Borussia Mönchengladbach vergibt gegen Heidenheim wertvolle Punkte im Abstiegskampf – Sport | ABC-Z

Die Sache mit dem Sommerzeit-Fluch wäre eigentlich lustig, wenn es für Borussia Mönchengladbach nicht so traurig wäre. Es ist nämlich so: Im vergangenen Jahr hat Gladbach im Zeitraum der Sommerzeit seine 15 saisonübergreifenden Bundesliga-Spiele nicht gewinnen können. Die Borussen gewannen damals das letzte Spiel am Tag vor der Zeitumstellung Ende März mit 1:0 gegen RB Leipzig, und sie gewannen das erste Spiel nach der Zeitzurückstellung mit 4:0 beim FC St. Pauli. Während der Sommerzeit gewannen sie kein einziges Mal.
Nun hat kürzlich die Sommerzeit wieder begonnen. Am 29. März wurden die Uhren umgestellt, und im ersten Spiel am Ostersamstag kam Gladbach gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim, das mit Abstand schwächste Auswärtsteam der Liga, nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Es war das 17. Sommerzeit-Bundesliga-Spiel nacheinander, das die Borussia nicht gewinnen konnte. Das bislang letzte war ein 3:2-Sieg gegen Heidenheim am 19. Oktober 2024. So ein Sommerzeit-Fluch ist der Horror, wenn man wie Gladbach in Abstiegsgefahr steckt. Für die Borussia trafen nun Wael Mohya (16.) und Franck Honorat (74.), für Heidenheim Patrick Mainka (26.) und Marnon Busch (64.).
Borussen-Fans, die ihre Hoffnung daran klammern, dass der schon die ganze Saison an Kniebeschwerden laborierende Kapitän und Torjäger Tim Kleindienst zeitnah zurückkehrt, um Gladbach vor dem Abstieg zu retten, müssen jetzt erfahren, dass es eher nicht so aussieht, als könnte der seit einem knappen Jahr verletzte 30 Jahre alte Mittelstürmer und Nationalspieler in dieser Saison noch einmal relevant ins Geschehen eingreifen. Kleindienst sagte am Ostersamstag in einem Interview beim Radiosender WDR2: „Ich habe das therapeutische Laufen hinter mir, jetzt geht es an die Fußball-Spezifik, und ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren und für die letzten zwei Saisonspiele noch eine Option sein kann.“
„Am Ende ist es die Entscheidung des Bundestrainers, in welchem Zustand er mich akzeptieren würde“, sagt Kleindienst
Das klingt nicht gut für Gladbach, und es klingt auch nicht gut für die Nationalmannschaft und für Kleindiensts Hoffnung, vielleicht doch noch auf den WM-Zug aufzuspringen und in letzter Minute vom Bundestrainer Julian Nagelsmann für die Weltmeisterschaft in Nordamerika nominiert zu werden. Zwar hält Nagelsmann dem Gladbacher Stürmer die Tür explizit einen Spaltbreit offen, weil der Bundestrainer in Niclas Füllkrug und Tim Kleindienst nur zwei Spieler mit dem Profil des kopfballstarken Mittelstürmers zur Auswahl hat – aber ein Kleindienst, der zehn Wochen vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Mannschaft nur Lauftraining absolviert, drängt sich als WM-Stürmer nicht gerade auf. Das sieht er selbst auch so. „Am Ende ist es die Entscheidung des Bundestrainers, in welchem Zustand er mich akzeptieren würde“, sagt Kleindienst. „Ich würde sicher nicht als Stammspieler zur WM fahren – man muss einfach sehen, wofür es reicht.“
Ganz ausschließen will der Torjäger, der in sechs Länderspielen vier Treffer erzielt hat, seinen WM-Einsatz aber nicht. „In zehn Wochen kann man schon ordentlich was an Substanz trainieren“, sagt Kleindienst, „aber meine Prio Nummer eins ist, gesund zu werden, und im besten Falle werde ich für Gladbach noch mal eine Option für die letzten beiden Spiele.“
Im Sommer 2025 war Kleindienst am Knie operiert worden. Ende November hat ihn Borussias Trainer Eugen Polanski in zwei Bundesligaspielen kurz vor Schluss für jeweils eine Minute erstmals wieder eingewechselt. Doch im Dezember musste sich Kleindienst am selben Knie noch einmal einem arthroskopischen Eingriff unterziehen. Seither wartet er auf die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Ursprünglich war man im Klub von seiner Rückkehr im Februar ausgegangen, mittlerweile sieht es so aus, als könne er nicht vor Mai auf den Platz zurückkehren.
Die von Kleindienst angesprochenen letzten beiden Saisonspiele bestreitet Gladbach, das derzeit fünf Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz hat, am 9. Mai in Augsburg und am 16. Mai gegen Hoffenheim. Zwischen diesen beiden Spielen nominiert Nagelsmann am 12. Mai seinen WM-Kader.





















