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Internationaler Frauentag: Rund 30.000 Menschen bei Demo in Berlin | ABC-Z

Stand: 08.03.2026 • 16:42 Uhr

Rund um den Internationalen Frauentag sind in Berlin zahlreiche Menschen für mehr Gleichstellung auf die Straße gegangen. Für Montag ruft eine Initiative Frauen zu einem weltweiten Streik auf.

  • Zahlreiche Demos rund um Internationalen Frauentag in Berlin und Brandenburg
  • 30.000 Teilnehmende bei größter Demo vom Oranienplatz zum Roten Rathaus
  • In Brandenburg finden 248 Veranstaltungen verteilt über einen Monat statt
  • Großer “Frauenstreiktag” am Montag, 9. März

Tausende Menschen haben am Internationalen Frauentag in Berlin für die Gleichberechtigung von Frauen demonstriert. Vor allem bei einer Kundgebung am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg wurde es eng – aufgerufen dazu hatte ein Deutsche Gewerkschaftsbund, Verdi und andere Gruppen unter dem Titel “feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich” aufgerufen.

Nach Einschätzung der Berliner Polizei lag die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei rund 27.000. Die Veranstalter sprachen von 30.000 Menschen – es waren in jedem Fall deutlich mehr als die 10.000, die sie zunächst angemeldet hatten. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, sagte eine Polizeisprecherin.

Zur traditionellen Radfahrt linker und lesbischer Frauengruppen “Purple Ride” versammelten sich gegen Mittag laut Polizei mehrere hundert Menschen am Mariannenplatz in Kreuzberg. Der ist Start- und Endpunkt, die Strecke führt auch durch Mitte.

Am Nachmittag sind weitere Demonstrationen zum Frauentag in Berlin geplant. So liefen linke und linksradikale Gruppen unter dem Titel “Feminism Unlimited” von der Schönhauser Allee bis zum Rosa-Luxemburg-Platz, 3.000 Demonstrantinnen wurden erwartet. Gefordert wird antifaschistischer und antikapitalistischer Feminismus.

Protest, Party und Sonderführungen

Die Betonung auf internationale linke Kämpfe setzt eine weitere größere Demonstration mit dem Motto “8. März International” mit 1.200 erwarteten Teilnehmerinnen. Um 15 Uhr sollte es am Kottbusser Tor in Kreuzberg losgehen, sie sollte an der Reuterstraße in Neukölln enden.

Weitere kleinere Demonstrationen mit jeweils 200 Teilnehmerinnen waren am Alexanderplatz, am Gesundbrunnencenter und abends erneut am Mariannenplatz geplant.

Anlässlich des Frauentags findet im am Sonntag ab 18 Uhr im Forum Factory in Kreuzberg ein Festival mit Konzerten, Filmen, Poetry, Ausstellungen und einer Party statt. Die staatlichen Museen in Berlin bieten am Wochenende teilweise Sonderführungen an, über die Interessierte sich auf den jeweiligen Webseiten der Einrichtungen informieren können.

Bereits am Samstagabend war ein “Protestlauf” vom RAW-Gelände in Friedrichshain nach Kreuzberg und wieder zurück mit 150 Teilnehmerinnen angekündigt. Er richtete sich “gegen Diskriminierung und Ungleichheiten von FLINTA* im und marginalisierten Gruppen im Sport”.

Fast 250 Veranstaltungen in Brandenburg

In Brandenburg sind in dieser Woche bereits die 36. Brandenburgischen Frauenwochen mit dem Motto “WTF – Wut trifft Feminismus” gestartet, die der frauenpolitische Rat Brandenburg koordiniert. “Uns ist aufgefallen, dass es sehr viele Themen gibt, die uns als Feministinnen, als Frauen, als Flinta* sehr wütend machen”, sagt Hanna Steiner vom Autonomen Frauenzentrum als Teil des Beirats, der das diesjährige Motto mitbestimmt hat. “Seien es die Kürzungen, die vor allem queere Organisationen und Frauenorganisationen getroffen hatten oder dass eine Reform der Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs nicht gelungen ist. Dieser Wut wollen wir mit dem diesjährigen Motto Ausdruck verleihen”, so Steiner.

In ganz Brandenburg gibt es den ganzen Monat lang 248 Veranstaltungen [frauenpolitischer-rat.de], die von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten organisiert und gefördert werden. Stattfinden werden Diskussionsrunden, Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Kundgebungen, Lesungen und Treffen für enger gefasste Zielgruppen wie etwa ein Vernetzungstreffen für Alleinerziehende und ihre Kinder mit Osterbasteln in Birkenwerder (Oberhavel), eine Frauenwanderung mit Museumsbesuch in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) oder einen Ostfrauen*Salon in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark).

“Frauenstreiktag” am 9. März

Für den Montag nach dem 8. März sind in Berlin weitere Demonstrationen angemeldet, meist unter dem Motto “Frauenstreiktag”. Die voraussichtlich größte findet unter dem Titel “Globaler Frauen*streik” zwischen 12 und 18 Uhr am Brandenburger Tor statt mit erwarteten 5.000 Teilnehmerinnen. Man wolle weltweite Bedrohung, Rechtsruck und Angriffe auf Gleichstellungspolitik und Frauenrechte nicht länger hinnehmen.

Am Montag ist auch in diesem Jahr wieder eine Blumen­niederlegung am Clara-Zetkin-Denkmal geplant. Das Frauennetz Marzahn-Hellersdorf lädt dazu mit Redebeiträgen von Politiker:innen und Aktivist:innen ein. Aufgrund der aktuellen Umgestaltung des Parks können die Blumen diesmal jedoch nicht direkt am Denkmal niedergelegt werden, sondern nur vor dem Bauzaun.

Wie ein Sprecher der Berliner Polizei rbb|24 sagte, wurde zudem von der Initiative “Töchterkollektiv” für Montag um 15 Uhr eine Kundgebung am Bebelplatz mit 5.000 erwarteten Teilnehmenden angemeldet.

Sendung: Radioeins vom rbb, 08.03.2026, 11:00 Uhr

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