Politik

Ganze “Festung” nachgebaut: Wie die CIA monatelang Maduros Leben ausspähte | ABC-Z

Ganze “Festung” nachgebautWie die CIA monatelang Maduros Leben ausspähte

04.01.2026, 13:04 Uhr

Venezuelas langjähriger Präsident Nicolás Maduro rasselte verbal gerne mit dem Säbel – jetzt sitzt er in den USA im Gefängnis. (Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump beschreibt die Festnahme des venezolanischen Diktators Maduro wie eine “Fernsehshow”. Nun werden immer mehr Details zu der geheimen Operation öffentlich. Die US-Streitkräfte sollen auf Basis von Geheimdienstinformationen ihren Einsatz geübt haben.

Es ist einer der außergewöhnlichsten Einsätze in der US-Geschichte: In der Nacht zum Samstag greifen die USA Venezuela an und nehmen Staatspräsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefangen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge beruhte die “Operation Absolute Resolve” (Operation Absolute Entschlossenheit) auf monatelanger Vorbereitung. Wie die “Washington Post” unter Berufung auf hochrangige Insider berichtet, ging der Militäroperation eine außergewöhnliche verdeckte Aktion voraus, um Maduros “Lebensmuster” bis ins kleinste Detail zu verfolgen.

Vor dem Einsatz der Kommandos habe es “monatelange Arbeit unserer Geheimdienstmitarbeiter gegeben, um Maduro ausfindig zu machen und herauszufinden, wie er sich bewegte, wo er lebte, wohin er reiste, was er aß, was er trug und welche Haustiere er hatte”, wird General Dan Caine, Vorsitzender der US-Stabschefs, in dem Bericht zitiert. Der Präsident habe den Soldaten “viel Glück und gutes Gelingen” gewünscht, so der General.

Die CIA habe über eine Quelle innerhalb der venezolanischen Regierung verfügt, die Informationen über Maduros Bewegungen und Aufenthaltsorte lieferte, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Zeitung. Im August schleuste der Geheimdienst demnach ein kleines Team eigener Mitarbeiter nach Venezuela ein, um Maduros Tagesablauf zu überwachen und US-amerikanischen Spezialkräften Informationen zukommen zu lassen, so die Person weiter.

Maduros Position und Bewegungen seien zudem von einer Flotte von Tarnkappendrohnen überwacht worden, die neben den Hinweisen des CIA-Informanten eine nahezu lückenlose Überwachung ermöglicht haben sollen, berichtet die “New York Times”. Bereits im Dezember habe er den Angriff und die Festnahme der Maduros genehmigt, sagte US-Präsident Donald Trump.

Maduros Gebäude nachgebaut

Vor ihrem Einsatz sollen die Einsatzkräfte das Gebäude, in dem sie Maduro vorfanden, nachgebaut und sich darin vorbereitet haben, sagte Trump. Den US-Einsatzkräften sei es demnach gelungen, binnen “Sekunden” speziell gesicherte Stahltüren zu durchbrechen. “So etwas habe ich tatsächlich noch nie gesehen,” so der US-Präsident, der den kompletten Einsatz gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und Generälen laut eigenen Angaben verfolgte. Es sei gewesen, “wie in eine Fernsehsendung zu schauen”, so der Republikaner.

Zudem habe eine große Zahl von Flugzeugen, Hubschraubern und Kampfjets bereitgestanden. Maduro und seine Frau seien aus ihrem Schlafzimmer gezerrt worden, berichtet der US-Sender CNN. Die Maduros seien sehr gut bewacht gewesen, so Trump: “Eigentlich war er in einer Festung.”

Die US-Streitkräfte sollen ähnlich den Vorbereitungen vor 15 Jahren für die Operation trainiert haben, bei der der Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden getötet wurde. “Sie haben tatsächlich ein Haus gebaut, das identisch mit dem war, in das sie eingedrungen sind, mit all den Tresoren und dem ganzen Stahl”, sagte Trump in der Sendung “Fox & Friends”.

Anfang Dezember sei das Militär einsatzbereit gewesen, habe jedoch die richtigen Bedingungen abgewartet. Trump sagte, ursprünglich sei der Einsatz vor Silvester geplant gewesen, habe sich dann aber wegen schlechten Wetters um vier Tage verzögert. Am Freitag, den 2. Januar um 22.46 Uhr Washingtoner Zeit (Samstagfrüh 04.46 Uhr MEZ) gab der US-Präsident als Oberbefehlshaber schließlich den Einsatzbefehl für die “Operation Absolute Resolve”.

Viele Anklagepunkte

Maduro sieht sich nun mit Anklagen wie Drogenhandel, Verschwörungen zum Kokainhandel und Waffendelikten konfrontiert, die aus einem langjährigen Bundesverfahren in New York stammen. Die US-Staatsanwaltschaft wirft Maduro vor, das Kartell der Sonnen – ein venezolanisches Drogenhandelsnetzwerk, bestehend aus hochrangigen Regierungs- und Militärbeamten – mitgeführt und mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) zusammengearbeitet zu haben, um tonnenweise Kokain zu transportieren und Waffen zu liefern.

Maduro wurde bereits im März 2020 in New York angeklagt. Die US-Regierung hat seitdem die Belohnung für Hinweise, die zu seiner Festnahme oder Verurteilung führen, wiederholt erhöht – im August sogar auf bis zu 50 Millionen US-Dollar. Dies ist das höchste jemals von den USA ausgesetzte Kopfgeld auf eine Einzelperson. Weiterhin unklar ist jedoch, ob die Belohnung nach der Ergreifung des Diktators auch ausgezahlt worden ist.

Quelle: ntv.de, gut/dpa/AFP

Back to top button