“Tatort: Fackel”: So dramatisch war der Grenfell-Tower-Brand in London | ABC-Z

Im Mittelpunkt des neuen “Tatort: Fackel” (22. März, 20:20 Uhr, das Erste) aus Frankfurt am Main steht ein Hochhausbrand mit 13 Toten, der Jahre zurückliegt und dessen Ursache bis heute ungeklärt ist. Der Verdacht steht im Raum, dass vorschriftswidrig verbautes billiges Dämmmaterial das Feuer begünstigt hat. Ein Untersuchungsausschuss soll die Verantwortlichen benennen, droht aber ergebnislos zu enden… Inspiriert wurde das Drehbuch von Sebastian Heeg und Tom Schilling – bekannt als Hauptdarsteller in “Werk ohne Autor” oder “Achtsam Morden” – durch eine reale Katastrophe.
Grenfell Tower im Westen Londons
In der Nacht vom 14. Juni 2017 steht der Grenfell Tower im Westen Londons innerhalb kurzer Zeit lichterloh in Flammen. Bei dem Brand in dem 24-stöckigen Sozialbau im Stadtteil North Kensington, 1974 errichtet und wenige Jahre zuvor modernisiert, kommen 72 Menschen ums Leben. Wie die “Tagesschau” berichtet, beginnt das Inferno laut Ermittlern in einer Wohnung im vierten Stock, doch zur Katastrophe wird es erst durch die Fassade: brennbare Verkleidung und Dämmstoffe wirken wie ein Brandbeschleuniger, die Flammen fressen sich in Minuten an der Außenhaut nach oben.
Während sich das Feuer ausbreitet, bleiben viele Bewohner in ihren Wohnungen – nicht aus Leichtsinn, sondern weil ihnen genau das geraten wurde. Wie “Deutschlandfunk” aus dem Untersuchungsbericht zusammenfasst, hält die Feuerwehr zu lange an der sogenannten “stay put”-Strategie fest, dem Standardrat, im geschlossenen Apartment auf Hilfe zu warten, statt in verqualmten Treppenhäusern zu fliehen.
Abriss gestoppt
Jahre später ist der verkohlte Turm hinter weißen Planen und Gerüsten verborgen- und die Frage, wie es so weit kommen konnte, ist zur Staatsaffäre geworden. Ein Untersuchungsbericht spricht von “jahrzehntelangem Versagen” von Behörden, Politik und Unternehmen, von Inkompetenz und Profitgier, die den Einsatz hochbrennbarer Materialien an Hochhausfassaden ermöglichten. Die 72 Toten seien “allesamt vermeidbar” gewesen, heißt es in dem Bericht.
Der britische Premierminister Keir Starmer entschuldigt sich laut “ZDF” im Parlament bei den Überlebenden und Hinterbliebenen und räumt ein, der Staat habe seine grundlegendste Pflicht verletzt: die Pflicht, seine Bürger zu schützen. Gegen Dutzende Personen und Unternehmen wird strafrechtlich ermittelt, doch bis zu möglichen Anklagen dürften noch Jahre vergehen. Lange war nicht klar, ob der Grenfell Tower als Mahnmal stehen bleiben soll oder abgerissen wird.
Man entschied sich für Abriss, doch wie “n-tv” berichtete, wurde der von der britischen Regierung Anfang März 2026 vorerst gestoppt, nachdem Angehörige in den Ruinen des Hochhauses Spuren mutmaßlicher Opfer gefunden hatten.
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