Tirol Werbung sogt mit abfälligem Instagram-Post über Südtirol für Ärger | ABC-Z

Die Geschichte Tirols ist kompliziert. Alles fing natürlich mit den Römern an, mit Drusus und Tiberius. Zu den zwei Jahrtausenden, die darauf folgten, kann man kurz zusammenfassend sagen: Es war sehr wechselhaft.
Napoleon teilte das Land bereits zwischen Bayern, Italien und Frankreich auf – man erinnere sich an den Freiheitskämpfer Andreas Hofer, der fast auf den Tag genau vor 216 Jahren erschossen wurde (20. Februar). Nach dem Ersten Weltkrieg kam dann die Trennung in einen nördlichen, zu Österreich gehörenden Teil und ein Südtirol, das fortan zu Italien gehörte.
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Vielleicht muss man das alles ein bisschen im Hinterkopf behalten, wenn man die Erregung betrachtet, die Instagram-Posts der in Innsbruck ansässigen Tirol Werbung ausgelöst haben. Die “Nordtiroler Tourismusorganisation”, wie das Südtiroler Portal stol.it betont, habe “einen kuriosen Vergleich mit Südtirol” gezogen, “der von vielen als geschmacklos empfunden wird”.
Österreich gleich Kaiserschmarrn
Ein Screenshot der mittlerweile gelöschten Kampagne zeigt die Aussage: Tirol sei nicht gleich Südtirol. Man liebe Südtirol, heißt es dort auf Englisch, es sei aber ein anderes Land. Und wer da noch mit der Stirn runzelt und sich fragt, wie groß die Unterschiede wohl sein mögen, wird von der Werbung auf den rechten Pfad geführt. Tirol sei: Österreich, klassische Alpenstimmung, Kaiserschmarrn und Knödel, Skifahren, Radfahren und Wandern. Südtirol dagegen sei Italien, italienisches Flair, Pizza und Wein sowie ein Dialekt, der unmöglich zu verstehen sei.

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Da trieft es nun, das Klischee, und sorgt für Unfrieden zwischen den beiden Nachbarn mit der wechselvollen gemeinsamen Geschichte. Im Gespräch mit ORF Tirol erklärte sich der Marketingleiter von Tirol Werbung: “Wir folgen da einem derzeit aktuellen Trend auf Instagram. Unter dem Hashtag ‘vorgestellt’ oder ‘vorstellen’ stellen sich eben Destinationen, Regionen in ganz Europa vor, zeigen: Was sind ihre Eigenheiten? Aber auch, was sind im Vergleich zu anderen Destinationen und Urlaubsregionen ihre Vorzüge? Und das auf humoristische Weise mit Augenzwinkern.“
“Besondere Beziehung”
Dass das im Fall des Tirol-Südtirol-Vergleichs nicht so ganz geklappt hat, räumt Patricio Hetfleisch im Interview mit dem Sender ein: Es sei der “besonderen Beziehung zwischen Südtirol und Tirol” nicht gerecht geworden. Dass Südtirol mit Italien gleichgesetzt werde, sei historisch wie kulturell nicht korrekt.

© IMAGO/Bernd Feil /M.i.S.
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Hetfleisch gibt an, es habe keinen politischen Druck gegeben, den Post zu löschen. Dennoch gibt es Reaktionen aus der Politik. Südtirols Landesrat für Tourismus, Luis Walcher, meldete sich zu Wort: “Das hätten die Tiroler Touristiker, ehrlich gesagt, nicht nötig“, zitiert stol.it den SVP-Politiker.
Wie der Sender ORF berichtet, äußerte sich auch der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle kritisch: “Dieses Sujet der Tirol Werbung entspricht nicht dem Euregio-Gedanken, nicht der Zielsetzung der Tiroler Euregio-Präsidentschaft und nicht meinem persönlichen Zugang.” Gelassen bleibt dagegen die Südtiroler Marketingagentur IDM (Innovators Developers Marketers) mit Sitz in Bozen. Man habe das Posting registriert, teilt die IDM der AZ mit. “Die Tirol Werbung hat es mittlerweile gelöscht. Weiter möchten wir uns nicht äußern.”

© IMAGO/Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder
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Auf der Facebook-Seite der “Tiroler Tageszeitung” sorgte der Instagram-Beitrag dennoch für Aufruhr. “Ist mir vollkommen unverständlich, dass man so Werbung macht, keine Sensibilität, kein Gespür für die Menschen, wie ein Elefant im Porzellanladen”, schreibt eine Nutzerin. “Das ist eine unerträgliche Zündlerei”, kritisiert ein anderer. Auf Italienisch stellt dann einer die Frage aller Fragen: “Aber warum müsst ihr euch gegenseitig bekämpfen, wenn ihr doch in Frieden leben könnt?”





















