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Penzberger Vereine fordern Ansprechpartner im Rathaus – Bad Tölz-Wolfratshausen | ABC-Z

Sich freiwillig und ohne Vergütung zu engagieren, das ist Ehrenamt. Ob in Sportvereinen oder in den Bereichen Kultur, Brauchtum und Soziales – ohne die vielen Freiwilligen wäre das gesellschaftliche Leben wesentlich ärmer. Doch das Ehrenamt steht vor großen Herausforderungen: fehlende öffentliche Wahrnehmung, Nachwuchsmangel und Geldsorgen sind nur einige Probleme, mit denen sich Vereine und Organisationen konfrontiert sehen. In Penzberg haben sich kürzlich Ehrenamtliche zum Austausch getroffen. Und dabei Wünsche, aber auch konkrete Ziele und Forderungen an die Stadt formuliert.

Eingeladen zum Vereinsabend hatte die Gruppierung „Penzberg Miteinander“. Deren Fraktionssprecher, zweiter Bürgermeister Markus Bocksberger, begrüßte die mehr als 80 Anwesenden. Dass so viele gekommen seien, sei ein starkes Zeichen, sagte er. Das Ehrenamt sei Fundament und Kitt der Penzberger Gemeinschaft.

Die oberbayerische Kommune wird in der Tat als „Stadt der Vereine“ bezeichnet. Derzeit hat Penzberg 17 950 Einwohner. Schon in fünf Jahren werden es wegen der regen Bautätigkeit voraussichtlich zwischen 19 000 und 19 500 Einwohner sein. Im Jahr 2040 rechnen die Experten mit etwa 40 000 Bürgerinnen und Bürgern. Vereinfacht lässt sich sagen, dass jährlich circa 1000 Personen neu zuziehen. Ungefähr 5000 Menschen (ab 14 Jahren) haben sich 2019 in Penzberg ehrenamtlich engagiert.

Mehr als 40 Organisationen und Vereine hatten zu dem Abend Vertreter entsandt. Moderiert wurde das Treffen von Tom Sendl und Monika Uhl. Die langjährige Vorsitzende von „Pro Innenstadt“ hatte eine Live-Online-Umfrage vorbereitet. Alle Anwesenden mit Smartphone konnten sich daran beteiligen. Die Ergebnisse waren sofort auf der Leinwand ablesbar. Abgefragt wurde unter anderem, wie und ob die Ehrenamtlichen Wertschätzung innerhalb und außerhalb ihres Vereins erfahren; wie es mit der Verfügbarkeit von Räumen steht; und wie es mit ihrer finanziellen Ausstattung aussieht.

Monika Uhl moderiert gemeinsam mit Tom Sendl den Vereinsabend in der Penzberger Stadthalle. Die mehr als 80 Anwesenden können an einer Online-Umfrage teilnehmen. (Foto: Alexandra Vecchiato)

Im Anschluss wurden in Gruppenarbeit kurz-, mittel- und langfristige Ziele erarbeitet. Dabei kristallisierte sich deutlich heraus, dass sich die Ehrenamtlichen über Vereinsgrenzen hinweg eine bessere Vernetzung wünschen. Dazu gehören regelmäßige Treffen wie dieses in der Stadthalle ebenso wie ein digitaler Auftritt, bei dem sich alle Organisationen, Institutionen und Vereine vorstellen können. Ein Vereinstag oder ein Vereinsfest wurden ferner vorgeschlagen.

Ein weiterer großer Wunsch war ein einfaches Online-Buchungssystem für städtische Räume, denn die unterschiedlichen Wege, solche – etwa die Stadthalle – zu buchen, seien zu kompliziert, so die Anwesenden.

Für die meisten Ehrenamtlichen hat ein regelmäßiger Austausch untereinander Priorität.
Für die meisten Ehrenamtlichen hat ein regelmäßiger Austausch untereinander Priorität. (Foto: Alexandra Vecchiato)

Eine ganz klare Forderung war, dass im Rathaus wieder ein „Ehrenamtskümmerer“ installiert wird. Diese Stelle gab es vor einigen Jahren, sie ist nun allerdings unbesetzt. Das wird sie wohl auch bleiben, denn Penzberg kann sich momentan einen solchen Kümmerer nicht leisten. Dabei waren fehlende Ansprechpartner in der Verwaltung waren ein großes Thema an diesem Abend. Die Ehrenamtlichen wünschen sich dringend, dass sie zuverlässig Auskunft erhalten bei Fragen und Problemen, was momentan nicht der Fall ist. Aufgrund des Sparkurses sind etliche Posten im Rathaus nicht besetzt.

Was Räume angeht, herrscht Zufriedenheit – zumindest fast. Die Ehrenamtlichen wünschen sich eine Liste mit Örtlichkeiten, die die Stadt zur Verfügung stellen könnte für Treffen. Gerne seien die Vereine bereit, sich diese zu teilen, hieß es.

Was die finanzielle Unterstützung durch die Stadt betrifft, so wurde deutlich, dass man sich wieder mehr Planungssicherheit wünscht. Bei allem Verständnis für die angespannte finanzielle Situation der Stadt, hoffe man, dass bald wieder frühzeitig Haushalte aufgestellt werden. Begrüßenswert sei auch die zeitnahe Auszahlung von Fördermitteln. Und auch in diesem Bereich müsse man sich in Zukunft wieder auf Aussagen städtischer Mitarbeiter verlassen können.

Nach diesem Abend sind nun die Ehrenamtlichen gefragt, sich zu vernetzen. Erste Arbeitsgruppen haben sich bereits formiert. Sollte nicht schon früher ein nächstes Treffen stattfinden, schlugen die Veranstalter vor, sich am 7. Juli 2026 erneut zusammenzufinden. Dann ist der neue Stadtrat bereits in Amt und Würden.

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