweite Welle bestehe aus Vertragssoldaten, meist zu Fuß. „Reiner Fleischwolf. Die sollen unsere Abwehr beschäftigt halten.“ Erst danach kommt die dritte Welle, Spezialeinheiten, zum Teil motorisiert. So erleidet die russische Armee zwar enorme Verluste, aber rückt doch langsam vor.

„Einmal hat unsere kleine Einheit mit sieben Leuten zwei russische Kompanien zerstört, rund 300 Soldaten.“ Mykola erzählt das alles ohne sichtbare Emotionen. Er wirkt abgeklärt, aber das trügt. „Du musst deine Gefühle kontrollieren“, sagt er. „Tust du das nicht, kannst du sterben.“ Nach der Rückkehr von seinem Einsatz Mitte Januar ist er zwei Wochen im Krankenhaus: Trauma wegen der Schockwellen und Explosionen. Vor allem Ruhe tut ihm gut.

Sein Juniorjahresvertrag läuft noch bis Ende des Monats. Vielleicht nimmt er eine Auszeit, wiederkommen will er auf jeden Fall – aber nicht mit einem weiteren Juniorvertrag. „Ich habe Erfahrungen gesammelt, ich bin qualifiziert. Ich will richtig in die Armee eintreten und Karriere machen. Ich will vorankommen.“

Wenn Kameraden anrufen, zittert er oft

Mit seinen Eltern telefoniert er, wann immer es geht. Vor zwei Jahren sind sie in die Ukraine zurückgekehrt, leben jetzt in Schytomyr. Neulich hat er sie besucht, aber es kaum ausgehalten. Sobald eine Tür schlägt, zuckt er zusammen. „Es ist schon besser geworden, nur manchmal brauche ich noch Beruhigungspillen.“ Wenn Kameraden anrufen, zittert er oft und ist erleichtert, wenn seine Leute am Leben sind.

Auch Mykola hat Freunde, die das Land verlassen haben. „Ich verurteile sie nicht, einige haben ihr Zuhause verloren, ich bin mit ihnen in Kontakt. Jeder muss seinen Weg gehen.“ Er aber bereue nichts. „Ich wusste, dass es schwer wird, aber jetzt weiß ich, was es wirklich kostet“, sagt er mit Verweis auf seine getöteten Kameraden.

Auch Bogdan und Illja haben sich Gedanken über den Tod gemacht. „Ich weiß, was ich tue, und ich akzeptiere das Risiko“, sagt Bogdan und erzählt von Freunden, die durch Bomben getötet wurden. „Klar habe ich Angst, alle haben doch Angst vor dem Tod“, sagt Illja. Im Training haben sie darüber nicht gesprochen, aber es gibt Psychologen in der Einheit. Dass der Krieg schnell endet, wünschen sich beide. „Ich will, dass mein Dorf nicht mehr angegriffen wird“, sagt Bogdan.

Illja sagt, dass er seine Familie vermisst. Seit er im Camp ist, hat er sie nicht besuchen können. „Ich will sie bald sehen. Ich kann eigentlich an gar nichts anderes denken.“ Über die Zeit nach dem Krieg macht er sich keine Gedanken. Bogdan will dann vielleicht eine eigene Firma gründen.

Mykola sagt, dass er jetzt noch mehr als zuvor kämpfen will, „weil mein Ärger noch größer ist und ich die Toten sehr persönlich nehme“. Wenn er weitermacht, will er auf jeden Fall wieder zur Infanterie. „Ich muss den Feind sehen.“ Er hofft auf mehr junge Leute, kritisiert die Überalterung der ukrainischen Streitkräfte. „Ich bin mehrmals nur knapp dem Tod entronnen, weil ich mit Opas die Stellung wechseln musste.“ Opas nennt er Soldaten über 50. „Wir Jungen tragen schon ihre Munition und ihre Waffen mit, aber sie sind einfach nicht mehr so schnell.“ Das gefährde die ganze Einheit.

Über eine Zukunft nach dem Krieg macht auch er sich keine Gedanken. „Ich denke heute nicht über zwei Tage hinaus.“ Mykola ist sich sicher, dass dieser Krieg irgendwann enden wird. Die Frage sei, für wie lange. „Solange dieses Russland unser Nachbar ist, wird nicht lange Ruhe sein“, sagt er.

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