Musiala, Guirassy, Kane – die Themen vor dem Bundesliga-Restart | ABC-Z

Die Bundesliga startet mit einer englischen Woche ins neue Jahr. Die Themen, über die die Fans neben dem sportlichen Geschehen diskutieren, drehen sich um Rückkehrer, Torrekorde, Dauerbrenner, kontroverse Träume oder auch wackelnde Trainer.
Jamal Musiala – der Rückkehrer
Derjenige, auf den nicht nur die Bayern-Fans sehnlichst warten, ist ein echter Hoffnungsträger. Die Münchner würden zwar wohl auch ohne Jamal Musiala Meister werden, aber die Chancen der deutschen Nationalmannschaft bei der WM im Sommer dürften sich durch den fitten 22-Jährigen deutlich erhöhen.
Bayerns Jamal Musiala wieder beim Training dabei
Der Wadenbeinbruch Musialas, der ihn seit Sommer lahmgelegt hat, ist ausgeheilt. Cheftrainer Vincent Kompany machte jüngst Hoffnung, Musiala könne noch im Januar wieder in der Startelf der Bayern stehen. “Das wäre so ein Idealplan von uns”, sagte der Belgier.
Dino Toppmöller – der Wackler
Eintracht Frankfurt ist mit derzeit 25 Punkten Tabellensiebter – zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Spielzeit lagen die Hessen auf Rang drei (mit 27 Zählern). Und trotz des geringen Unterschieds steht Trainer Dino Toppmöller in der Kritik. Der Grund: Der jüngste Trend spricht gegen die Eintracht. Die Frankfurter gewannen nur eines ihrer vergangenen sechs Pflichtspiele, mussten an den ersten 15 Spieltagen 30 Gegentore hinnehmen (nur Heidenheim kassierte mehr).
Frankfurts Dino Toppmöller beim Bundesliga-Spiel gegen den HSV
So viele Tore zum gleichen Zeitpunkt waren es zuletzt vor 41 Jahren. Allein neun Gegentreffer in der Schlussviertelstunde (ab der 76. Minute). Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann stärkte Toppmöller im Podcast der Eintracht allerdings demonstrativ den Rücken, sprach von einer “absoluten Erfolgsbilanz”.
Lennart Karl – der Visionär
Die unerfreulichen Reaktionen einiger Bayern-Anhänger waren erwartbar. Dabei hatte Deutschlands Super-Talent Lennart Karl nur seine Wünsche geäußert. “Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid”, sagte der 17-Jährige ganz unverblümt auf einem Fanklub-Treffen des FCB kurz vor dem Start der Bundesliga 2026. “Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns. Natürlich ist Bayern etwas sehr Besonderes.”
Bayerns Lennart Karl in der Bundesliga gegen Mainz
Bemerkenswert, dass der junge Mann nicht einmal mehr unkommentiert öffentlich seine Träume benennen darf. Aber zumindest spricht es für sein Selbstbewusstsein, dass er nach ein paar sportlich guten Monaten bereits auf höchster europäischer Ebene Ziele formuliert. Viele Tausend junge Fußballer haben diesen Traum. Karl könnte sich diesen eines Tages sogar erfüllen.
Said El Mala – der Künstler
Said El Mala hat mit seinen spektakulären Dribblings und seinen Toren (6 Treffer und 3 Vorlagen in 15 Spielen) die Bundesliga seit Saisonbeginn begeistert – obwohl er nur sechs Mal in der Startelf stand. Sogar eine Einladung zur Nationalmannschaft gab es von Bundestrainer Julian Nagelsmann im vergangenen November, eine WM-Teilnahme für den 19-Jährigen ist sicher auch keine Utopie, sondern ein zunehmend realistisches Szenario.
Kölns Said El Mala im Zweikampf mit Unions Janik Haberer
Für FC-Trainer Lukas Kwasniok ist der Senkrechtstarter aus Köln ein “Künstler”, den er behutsam in seine sportlichen Pläne einbettet. Für manch einen Fan zu behutsam. Sie würden den gebürtigen Krefelder künftig gerne häufiger in der Startelf sehen. Ob Kwasniok sie erhört?
