Trump droht Nato-Ländern nach Rutte-Besuch: „Erinnert euch an Grönland“ | ABC-Z

Nur kurz nach dem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte goss US-Präsident Donald Trump bereits wieder Öl ins Feuer. Enttäuscht über die fehlende Unterstützung von Nato-Ländern wie Deutschland, Spanien oder Frankreich im Iran-Krieg macht Trump seinem Ärger über das Militärbündnis erneut Luft: „Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten und sie wird auch nicht da sein, falls wir sie wieder brauchen“, schrieb Trump in Großbuchstaben am Mittwochabend auf seiner Plattform Truth Social.
„Erinnert euch an Grönland, dieses große, schlecht geführt Stück Eis“, fügte er in dem Post hinzu, ohne weitere Angaben zu machen. Die Arktisinsel, die sich Trump noch Anfang des Jahres für die USA einverleiben wollte, gehört zum Gebiet des Nato-Partners Dänemark.
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ wollen die USA die Nato für ihre mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg „bestrafen“. Trump hatte die Nato-Verbündeten unter anderem aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Diese hielten sich allerdings angesichts der laufenden Kampfhandlungen mit Zusagen zurück. Washington erwägt demnach einen Truppenabzug aus Ländern, die die US-Offensive gegen den Iran nicht unterstützt haben.
Trump droht mit Verlassen der Nato
Trump hat die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung der Nato-Partner für den Krieg gegen den Iran wiederholt kritisiert. Zudem schürten manche seiner Äußerungen Ängste vor einem möglichen Austritt der USA aus dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Der US-Senat müsste einem Nato-Austritt mit Zweidrittelmehrheit zustimmen – was als sehr unwahrscheinlich gilt.
Trump traf sich am Mittwoch im Weißen Haus mit Nato-Generalsekretär Rutte. Dieser sagte dem US-Sender CNN nach der Unterredung, es sei klar, dass Trump „eindeutig enttäuscht“ sei über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten. Rutte beschrieb das Treffen mit Trump als „sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden“.
Grönland wurde kurzzeitig zur neuen Trump-Obsession
Anfang des Jahres hatte Trump offen mit einer Übernahme der strategisch bedeutenden Arktisinsel Grönland geliebäugelt – notfalls auch gewaltsam. Davon sah er nach einem Sturm der Entrüstung unter den europäischen Nato-Partnern schließlich wieder ab. Er beharrte jedoch auf Verhandlungen zu dem Thema. Zudem startete die Nato einen neuen Einsatz, der die militärische Präsenz in der Arktis verstärken soll.
Dänemark und auch die Regierung des weitgehend autonomen Grönlands lehnen eine Übernahme durch die USA strikt ab. Unter anderem die Regierung in Kopenhagen hatte zudem gewarnt, dass eine US-Annexion Grönlands das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses bedeuten würde.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik – meinungsstark, exklusiv, relevant.
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zu.
Trump hatte sein Vorgehen mit der Behauptung begründet, dass Grönland sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.
os/dpa/afp





















