Tote bei gegenseitigen Luftangriffen in der Ukraine und Russland | ABC-Z

Nach gegenseitigen Angriffen gibt es sowohl in der Ukraine als auch in Russland Tote und Verletzte. Unterdessen zielt Moskau weiter auf die ukrainische Energieinfrastruktur – und verstärkt offenbar seine Angriffe an der Front.
Die Ukraine und Russland haben sich erneut gegenseitig angegriffen. Das russische Militär griff ukrainischen Angaben zufolge unter anderem die Stadt Saporischschja an. Zwei Menschen wurden dabei getötet, wie der Chef der Regionalverwaltung, Ivan Fedorow, mitteilte. Zudem seien sechs Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. Eine russische Drohne soll ein Privathaus getroffen haben.
Russland nahm auch erneut die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier. Nach Angaben der Behörden führten weitere Angriffe dazu, dass ein Großteil der Region Tschernihiw im Norden der Ukraine zeitweise keinen Strom hatte. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen.
Russland zufolge soll die Ukraine ein Gebäude in der Grenzregion Belgorod angegriffen haben. Nach Angaben des dortigen Gouverneurs sollen dabei vier Menschen getötet worden sein. Eine weitere Frau sei schwer verletzt aus den Trümmern geborgen worden, schrieb Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Der Angriff habe demnach eine soziale Einrichtung im Dorf Smorodino getroffen. Der Ort liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.
Planung für eine neue Offensive?
Insgesamt zeichnen sich verstärkte Kämpfe an der Front im Osten ab. Die Ukraine berichtete von 161 einzelnen Gefechten. Innerhalb von 24 Stunden sollen 1.240 russische Soldaten verletzt oder getötet worden sein. Diese Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die von der Ukraine gemeldeten Zahlen jedenfalls liegen deutlich höher als in den vergangenen Wochen.
Schwerpunkt der Kämpfe soll einmal mehr die Stadt Pokrowsk in der Region Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden. Russland bleibt unterdessen bei seiner Darstellung, dass seine Truppen auf dem Vormarsch seien.
Auch das Institute for the Study of War (ISW) berichtete am Freitag, man habe in den vergangenen Tagen eine Zunahme von russischen Angriffen an der Front beobachtet. Das ISW vermutet, dass es sich bei einigen dieser Angriffe um Aufklärungsmissionen gehandelt haben könnte. Das Ziel: die ukrainischen Stellungen für künftige Bodenangriffe im Rahmen einer Frühjahrs- und Sommeroffensive auszuloten und zu testen.
Wer ist das ISW?
Das Institute for the Study of War (ISW) ist nach eigenen Angaben eine unabhängige und überparteiliche Denkfabrik in Washington D.C., die zu Sicherheitspolitik und militärischen Krisen forscht und dazu regelmäßig Aufsätze und Analysen veröffentlicht. Die Schwerpunkte liegen derzeit auf der Ukraine und Russland, auf dem Nahen Osten sowie auf China und seinen Nachbarn. Im Krieg gegen die Ukraine etwa verfolgt das ISW den Frontverlauf in regelmäßigen Updates.
Das Institut ist gemeinnützig und erhält nach eigenen Angaben keine finanzielle Unterstützung der US- oder einer anderen Regierung, sondern finanziert sich vor allem durch Spenden von Unternehmen. Es gibt enge Verbindungen zu Vertretern des US-Militärs; so sitzt etwa der Ex-General David Petraeus im Vorstand.





















