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Tofu-Scherennudeln mit cremiger Kimchi-Sahnesauce · Eat this! | ABC-Z

Bei unseren Tofu-Scherennudeln steckt die Extraportion Protein direkt im Teig. Dazu gibt’s eine würzige, cremig-sahnige Kimchi-Sauce mit ziemlich großem Suchtfaktor.

„Ah, wie geil die aussehen!“, „Oh, ich liebe einfach diesen Biss!“ … ich werde es nie müde, reinste Lobgesänge auf Scherennudeln zu singen. Nadine ist schon latent genervt davon, weil ich mich im Endeffekt ja auch nur immer und immer wiederhole. Sie sind einfacher gemacht als jede andere Nudel – und da zähle ich meine heiß geliebten schwäbischen Spätzle mit. Sie haben eine ganz besondere Textur und sind unglaublich wandelbar. Weiß sie alles schon. Nicht, weil ich’s ihr immer wieder erzähle wie so ein seniler Papagei, sondern weil sie die Schnippel-Teigwaren aus denselben Gründen (fast) genauso gerne macht wie ich.

Und so ist das hier schon das dritte Rezept, das auf dem Blog landet, und ich verspreche, es wird nicht das letzte sein. Unsere Tofu-Scherennudeln sind aber trotzdem etwas ganz Besonderes, denn dieses Mal kommt Tofu direkt mit in den Teig. So machen wir die Nudel selbst proteinreicher, sie übernimmt also quasi eine Doppelrolle.

Dafür wird Naturtofu mit etwas Wasser und Salz cremig püriert und dann mit Mehl zum Nudelteig verarbeitet. Wenn du einen Food Processor hast, kannst du darin sowohl pürieren als auch kneten und sparst dir so Hand- und Spülarbeit. Dann kommen sie wie gewohnt für etwa 15 Minuten zum Ruhen in den Kühlschrank. Danach schneidest du sie mit der Schere entweder direkt ins gesalzene Kochwasser oder – mit etwas Abstand, damit sie nicht zusammenkleben – auf ein leicht bemehltes Brett. Dabei musst du quasi auf nichts achten: einfach nicht zu dicke Stücke mit der Schere abschneiden, fertig. Wenn sie in etwa aussehen wie im Hochsommer leicht angetrocknete Nacktschnecken, sind sie perfekt – sorry fürs leicht unappetitliche Kopfkino.

Scherennudeln vor dem Kochen

Während die Nudeln etwa 8 Minuten köcheln, bereiten wir schnell die Sauce zu. Da gehen wir voll in die Fusion-Richtung und machen eine cremige Sauce aus selbst gemachtem oder gekauftem Kimchi, etwas vom Kimchi-Sud und Hafersahne. Dafür werden Frühlingszwiebeln angeschwitzt. Die kannst du ebenfalls mit der Schere klein schneiden und sparst dir noch mal ein Teil zum Abwaschen. Genauso wie den fermentierten Chinakohl, der grob gehackt oder eben geschnippelt wird. Die Schere ist in Korea übrigens ein viel wichtigeres Küchenutensil als bei uns. Sie wird nicht nur zur Vorbereitung als Tag-Team-Partnerin des Messers verwendet, sondern auch am Tisch – zum Beispiel zum Portionieren von Korean Barbecue. Selbst ich als Messer-Nerd finde, dass wir uns davon ein wenig abschauen könnten. Pizza lässt sich zum Beispiel auch besser mit der Schere schneiden!

Der weiße Teil der Frühlingszwiebel wird kurz angeschwitzt, dann kommt etwas Tomatenmark für die Farbe und mehr Umami dazu. Wenn das schön ziegelrot ist, wird Kimchi unter Rühren scharf angebraten und mit Hafersahne abgelöscht. Dann darf die Sauce bei niedriger Hitze leicht einköcheln, bis die Tofu-Scherennudeln gar sind. Die nimmst du am einfachsten mit dem Schaumlöffel aus dem Kochwasser und gibst sie direkt in die Sauce. Die Stärke im Kochwasser sorgt dann dafür, dass sich Nudeln und Sauce gut miteinander verbinden.

Zum Schluss noch mit geröstetem Sesam und dem Frühlingszwiebelgrün toppen und dann bitte nachsprechen: „Ah, wie geil die aussehen!“, „Oh, ich liebe einfach diesen Biss!“ Schwarzer Pfeffer passt übrigens auch 1A. Das fiel uns allerdings erst beim Essen auf.


Für die Tofu-Scherennudeln

Für die Kimchi-Sahnesauce

  • Tofu mit Wasser und Salz im Food Processor, im Mixer oder mit dem Pürierstab cremig pürieren. Anschließend mit dem Mehl vermengen und im Food Processor oder von Hand 5 Minuten zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Abgedeckt 15 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

    200 g Tofu, 85 ml Wasser, ½ TL Salz, 250 g Weizenmehl Type 405

  • Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Das Grün als Topping beiseitestellen. Kimchi grob hacken.

    2 Frühlingszwiebeln, 160   g Kimchi

  • Etwa 1 l Salzwasser zum Kochen bringen. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und mit der Schere etwa 3 cm lange, nicht zu dicke Nudeln direkt ins köchelnde Wasser oder auf ein leicht bemehltes Brett schneiden. 6–8 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen, dabei gelegentlich umrühren.

  • Währenddessen Öl in eine heiße Pfanne geben, den weißen Teil der Frühlingszwiebel 1 Minute bei mittlerer bis hoher Hitze unter Rühren anschwitzen. Tomatenmark dazugeben und unter Rühren anbraten, bis sich das Öl ziegelrot färbt.

    ½ EL Rapsöl, 2 EL Tomatenmark, 2 Frühlingszwiebeln

  • Kimchi unterheben und kurz scharf anbraten. Dann mit Hafersahne aufgießen, kurz aufkochen und anschließend bei niedriger Hitze leicht köcheln lassen, bis die Nudeln gar sind.

    160   g Kimchi, 150 ml Hafersahne

  • Tofu-Scherennudeln abgießen und tropfnass mit in die Pfanne geben. Die Sauce bei Bedarf mit Salz abschmecken.

  • Mit Frühlingszwiebelgrün und geröstetem Sesam getoppt servieren.

    1 EL gerösteter Sesam, 2 Frühlingszwiebeln

Du kannst auch eine fettreduzierte Hafersahne verwenden, damit wird das Rezept etwas leichter.


Tofu-Scherennudeln mit Kimchi-SahnesauceTofu-Scherennudeln mit Kimchi-Sahnesauce

Jörg

Die nerdige Hälfte von Eat this! Liebt es, auch aufwändiger zu kochen und ist deshalb vermutlich für die langen Rezepte auf dem Blog verantwortlich. Kann nie genügend Kochmesser haben und liebt Chilis in allen Formen und Farben. In der Freizeit sitzt er gerne auf dem Fahrrad und hört dabei Metal.

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