Regionalplan Südhessen: Es geht um die Zukunft des Rhein-Main-Gebiets | ABC-Z

Natürlich würde man es sich einfacher wünschen. Der jetzt ausliegende Regionalplan Südhessen mit seinen 300 Seiten Text und drei Karten, die aus 80 Einzelblättern bestehen, erschlägt auf den ersten Blick. Das ist bitter, und man könnte viel über die Planungskultur in diesem Land räsonieren.
Einmal mehr könnte man hinterfragen, warum es vor Jahren irgendjemand in der Wiesbadener Landespolitik für schlau erachtet hat, in diesen Plan auch noch den Regionalen Flächennutzungsplan für die 80 Kommunen im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main zu integrieren.
„Das ist den Politikern in den regionalen Gremien kaum zu vermitteln“, heißt aus der Regionalversammlung Südhessen. Dabei sitzen dort die 99 Kommunalpolitiker zusammen, die über nicht weniger entscheiden als über die Wachstumschancen dieser wirtschaftsstarken Rhein-Main-Region, die mehr als 70 Prozent zum hessischen Bruttoinlandsprodukt beisteuert.
Doch über zu viel Bürokratie wird schon genug lamentiert. Der jetzt vorgelegte Regionalplan ist eine Chance und ist es wert, ausreichend und von möglichst vielen in der Rhein-Main-Region diskutiert zu werden. Und zwar leidenschaftlich.
Und nicht im Sinne von: Meine Kommune braucht planerischen den größten Handlungsspielraum, weil ein Investor vorbeischauen könnte, der in meiner Gebietskörperschaft das größte Rechenzentrum, den größten Speditionshub bauen will, während Wohnungsbau mit der dazugehörigen Infrastruktur nur Kosten verursacht.
Vielmehr sollten alle, nicht nur Betroffene, diskutieren, was sie sich für die Region insgesamt wünschen. Die Antwort würde doch sicherlich einschließen, dass es genügend Arbeitsplätze geben muss, aber auch Wohngebiete, in denen es sich auch in heißen Sommermonaten gut leben lässt, mit einer ausreichenden Infrastruktur.
Aber wie und wo soll das geschehen? Der Regionalplan Südhessen bietet die Möglichkeit, genau darüber zu diskutieren. Es hat schließlich jeder eine Vorstellung von der Zukunft.





















