Überraschende Wahlempfehlungen in Freising und Moosburg – Freising | ABC-Z

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich unterlegene Bewerber vor einer Stichwahl für einen der verbliebenen Kandidaten positionieren. So stellt sich der ÖDP-Ortsverband bei der OB-Wahl in Freising klar hinter Nico Heitz von den Grünen. Es gibt aber Wahlempfehlungen, die es in sich haben, weil sie eine größtmögliche Entfremdung aufzeigen. Wie bei Birgit Mooser-Niefanger und der Freisinger Mitte. Angetreten als unabhängige Bewerberin, lag Mooser-Niefanger im ersten Wahlgang deutlich hinter Monika Schwind von der Freisinger Mitte (34,2 Prozent) und Heitz (21,9). Für die Stichwahl kündigt sie nun an, dass sie den Grünen-Kandidaten wählen werde und empfiehlt das auch anderen.
Pikant daran ist, dass Mooser-Niefanger zwar einmal stellvertretende Landrätin für die Grünen war, 2017 aber zur Freisinger Mitte wechselte. Zuletzt war sie dritte Bürgermeisterin für die Gruppierung. Im Dezember 2025 gab sie überraschend bekannt, dass sie sich doch nicht aus der Kommunalpolitik zurückziehen wolle und im OB-Wahlkampf mitmischen werde. Da hatte sich die FSM längst auf Schwind festgelegt. Mooser-Niefanger lobt nun explizit den fairen Wahlkampf der Grünen und sagt, sie traue Heitz „eine pragmatische und lösungsorientierte Politik“ zu. CSU, SPD und „Freising für alle“ verzichten dagegen auf eine Wahlempfehlung.
Ähnlich ist die Situation in Moosburg. In der Stichwahl unterstützen die Freien Wähler Maximilian Mader von der CSU und nicht etwa Amtsinhaber Josef Dollinger. Der war bis vor gut einem Jahr selbst Mitglied der Freien Wähler und sitzt für diese weiterhin im Kreistag. In Moosburg tritt er dieses Mal aber als unabhängiger Bewerber an. Im ersten Wahlgang nahmen sich Dollinger und FW-Bewerber Reinhard Lauterbach (14,1 Prozent) wohl gegenseitig Stimmen weg. Fraktionsvorsitzender Lauterbach schreibt nun: „Wir wollen keinen Stillstand, sondern einen Bürgermeister, der wie wir anpackt und die Menschen zusammenführt“. Mader verkörpere diesen Wechsel.

Bei der Landratswahl unterstützt die FDP Susanne Hoyer (CSU), die im ersten Wahlgang mit 32,3 Prozent vor Amtsinhaber Helmut Petz (FW) lag, der auf 27,8 Prozent kam. Hoyer sei eine „Anpackerin“, inhaltlich gebe es viele Schnittmengen, etwa bei der Verbesserung des ÖPNV, schreibt FDP-Kreisrat Tobias Weiskopf. ÖDP und SPD empfehlen dagegen Petz.
Drängende Probleme wie die fehlenden Jahresabschlüsse und ein besserer Hochwasserschutz seien auf den Weg gebracht worden, betont ÖDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Reuß. Die SPD lobt, dass Petz wichtige Themen wie Schulneubauten und die Zukunftsfähigkeit des Klinikums vorantreibe. Hoyer wechselte übrigens im Frühjahr 2025 von den Freien Wählern zur CSU. Keine konkrete Empfehlung geben die Grünen ab. Sie raten, Positionen abzuwägen. Besonders das Thema dritte Startbahn „bleibt für unseren Landkreis relevant“.





