Serhou Guirassy – der Spätzünder
Bisher läuft wahrlich nicht alles rund bei Serhou Guirassy. Gerade einmal fünf Tore sind dem gebürtigen Franzosen mit der Staatsbürgerschaft von Guinea in dieser Spielzeit für Borussia Dortmund in der Bundesliga gelungen. Demgegenüber stehen sechs vergebene Großchancen – kein anderer Spieler vergab so oft eine klare Einschussmöglichkeit (von seinen jüngsten 23 Torschüssen in der Bundesliga nutzte Guirassy nur einen).
Dortmund Serhou Guirassy (l) in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach
Aber: Der 29 Jahre alte BVB-Angreifer war auch in der vergangenen Spielzeit bereits ein Spätzünder. In der vergangenen Saison hatte Guirassy nach 15 Spieltagen auch nur sechs Treffer auf dem Konto, nach der Winterpause schoss er die Dortmunder mit weiteren 15 Toren bis in die Champions League. Sollte ihm eine ähnliche Bilanz erneut gelingen, wären sicher alle Beteiligten zufrieden.
Manuel Neuer – der Dauerbrenner
Bis Ende März, Anfang April wird es noch dauern, bis er seine Entscheidung verkünden wird. Dann werden alle Fußballfans wissen, ob Manuel Neuer auch über den Sommer hinaus noch im Tor des FC Bayern stehen oder er seine Karriere beenden wird. Das gab der 39-Jährige jüngst bekannt. Das Kriterium: seine körperliche Leistungsfähigkeit. Sollte er die physischen Anforderungen noch ein weiteres Jahr überstehen können, wäre wohl eine Vertragsverlängerung möglich – aber nur dann.
Bayerns Manuel Neuer (l) pariert den Ball gegen Sporting CB in der Champions League
Seit fast 15 Jahren ist der Weltmeister von 2014 die unumstrittene Nummer eins im Tor der Münchner. Zuvor stand Neuer bereits fünf Jahre im Tor von Schalke 04.
Harry Kane – der Kaltblütige
Harry Kane führte die Bayern am 15. Spieltag in Heidenheim erstmals als Kapitän aufs Feld – und er sammelte mit seinem Tor den 100. Scorer-Punkt in der Bundesliga (81 Tore, 19 Torvorlagen). Seit Beginn der detaillierten Datenerfassung (1992/93) erreichte Kane diese Marke so früh wie kein anderer Spieler – im 78. Spiel.
Bayerns Harry Kane (Mitte) setzt sich gegen zwei Heidenheimer durch
Wenn er weiter so kaltblütig weitermacht und weiterhin rechnerisch 1,27 Tore pro Partie erzielt, kann der englische Nationalstürmer sogar noch die Marke von 41 Treffern in einer Saison knacken – aufgestellt in er Saison 2020/21 vom Polen Robert Lewandowski, ebenfalls im Trikot des FCB. Der 32 Jahre alte Kane würde dann sogar auf 43 Saisontore kommen.
Kasper Hjulmand – der Solide
Der frühe Trainerwechsel bei Bayer 04 Leverkusen nach nur zwei Spieltagen sorgte für Schlagzeilen, sportlich war der Wechsel von Erik ten Hag zu Kasper Hjulmand allerdings ein absoluter Volltreffer. Seit der Däne die Werkself coacht, holte nur Tabellenführer Bayern München mehr Punkte (Bayer 28; FCB 35), feierte mehr Siege (Bayer 9; FCB 11) und schoss mehr Tore (Bayer 29; FCB 46) als die Rheinländer. Kein anderer Trainer in der langen Bayer-Historie gewann anteilig so viele Bundesliga-Spiele wie Hjulmand (69 Prozent).
Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand jubelt nach dem Schlußpfiff bei seiner Mannschaft
Und das alles, obwohl der 53-Jährige gar keine Vorbereitungszeit hatte. Nun hatte Hjulmand zumindest ein paar Tage Zeit, in denen er seinem Team mit seiner soliden Arbeit noch mehr Struktur verleihen kann. Mit Bayer 04 Leverkusen wird also in den kommenden Monaten zu rechnen sein.






















