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Kommentar: Die Demokraten können gegen Trump Vorteil verschaffen, jeder auf seine Art | ABC-Z

Ein echter Härtetest war für die Demokraten am Dienstag zwar nicht zu bestehen; hätten sie schon jetzt zurück auf das Schlachtfeld der Swing States von 2024 gemusst, so gäbe es für sie am ersten Jahrestag des zweiten Trump-Siegs womöglich weniger Grund zur Freude. Es gibt weiterhin wenig Anzeichen dafür, dass Trumps Wähler dem Republikaner in Scharen den Rücken kehrten. Immerhin: Dessen Versuch, den längsten „Shutdown“ aller Zeiten allein der Opposition anzulasten, darf als gescheitert gelten.

Die wichtigere Erkenntnis ist aber eine andere: Es geht auch dezentral. Überzeugende Kandidaten können klare Siege einfahren. Es steht jetzt erst recht nicht mehr zu erwarten, dass die Demokraten vor den Kongress- und Gouverneurswahlen im kommenden Jahr große Richtungsfragen klären. Es wäre ihnen auch gar nicht zu raten.

Die wichtigste Schlacht kommt erst in drei Jahren

In umkämpften Staaten wie Pennsylvania oder Arizona, wo Trump voriges Jahr obsiegte, werden demokratische Kandidaten ihr Heil in einem „Wir haben verstanden“ suchen, in eigenen Hochburgen wie Kalifornien oder dem Staat New York eher ihr anklagendes „Die haben nichts verstanden“ anstimmen.

Als gemeinsamer Nenner bleibt dann nur die Frage: Trump oder nicht Trump? Manche Kandidaten werden betonen, dass der Präsident die richtigen Fragen aufwerfe, aber die falschen Antworten gebe. Andere werden vor seinem Autoritarismus warnen, ihn als Faschisten brandmarken und damit in Kauf nehmen, dass sich Trumps Wähler persönlich herabgewürdigt sehen. Das ergibt aus der Vogelperspektive kein schönes Bild. Aber es kann funktionieren.

Erst nach den Zwischenwahlen steht der Partei bevor, was Joe Biden ihr im vorigen Jahr sträflicherweise versagt hat: ein offener Vorwahlkampf. An politischen Talenten mangelt es der Partei nicht. So weit, wie deren Vorstellungen über den richtigen Kurs auseinanderliegen, werden sie einander zwar heftige Blessuren zufügen. Doch der Sieger wird für die wichtigste Schlacht gerüstet sein: dem Trumpismus den Garaus zu machen. Geschlagen wird sie erst in drei Jahren.

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