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Kommunalwahlen 2026 im Landkreis Ebersberg: Alle Landratskandidaten im Überblick – Ebersberg | ABC-Z

Der Mann, der dem Landkreis Ebersberg einen der spannendsten Wahlabende der vergangenen Jahrzehnte beschert hat, tritt wieder an – allerdings gibt es keine Neuauflage des Duells um das Amt des Ebersberger Landrats von 2013: Damals hat der Grafinger Unternehmer Ernst Böhm ein historisch gutes Ergebnis für die Sozialdemokraten eingefahren; nur mit einer hauchdünnen Mehrheit eroberte letztlich der Vaterstettener Robert Niedergesäß in der Stichwahl das Landratsamt für die CSU. Diesmal ist Böhm zwar nach einer Pause wieder wählbar, allerdings nur auf Platz vier der SPD-Liste, nicht als Landratskandidat. Auch ein anderer Bewerber oder eine andere Bewerberin aus den Reihen der SPD fand sich diesmal nicht. Das heißt aber nicht, dass Robert Niedergesäß ohne Konkurrenz antritt: Statt vier Mitbewerbern wie 2020 hat er aber diesmal nur zwei.

Das liegt auch daran, dass ein weiterer Kandidat nicht zugelassen wurde: Der Zornedinger Maximilian Ziegler wollte für die Bayernpartei antreten, darf aber nicht, so hat es nach dem örtlichen Wahlleiter nun auch der Beschwerdeausschuss entschieden. Die Bayernpartei war davon ausgegangen, dass sie keine Unterschriften für eine Zulassung zur Wahl sammeln musste, weil sie 2020 mit einem Vertreter in das Gremium eingezogen war. Allerdings ist ihr Kreisrat Thomas Lechner zwischenzeitlich zu den Freien Wählern gewechselt – somit erfüllte die Bayernpartei nicht die Voraussetzung, dass sie bis zum 90. Tag vor dem Wahltag im Gremium vertreten war.

Amtsinhaber Robert Niedergesäß, CSU

Robert Niedergesäß hat einige ereignisreiche Jahre als Landrat hinter sich. (Foto: Christian Endt)

Seit 2013 ist Robert Niedergesäß Chef im Eberberger Landratsamt, er folgte seinem Parteifreund Gottlieb Fauth nach, der aufgrund einer schweren chronischen Krankheit vorzeitig sein Amt niederlegen musste. Am ersten Wahlabend verpasste Niedergesäß gegen drei Mitbewerber die absolute Mehrheit, bei der Stichwahl setzte er sich mit knapp 51 Prozent der Stimmen gegen Ernst Böhm von der SPD durch. Die Wiederwahl 2020 war weniger spektakulär, auch hier hatte Niedergesäß zwei Mitbewerber und eine Mitbewerberin, schaffte aber seine Wiederwahl im ersten Anlauf mit mehr als 60 Prozent der Stimmen.

Die bisherigen Amtszeiten des Vaterstetteners waren an Herausforderungen nicht arm: die Unterbringung von Geflüchteten, die Corona-Jahre, die Folgen, des Ukrainekriegs, um nur einige zu nennen. Inzwischen kämpft der Landkreis vor allem finanziell, insbesondere die in die roten Zahlen gerutschte Kreisklinik und die anstehenden teuren Schulbauten machen die Situation kritisch. Dass der 54-Jährige dennoch die Lust am Job nicht verloren hat, hat er schon früh deutlich gemacht, seine Nominierung, erst durch den Kreisvorstand und dann durch die Delegierten, war daher reine Formsache.

Thomas von Sarnowski, Grüne

Thomas von Sarnowski ist 2020 in den Kreistag eingezogen, nun will er Chef im Landratsamt werden.
Thomas von Sarnowski ist 2020 in den Kreistag eingezogen, nun will er Chef im Landratsamt werden. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Grüne Thomas von Sarnowski ist nicht nur im Landkreis Ebersberg bekannt, auch in ganz Bayern kennen ihn viele, schließlich war er von 2021 bis 2024 Parteivorsitzender der Grünen im Freistaat. Im Stimmkreis Ebersberg ist der 37-Jährige zweimal als Direktkandidat bei der Landtagswahl angetreten, 2018 kam er dabei auf 21,1 Prozent, 2023 auf 17,9 Prozent. Seit 2020 ist Sarnowski im Kreistag vertreten.

Dort treten die Grünen immer wieder als deutliche Kritiker des amtierenden Landrats auf, der einige kostenträchtige Entscheidungen allein getroffen hat, obwohl er den Kreistag hätte einbinden müssen, wie ihm die Rechtsaufsichtsbehörde offiziell bescheinigt hat. Bei seiner Landratskandidatur setzt der Grünen-Bewerber, der mit seiner Familie in Ebersberg wohnt und in der Energiewirtschaft tätig ist, vor allem auf die Energiewende als Thema, auch die Mobilitätspolitik nennt er als großen Schwerpunkt seiner Arbeit.

Christoph Birghan, AfD

Christoph Birghan bei einer Veranstaltung in Zorneding im Jahr 2019.
Christoph Birghan bei einer Veranstaltung in Zorneding im Jahr 2019. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

In Traunstein stößt der AfD-Politiker Christoph Birghan derzeit gehörig auf Gegenwind: Andere Hausbewohner finden es unerfreulich, dass er in einem Altstadthaus sein Wahlkreisbüro einrichten möchte. Das Büro plant er in seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter. Im Parlament in Berlin ist Birghan seit Frühjahr 2025 vertreten. Der 55-jährige Steinhöringer war nicht in seinem Heimatlandkreis Ebersberg, sondern im Wahlkreis Traunstein angetreten und über die Liste in den Bundestag eingezogen.

Dennoch bewirbt sich Birghan, der bisher kommunalpolitisch nicht aktiv ist, nun in Ebersberg als Landratskandidat und darüber hinaus als Gemeinderatskandidat in Steinhöring. In einer Pressemitteilung zur Nominierung kritisiert der Patentanwalt vor allem „exorbitante Steuergeldverschwendungen“ des Amtsinhabers.

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