Taufkirchner sollen über umstrittenes Bauvorhaben abstimmen dürfen – Landkreis München | ABC-Z

Die Bevölkerung in Taufkirchen darf voraussichtlich doch über das größte städtebauliche Vorhaben in ihrem Ort abstimmen. Zwar hat der Gemeinderat ein eingereichtes Bürgerbegehren zum „Quartier am Bahnhof“ im Dezember als unzulässig abgelehnt. Doch nun wollen alle Fraktionen in dem Gremium über einen gemeinsamen Antrag ein Ratsbegehren anstoßen. Dieses soll unter dem Titel „Quartier am Bahnhof – Erneuern statt verfallen lassen“ die Bürgerschaft befragen, ob sie dafür ist, „dass die alten Passagen am Bahnhof erneuert werden und aus dem bisherigen Gewerbegebiet ein modernes und attraktives, vielseitig genutztes Ortsviertel entsteht“.
Den zugehörigen Antrag haben die Fraktionen von CSU, Grünen, SPD und Unabhängigen Wählern Taufkirchen (UWT) laut einer Mitteilung der Taufkirchner Grünen am Mittwoch gemeinsam gestellt. Nun soll der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. März darüber abstimmen. Eine Mehrheit gilt dabei als sicher, schließlich sind bei dem Antrag lediglich der fraktions- und parteilose Bürgermeister Ullrich Sander sowie die Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT) außen vor. Letztere hatte Ende November ein Bürgerbegehren namens „Stoppt die Gigantomanie am Bahnhof!“ eingereicht, um das größte Bauvorhaben in der Gemeinde auszubremsen.
Zwar sammelte die ILT ausreichend Unterschriften für ihr Ansinnen, jedoch lehnte es der Gemeinderat als unzulässig ab – aus „formalen Gründen“ sowie wegen „wesentlicher Irreführungen“ in der Begründung. Gegen diese Entscheidung hat die ILT beim Verwaltungsgericht München geklagt; ein Urteil in der Sache steht noch aus. Unabhängig davon dürfte nun dennoch über das „Quartier am Bahnhof“ abgestimmt werden.
Der Gemeinderat sei der Auffassung, heißt es in dem interfraktionellen Antrag, „dass bei dem für die Gemeinde Taufkirchen wichtigen Thema der Ortsentwicklung auf der Westseite der Bahn die Bürgerinnen und Bürger gefragt werden sollten“. Die derzeitige Planung sieht vor, dass das 12,6 Hektar große Areal, das derzeit ein reines Gewerbegebiet ist, in den nächsten Jahren in ein modernes Quartier mit Wohnungen für bis zu 2000 Menschen, Büros, Gewerbeflächen, Einzelhandel, Gastronomie und sozialen Einrichtungen umgewandelt wird.
Befürworter des Vorhabens, das der Gemeinderat stets mit großer Mehrheit vorangetrieben hat, sehen darin eine „Jahrhundertchance“ für Taufkirchen, wie es Bürgermeister Sander formulierte. Kritiker wie die ILT hingegen befürchten ein „Siedlungsmonstrum“ und eine „urbane Umwälzung mit deutlicher Verkehrszunahme“.





















