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DFB-Pokal: Zwei Teenies im Rampenlicht bei Hertha gegen Kaiserslautern | ABC-Z

Stand: 01.12.2025 11:15 Uhr

Selber ein Auto lenken dürfen sie noch nicht. Profifußball schon. Kennet Eichhorn und Dion Hofmeister könnten im Pokalduell zwischen Hertha und Kaiserslautern direkt aufeinandertreffen. Mit 16 Jahren.

Große Fußballgeschichte und mittendrin zwei 16 Jahre alte Teenager, die gerade die Profibühne erobern. Wenn Hertha BSC im Achtelfinale des DFB-Pokals am Dienstag (02.12.2025) auf den 1. FC Kaiserslautern trifft, prallen Tradition und Zukunft aufeinander.

Mit Berlins Kennet Eichhorn und Dion Hofmeister vom FCK könnten sich die beiden jüngsten Spieler der Zweitliga-Geschichte ein einzigartiges Direktduell liefern. Beide im Schüleralter, defensive Mittelfeldspieler und Zukunftshoffnungen ihrer Vereine.

Startelf-Garantie: Eichhorns kometenhafter Aufstieg

Während Hofmeister beim 4:1 gegen Kiel Ende November im Alter von 16 Jahren, 4 Monaten und 13 Tagen sein Zweitliga-Debüt feierte, ist Eichhorn quasi schon ein alter Hase. Im Sommer unterschrieb der Jugendliche einen langfristigen Vertrag bei Hertha. Kurz darauf avancierte er im Alter von 16 Jahren und 14 Tagen zum jüngsten Spieler der Zweitliga-Geschichte. 

Vier Monate später ist Eichhorn Stammspieler. Trainer Leitl stellt sich nicht mehr die Frage, ob sein Ausnahmetalent spielt, sondern vielmehr: Wer läuft neben ihm auf der Sechser-Position auf? “Kenny ist ein unfassbares Talent”, sagte Leitl, nachdem Eichhorn auch beim 1:0 am Samstag gegen Kiel fast 90 Minuten gespielt hatte.

Etwas zu viel Foulspiel

Seine Dynamik im Dribbling, seine Positionierung und taktische Herangehensweise seien herausragend. Einziges Manko: zu viele Fouls. “Vielleicht mal einen auf den Deckel geben vor dem Spiel, dass er bisschen besser ins Spiel reinkommt. Weil es ist schon die dritte Gelbe Karte in der Anfangsphase”, mahnte Leitl.

Kein Wunder, dass zuletzt Scouts von Bayern oder Dortmund auf der Tribüne saßen. Auch Real Madrid und Manchester United sollen Interesse an dem Mega-Talent haben. Der Hype wird von Woche zu Woche größer. Es gibt eine Vereinbarung zwischen dem Verein, den Eltern und Eichhorns Berater, dass man den 16-Jährigen vorerst aus Medienaktivitäten herauslässt.

Sieg wichtig für die Kasse

Und vor allem: Man würde Eichhorn gern noch etwas länger in Berlin sehen. 1,5 Millionen Euro haben die Blau-Weißen bisher im Pokal als DFB-Prämie in dieser Saison eingenommen. Es sollen mit einem Sieg noch mehr werden. Für das Erreichen des Viertelfinales (3./4. Februar und 10./11. Februar) winken weitere 1,7 Millionen Euro. Es wäre ein zusätzlicher Geldregen in die klamme Vereinskasse. Millionen, die Hertha gut gebrauchen kann, um das Supertalent mit einer Gehaltsaufbesserung noch länger halten zu können.

Dion Hofmeister – eigentlich noch U17-Spieler

Wo Eichhorn schon ist, will Hofmeister noch hin – in die Startelf. Nach seinem Debüt gegen Kiel erlebte der Mittelfeldspieler das 0:2 am Samstag in Braunschweig nur von der Reservebank. Trainer Torsten Lieberknecht sagt dem U16-Nationalspieler dennoch eine erfolgreiche Zukunft voraus: “Das war erst der Anfang von etwas, das sich hoffentlich sehr positiv entwickeln wird. Wenn sein Umfeld ebenso stabil bleibt, bin ich überzeugt, dass wir aus ihm einen richtig guten Spieler entwickeln können.”

Hofmeister wurde am 11. Juli 2009 in Neustadt an der Weinstraße geboren und spielt eigentlich noch in der U17 der “Roten Teufel”. Der defensive Mittelfeldspieler wechselte bereits 2018 vom 1. FC 08 Haßloch an den Betzenberg. “Er macht es richtig gut, wenn er bei uns mittrainiert”, sagte FCK-Kapitän Marlon Ritter kürzlich im TV-Interview.

Jugendschutz: Warum trägt Hofmeister Sondertrikot?

Bei seinem Debüt Ende November fiel Hofmeister nicht nur wegen seines Alters auf – im Gegensatz zu seinen Mitspielern musste der Teenie in einem Sondertrikot ohne den Sponsor auf der Brust spielen. Bei Lauterns Trikotsponsor handelt es sich um einen Veranstalter virtueller Glücksspielautomaten – Hofmeister ist nicht volljährig und darf nicht für das Unternehmen werben.

Dem Kapitän der Lauterer U17 dürfte die Optik seines Trikots herzlich egal sein – schließlich will er vor allem für sich selbst werben. Vielleicht bietet sich ihm schon am Dienstag die nächste Chance. Denn anders als bei Eichhorn ist sein Einsatz offen.

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