Archäologische Funde aus Augsburg: Seltenes Mosaik aus der Römerzeit präsentiert – Bayern | ABC-Z

Vor 40 Jahren wurde es zufällig von Schülern gefunden, jetzt ist es endlich fertig restauriert: In der Augsburger Stadtarchäologie wurde am Mittwoch ein seltenes Mosaik aus der Römerzeit präsentiert. Ausgestellt wird der Fund bei der Landesausstellung in Augsburg. Der Termin dafür wurde aber von der Staatsregierung um einige Jahre verschoben. Das kommt nicht überall gut an.
Das antike Mosaik soll ein Höhepunkt der Archäologischen Landesausstellung und des geplanten Römischen Museums in Augsburg werden. Mosaike von dieser Größe werden nur selten gefunden, erklärt Sebastian Gairhos, Leiter der Stadtarchäologie. Meistens würden von den Fliesenmustern nach so langer Zeit nur einzelne Steinchen übrig bleiben. Den letzten großen Mosaikfund in Augsburg gab es im Jahr 1571.
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Das neu restaurierte Mosaik wurde zusammen mit zwei weiteren Mosaiken 1986 im Garten des Klosters Sankt Stephan im Augsburger Domviertel gefunden. Schüler des Gymnasiums wollten dort ein Biotop anlegen, dabei stießen sie auf die antiken Überreste. Anschließend legten Archäologen bei einer Grabung Teile eines römischen Gebäudes frei.
Um das seltene Mosaik restaurieren zu können, musste es zunächst aus der Grabungsstelle geborgen werden. Dafür wurde der 2,5 Meter lange und einen Meter breite Fußboden in fünf Teile getrennt. Das Mosaik besteht aus einem schwarz-weißen Rautenmuster mit spindelförmigen Dekorelementen. Es wurde in einer Spezialwerkstatt in Rheinland-Pfalz über mehrere Monate restauriert. Das fertige Objekt ist auf eine besondere Platte montiert, wodurch das Ausstellungsstück weniger als 100 Kilogramm wiegt.

Die Aufbereitung des Mosaiks wurde vom Freistaat Bayern und der Vera-Setzer-Stiftung finanziell unterstützt. In Schwaben sind römische Mosaikfunde äußerst rar. Es gibt nur wenige erhaltene Beispiele. Diese stammen vor allem aus Augusta Vindelicum, dem heutigen Augsburg.
In einem Museum steht das neu restaurierte Mosaik jedoch noch nicht. Aktuell lagert es im Museumsdepot der Augsburger Stadtarchäologie. Ursprünglich sollte das Mosaik auf der Landesausstellung „Römerwelten“ 2029 präsentiert werden. Die Ausstellung findet in Bayerns Römerzentren Augsburg und Kempten statt.
Doch das bayerische Kunstministerium hat den Start der Landesausstellung auf 2033 verschoben. Es werde gewartet, bis das Römermuseum in Augsburg fertiggestellt ist, so Bayerns Kunstminister Markus Blume. Das neue Museum soll mit der Landesausstellung zeitlich und konzeptionell eng verzahnt werden. Ziel der Landesausstellungen sei es, die bayerische Museumswelt dauerhaft zu stärken. Dafür sollen Augsburg und Kempten bei ihren römischen Museen unterstützt werden.

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Augsburgs Kulturreferent Jürgen Enninger bedauert die Verspätung. Bei der Planung der Landesausstellung mit dem Freistaat habe es bereits Verzögerungen gegeben. Für ihn war die Verschiebung der Ausstellung daher keine Überraschung. Außerdem seien für Enninger die Synergien eines neuen Römermuseums und der Landesausstellung nicht von der Hand zu weisen. Zudem betont er, dass er dankbar für Bayerns Unterstützung beim geplanten Römermuseum ist.
Klare Kritik zur Entscheidung der Landesregierung kommt aus Augsburgs SPD-Stadtratsfraktion. Sie sieht die Verschiebung der Landesausstellung um mehrere Jahre mit Bedenken, teilte die Fraktion mit. „Wir machen uns Sorgen, dass Augsburg angesichts der Sparpolitik der Landesregierung wieder einmal leer ausgeht“, sagt Christine Wilholm, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion. Kunstminister Blume verspricht: „Das Römermuseum in Augsburg ist in so greifbarer Nähe wie noch nie.“
In Kempten, dem zweiten Ort der Landesausstellung „Römerwelten“, wurde die Nachricht über die Verzögerung anders aufgenommen. Oberbürgermeister Thomas Kiechle freut sich über den Aufschub. Entscheidend sei nicht das Datum, sondern, dass das historische Erbe nachhaltig präsentiert werden kann. Es sei nun möglich, für die Ausgrabung eines antiken Wohnquartiers im archäologischen Park Cambodunum zusammen mit dem Freistaat eine Überdachung zu bauen.





















